Treffpunkt - Gemeinde aktuell
Rückspiegel

Gemeindefreizeit in Biberach vom 8. bis 10. Mai

Der Wetterbericht hatte uns schönes Wetter versprochen und so machten wir uns am Freitag­nachmittag voll Vorfreude auf den Weg zur Gemeindefreizeit. Nach einer kleinen Pause beim Schloss Lichtenstein ging für uns die Fahrt weiter in Richtung Biberach. Punktlandung! - Rechtzeitig zum Abendessen kamen wir bei der Juhe an, bekamen von Karin die Zimmer­schlüssel ausgehändigt, bezogen unser Domizil und ließen uns anschließend Leberkäs und Kartoffelsalat schmecken.

Gemeindefreizeit Biberach (Foto: Privat)
Foto: Privat

Noch waren nicht alle da, aber während wir in un­serem Aufenthaltsraum in fröhlicher Runde ein Spiel ums andere machten, trafen so nach und nach alle ein.

Am Samstag, nach dem Frühstück um 8:00 Uhr, ging es in Fahrgemeinschaften los nach Bad Bu­chau zum Federsee. Unser erstes Ziel war der NA­BU.

Freundlich begrüßt wurden wir von einem jungen Mann namens Paul, der dort gerade sein ökologi­sches soziales Jahr absolviert, uns viel über den Federsee, seine Geschichte, Flora und Fauna be­richtete und uns anschließend durch die Moorland­schaft führte. Besonders gespannt waren wir alle auf den Wackelwald und der hatte es wirklich in sich.

Zuerst ging es auf einem Weg durch das Hochmoor. Wir erfuhren, dass da mit Vorliebe Bir­ken und Weiden, aber auch Kiefern wachsen, und was zur Erhaltung und Pflege des Natur­schutzgebietes getan wird.

Wir konnten Rehe und Störche beobachten, hörten nicht nur das Gequake der Frösche, sondern sahen die grünen Kerlchen auch, lauschten dem Vogelgezwitscher, ganz besonders auch dem Zilpzalp, der seinen eigenen Namen ruft. Ca. 280 Vogelarten wurden am Federsee schon beobachtet. Davon ist ca. die Hälfte dort beheimatet, die anderen sind Zugvögel, die nur kurz Station machen.

Irgendwann wurde die Verbuschung und der Baumbestand mehr, der Boden unter unseren Schuhen federte. Wir waren im Wackelwald ange­kommen. Über einem mehr als 10 m tiefen Moor wurden wir von einer nur 12 cm hohen durchwurzel­ten Bodenschicht getragen.

Besonders anschaulich wurde das, als wir nach dem von Rumi vorgegebenen Rhythmus alle gleich­zeitig hüpften. Die Bodenschicht schlug richtige Wellen und die Bäume wackelten im Takt mit. Fas­zinierend - und es machte so viel Spaß, dass wir es gleich nochmal versuchten.

Nach der Vesperpause besuchten wir das Feder­seemuseum (UNESCO-Kulturerbe) und wurden zurück in die Steinzeit versetzt. Das damalige Leben wird da sehr anschaulich vor Augen geführt: man erfährt, mit welchen Pflanzen gefärbt, woraus Werkzeuge und Geschirr hergestellt wurde. Je nach Epoche gab es andere Hausbau­ten und auch die Haustiere fehlen nicht. Wer Lust hatte, konnte eine „Seefahrt“ im Einbaum machen.

Nach einem Spaziergang über den knapp 2 km langen, von Schilf gesäumten Federseesteg ging‘s zurück zur Juhe. Richtig geraten! Ganz klar, dass auch dieser Abend mit einer Spiele­runde ausklang.

Die Stadtführung durch Biberach am Sonntagvor­mittag begann im Museum. Anhand eines Modells der Biberacher Altstadt erfuhren wir schon einiges über die Historie der Stadt, über den Wechsel der Konfessionen und auch, dass Biberach keine arme Stadt war und ist, schuldenfrei bis heute.

Dann ging es vom ‚Hospital zum Heiligen Geist‘ vorbei an der Stadtkirche St. Martin, dem Komödi­enhaus, Rathaus, Ochsenhauser Hof, Gigelberghal­le und der Alten Stadtbierhalle zum Weberberg. Zu jedem Gebäude bzw. Viertel erfuhren wir Interes­santes und Wissenswertes. So auch, dass im Wei­ßen Turm heute die Pfadfinder ihre Treffen ab­hal­ten, in der Stadthalle einmal im Jahr Märchen-Theater mit Musik von Kindern dargeboten wird, der Dichter Christoph Martin Wieland ein Biberacher Bürger war und die Weber wegen der Einführung der Baumwolle verarmten, während die Gilde und die Stadt davon profitierten. Der Rundgang endete am Marktplatz bei der berühmten Eselfigur des Künstler Peter Lenk.

Gemeindefreizeit Biberach (Foto: Privat)
Foto: Privat

Nach dem Mittagessen verabschiedete sich ein großer Teil der Teilnehmer und machte sich auf den Weg nach Hause. Wir Dagebliebenen freuten uns auf die Fahrt mit dem Öchsle, einer historischen Ei­senbahn. Mit viel Dampf und Qualm, Zischen und Pfeifen, das die Rindviecher auf den Wiesen er­schreckte, ging die Fahrt nach Ochsenhausen und wieder zurück. Hin und wieder stoppte die Lok, der Schaffner musste mit Fähnchen winkend den Stra­ßenverkehr anhalten, während wir Kaffee und Eis genossen.

Für dieses erlebnisreiche, harmonische, rundum gelungene Wochenende den Organisatoren herzli­chen Dank.

Hannelore Oetinger

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