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Treffpunkt - Gemeinde aktuell
Jahres-Rückblick 2010
Winterfreizeit in Saas-Almagell
Einen Tag nach Neujahr trafen sich im Walliser Saas-Almagell wieder eine Gruppe Schneefreunde im selben Quartier wie bereits im letzten Jahr - einem ehemaligen Gasthof, der jetzt als Selbstversorgerquartier für Gruppen fungiert. Das Abendessen war - wie üblich bei Gruppenfreizeiten - der magnetische Moment, der alle in der großen Gaststube vereinte. Die individuell organisierte Anreise verlief bei guten Straßenverhältnissen zum Glück für alle ohne Zwischenfälle. Viele der knapp 30 Teilnehmer waren "Wiederholungstäter", einige neue Gesichter gab es, niemand blieb aber lange unbekannt, geschweige denn außen vor. Die zu erwartende positive und lockere Grundstimmung der Truppe war von Anfang an da und hielt bis zur Heimfahrt an. Schön fand ich mal wieder, dass es eine generationenübergreifende Aktivität war, von 4 bis 70 Jahren war diesmal die Altersspanne, und jeder kam auf seine Kosten!
Der erste Abend klang satt und gesellig aus, nach und nach leerte sich der Aufenthaltsraum, die erste Nacht in nahezu völliger Ruhe und klarer Bergluft brach an. Am Sonntag gingen bereits die ersten Skifahrer die Pisten erkunden, Spaziergänger und Schlittenfahrer zogen los, Buchleser und Strickerinnen, Gesellschaftsspieler und Ausruher machten es ich im großen Raum gemütlich. Frühstück gab es übrigens immer bis mittags, gastfreundlicher als im besten Hotel!
Im Laufe der Woche wurden haufenweise Liftkarten verfahren, kilometerweise Spazierwege abgelaufen, mindestens ebensoviel Wolle verstrickt, unzählige Buchstaben gelesen und die Brettspiele kamen fast nicht mehr in ihre Schachteln. Jeder konnte tagsüber tun und lassen, was er wollte, spätestens abends traf man sich dann, aß gemeinsam und saß dann noch lange zusammen.
Zwei Highlights waren das gemeinsame Nachtschlitteln am Dienstagabend und das abendliche Eisstockschießen am Donnerstag. Jung und Alt schlugen sich dabei gleichwohl todesmutig wie erfolgreich und spätestens nach dem kleinen Fußmarsch zurück zum Quartier waren alle Hände und Füße auch wieder aufgetaut! Faszinierend war, dass es immer einen großen Topf mit heißem Punsch gab, wann immer man aus dem Schnee wieder nach drinnen kam. An dieser Stelle sei den unermüdlichen Küchenfeen ein großer Dank ausgesprochen, die Verpflegung war fürstlich, falls jemand in der Woche abgenommen haben sollte durch viel Sport und Bewegung, glaub ich ihm kein Wort - so gut und viel isst man das ganze Jahr nicht! Auch dieses Jahr fanden sich immer genügend Helferlein, die bei den Vorbereitungen halfen und hinterher die Spülmaschine füllten und leerten, ganz ohne Listen und Pläne. Auch diesen - also jedem Teilnehmer - ein herzliches Dankeschön.
Zu den anfangs erwähnten neuen Gesichtern zählten unter anderem auch zwei Gäste, Oded Shor und sein Freund David, die den weiten Weg aus Jerusalem in die Schweiz fanden. Sie kamen mit einiger Verspätung und vielen Stunden Flug, Zug- und Busfahrt am Sonntagabend an: als strenggläubige Juden reisen sie nicht samstags. Sie zählten zu den fleißigsten Skifahrern und abends bereicherten sie die Gespräche mit interessanten Einblicken in das Leben in Jerusalem. Leider konnten sie die Leckereien der Küchencrew nicht mit uns teilen, da sie koscher essen und deshalb selber ihre großteils schon mitgebrachten Speisen bereiteten. Ein paar der Teilnehmer können sich auf ein Wiedersehen mit den Beiden im April bei der Israel-Gruppenreise freuen. Am letzten Abend gab es wieder Raclette, das darf gerne zur guten Tradition werden! Diesmal gab es auch genug Geräte, jeder hatte im Schnitt 1,4 Pfännchen zur Verfügung, eine klare Steigerung zum halben Pfännchen des Vorjahres!
Viel zu schnell ging die Woche vorbei, die totale Erholung war zwar bis zur Abreise erreicht, aber ich glaube, jeder hätte gerne versucht, ob das nicht doch noch steigerungsfähig gewesen wäre! Der einzige kleine Negativpunkt war, dass wir das Haus diesmal in nicht sehr sauberem Zustand übernommen hatten, aber auch das hatten wir bis zur Abreise geändert. Einem nächsten Mal wird das nicht im Wege stehen. Dazu überwiegen die Vorteile dieser großen und günstigen Unterkunft ganz klar - wo sonst kann man die Kinder allein bis in die Nacht hinein hinter dem Haus zum Schlitteln lassen, hat so gut wie keine vorbeifahrenden Autos und mehrere Skigebiete für alle Könnens-Stufen ums Eck?
Jeanny Köll
Freitagabendtreff - Blumenpracht am Kaukasus
In eine fremde und aus der Templergeschichte doch eigentlich wohlvertraute Gegend hat uns Woldemar Pankratz beim Freitagabendtreff im Januar entführt: An den Nordrand des Kaukasus-Gebirges, in die Umgebung der ehemaligen Templersiedlungen Wohldemfürst und Olgino (heute Kochubeevskoye - leicht in Google Maps zu finden). In dieser Gegend, genauer gesagt: in Nowopokrawskaja, hat Woldemar früher auch mit seinen Eltern gewohnt; seine Schwiegermutter lebt heute noch dort. Von dort aus unternahm er zusammen mit seiner Frau Ende August eine Fahrt nach Nord-Ossetien, einer Republik mit etwa 600.000 Einwohnern innerhalb der Russischen Föderation. Ich muss zugeben, dass ich mit Ossetien bislang eher negative Schlagzeilen in Verbindung brachte: So etwa die blutig beendete Geiselnahme durch tscheschenische Terroristen in einer Schule in Beslan im Jahr 2004 oder den bewaffneten Konflikt zwischen Russland und Georgien um Südossetien im Jahr 2008. Was wir aber in Woldes wunderbaren Bildern (er ist schließlich Diplom-Regisseur!) zu sehen bekamen, waren im wahrsten Sinne des Wortes blühende Landschaften, saubere und gepflegte Kurorte, autobahnähnliche Straßen und im Hintergrund ein schneebedeckter Elbrus (mit 5.642 m der höchste Berg des Kaukasus, je nach Zuordnung sogar der höchste Berg Europas) vor einer weiten fruchtbaren Ebene. Welchen Blumenreichtum diese Gegend bietet, durften wir auch anhand zahlreicher großformatiger Bilder bewundern, die Woldemar auf den beiden Stellwänden im Saal angebracht hatte. Herzlichen Dank für diese schönen Reiseeindrücke!
Jörg Klingbeil
Freitagabendtreff - Besteigung des Kilimanjaro
Am Freitag, den 12. März, gab es eine "Sonderbeilage" zum Freitagabendtreff: Heinrich Becker, Vetter von Peter Lange, gab uns einen Bericht von einer vom Deutschen Alpenverein organisierten Besteigung des Kilimanjaro (knapp 6000 Meter hoch), von der er erst am Tage zuvor zurückgekehrt war. Mit seinem Bericht, zusammen mit sehr schönen eigenen Fotos (die er an dem einen Tag Aufenthalt hier zusammengestellt hatte), gab er uns ein lebendiges Bild sowohl von den Schwierigkeiten einer solchen Expedition als auch von dem Berg selbst, dem höchsten Afrikas.
Die Expedition: 17 Mann bzw. Weib mit einem Führer und 47 Trägern, die Zweierzelte und Schlafsäcke, Proviant für 6 Tage, Geschirr und Gaskocher hinauf- und samt allem anfallenden Abfall wieder hinunterschleppten und Zwei-Gänge-Mahlzeiten für alle bereiteten und formgerecht servierten. Schwierigkeiten bereitete nicht das Bergsteigen an sich - nur im obersten Teil mussten sie z. T. mit Hilfe der Hände über Felsbrocken steigen -, sondern die Höhe. Dadurch, dass sich teilweise Auf- und Abstiege in etwa gleicher Höhenlage hinzogen, gelang die Anpassung unterwegs. So kamen, trotz einiger Beschwerden, alle heil hinauf und wieder herunter.
Der Berg: er ist der höchste in einer Reihe von mächtigen, z.T. noch aktiven Vulkankegeln - die Gruppe hat einige Fumarolen gesehen. Die Bilder zeigten sehr schön die verschiedenen Vegetationszonen: unten relativ lockerer Regenwald, dann das Ausdünnen des Waldes, bizarre Baumgerippe, dicht mit Flechten behangen, dann nur noch Bodenbewuchs, schließlich der nackte Fels oder weite Geröllhalden. Und immer wieder Nebel, der sich laufend veränderte - einmal ein weißer Wolkenpilz, der den obersten Gipfel verschluckt hatte, manchmal herrliche Ausblicke auf weitere Bergketten, oft aber auch auf ein Nebelmeer. Der Berg mit seiner Höhe zieht die Wolken an und lässt sie abregnen, und so hatte auch die Gruppe fast an jedem Tag Regen, aber sonnige Phasen dazwischen - und damit offenbar Glück, andere hätten z.T. nur Nebel erlebt.
Nach dem Vortrag saßen wir noch wie üblich schwätzenderweise beisammen, aber nicht wie üblich bekamen die, die sich dafür interessierten, noch ein Sahnehäubchen obendrauf: einen Bericht von Herrn Becker über die Radtour, die er - mit einer anderen Gruppe - 2008 als Anreise zur Olympiade gemacht hatte: von Athen in ca. 200 Tagen nach Peking, durch Nordgriechenland, an der Schwarzmeerküste entlang, durch Ostanatolien, Georgien, Turkmenien, Usbekistan, Kirgistan zur chinesischen Grenze, dann am Nordrand der Wüste Taklamakan entlang (die alte Seidenstraßen-Route) und dann quer durch China. Wir waren tief beeindruckt von so viel Ausdauer und Abenteuerlust - Herr Becker war damals immerhin fast 70 Jahre alt!
Es war ein sehr schöner und hochinteressanter Abend - wir danken Herrn Becker sehr herzlich dafür!
Brigitte Hoffmann
FAT "on tour" - Der Besuch der Ausstellung »In Würde Leben lernen«
"150 Jahre Syrisches Waisenhaus und Schneller-Schulen im Nahen Osten" am 19. März im Landeskirchlichen Archiv in Möhringen.
Fünfzehn Templer und etliche weitere Besucher trafen sich zur Führung mit Dr. Eisler. Die Ausstellung zeigt die Entwicklung der Einrichtung anhand von historischen Aufnahmen, Büchern und Archivalien. Gleich zu Beginn sahen wir ein Modell des Waisenhauses vor dem Brand von 1910. Es ist ein Bastelset aus 14 Ausschneidebögen, diese wurden in feinster Arbeit ausgeschnitten und zusammengeklebt, unter anderem auch von Herrn Kneher. Die einzelnen Häuser waren mit deutschen Städtenamen bezeichnet, es wurde aber darauf geachtet, dass jedes dieser Häuser gleich groß ist. Es gab verschiedene Werkstätten wie Töpferei, Ziegelei, Schreinerei, auch Schweine- und Pferdestall. Außerdem war die Jungen- und Mädchenschule dargestellt. Dieses Modell zu bauen war eine künstlerische Feinarbeit. Bis 1902 wurde dieses Bastelset den dortigen Konfirmanden geschenkt.
Nun erfuhren wir von Pfarrer Schneller und seiner Familie, und seinem Anliegen, Waisen und Blinden in Jerusalem zu helfen. Auf großen Tafeln sahen wir das Waisenhaus, Schreinerei, Töpferei, Ziegelei und Schneiderei. In den Vitrinen wurden dagegen alte und interessante Kostbarkeiten präsentiert: Portraits der Familie Schneller, Tagebuch seiner Reise nach Jerusalem 1854, veröffentlichte Bücher seiner vielen Reisen. Außerdem: wunderschöne, im Waisenhaus gefertigte Olivenholzschnitzereien, kunstvoll geklöppelte Spitzendeckchen der Schülerinnen, ebenso Kupfer- und Messingprodukte und Kostbarkeiten aus schwarzem Mosesstein vom Roten Meer, Schmuck aus Perlmutt und Gegenstände aus Ton. Wunderschön auch die Postkarten mit gepressten Blumen, sogar "echte" Orangen aus der landwirtschaftlichen Kolonie Bir-Salem, die vor allem zur Weihnachtszeit in Deutschland begehrt waren.
Die Handpresse, mit der ab 1884 das Publikationsorgan »Bote aus Zion« gedruckt wurde, war zu sehen. In den Vitrinen sahen wir Erbscheine, auch das erste Rechnungsbuch des Waisenhauses und immer wieder alte, kostbare biblische Bücher, auch in Braille-Punktschrift für Blinde.
Besonderen Raum nahmen Postkarten mit Spendenaufrufen ein. Pfarrer Schneller hatte immer wieder Kurorte in Süddeutschland, die mit "Bad" begannen, angeschrieben, um begüterte Gesellschaftskreise zu erreichen; sie bat er gezielt um Spenden. So bekam er auch Kontakt zu Baron Münich, der auf Schnellers Anregung - mangels Erben - sein Vermögen an diesen vererbte. Da er 3 Monate nach Verfassung des Testaments verstarb, konnte 1903 mit diesem Vermögen das Blindenheim gebaut werden. Nun konnten auch blinde Kinder schreiben und lesen lernen und auf ihr späteres Leben vorbereitet werden.
Im Anschluss daran gab es noch historische, (noch) nicht bearbeitete Filme aus der Arbeit des Syrischen Waisenhauses und der Schneller-Schulen zu sehen.
Roswitha Wessner
Agapefeier am Gründonnerstag
Wie in jedem Jahr fand die Agapefeier an einem frühlingshaft mit Stiefmütterchen, Tausendschönchen, Osterglocken und Vergissmeinnicht gedeckten Tisch statt. Dazwischen brannten bunte Osterkerzen - es war ein wunderschönes Bild.
Zweiundzwanzig Teilnehmer saßen im Viereck beieinander, bewunderten den blühenden Forsythienstrauß mit den bunten Ostereiern in der Mitte und lauschten dem Klavierspiel von Rumi Hornung. Karin Klingbeil begrüßte die Gäste und fand zu Herzen gehende Worte im Rückblick auf das letzte Abendmahl von Jesus mit seinen Jüngern, erinnerte an seine Worte von Frieden, Gottvertrauen und Nächstenliebe. Dazwischen sangen wir schöne Lieder. Es war eine erhebende Feier, für die wir herzlich danken. Karin erwähnte auch alle, die wegen Krankheit nicht dabei sein konnten.
Drei liebe junge Leute teilten anschließend aus Körben das Brot aus und schenkten Wasser, Saft oder Rotwein in die Gläser. Es gab in Stücke geschnittenen Käse, schwarze und grüne Oliven, Gurken und kleine, rote Tomaten - alles köstlich hergerichtet und bereitgestellt. Wir beteten gemeinsam das Vaterunser. Liebe Abschiedsworte von Karin und ein wunderschönes Musikstück beendeten diese beeindruckende Feier. Wir danken alle herzlich dafür und freuen uns auf das bevorstehende Osterfest, auf Frühling, Sonne und Wärme - und werden den Abend in leuchtender Erinnerung behalten.
Margot Matthias
Gruppenreise der Tempelgesellschaft durch das »Heilige Land«
Gut und pünktlich sind wir am 24. April wieder auf heimischem Boden gelandet, die Wolke aus Island hat unsere Reise nicht beeinträchtigt.
Es war eine in jeder Hinsicht gelungene Reise und dass dies so war, ist den beiden Reiseleitern Karin Klingbeil und Dr. Jakob Eisler, aber auch der Gruppe selbst zu danken, die eine gute templerische Gemeinschaft gebildet hat, begierig das Land und die alten Templerstätten kennen zu lernen oder wieder zu sehen.
Mit unserem nicht mehr ganz neuen Bus und dem hervorragenden Fahrer Ala waren wir viel unterwegs. Ala bugsierte uns gekonnt durch engste Stellen, nur einmal in der Altstadt Haifas mussten unsere beherzten Männer ein parkendes Auto zur Seite "lupfen", damit wir weiter konnten.
Ich weiß nicht, ob es jedem Reiseteilnehmer von vornherein klar war, dass man in Israel viel laufen muss, bergauf und bergab, treppauf und wieder auf den ungleichen Stufen hinunter. Für die Fußkranken war dies eine Herausforderung, manchen Weg kürzten sie ab oder ließen ihn eben aus. Nie war aber ein Klage- oder Misston zu hören, Unbequemlichkeiten wurden hingenommen. Miteinander waren wir ermattet und verschwitzt, der Schirokko setzte uns zu, hatten dann aber auch gemeinsam ebenso Lust auf den nächsten Programmpunkt, sei es eine Stätte, in der Templer einst gewirkt haben - sie waren fast überall dabei - oder ein archäologisches Ausgrabungsfeld mit herrlichen Mosaiken, ein Stadtgang durch Tel Aviv dem Bauhausstil zu Liebe - Jakob machte uns bald zu Experten dieser Baukunst - oder ein Naturwunder, das es zu bestaunen galt.
Das Programm war hervorragend zusammengestellt und sorgte für Abwechslung. Großen Raum nahmen natürlich die ehemaligen Templerkolonien ein, vor allem in Jaffa, wo Hervorragendes geleistet und vieles neu entstanden ist.
In Haifa waren wir enttäuscht, dass uns der Bahai-Tempel nicht entgegenstrahlte, sondern wegen Renovierungsarbeiten in ein olivfarbenes Tuch verhüllt war. Betlehem und Waldheim haben am ehesten ihren alten Charme erhalten, in den Gärten blühte es verschwenderisch. In Wilhelma fehlt die Eukalyptusallee ja seit langem und der frühere Friedhof, auf dem wir unser Picknick hatten, sah doch recht verwahrlost aus. Dafür lagen in der angrenzenden Orangenbijare Früchte auf dem Boden, herrlich süß und wohlschmeckend.
Die renovierten Häuser in Sarona sehen wunderschön aus. Durch das Verschieben der 4 Häuser an der Kaplanstraße stimmt das Bild mit meiner Kindheitserinnerung nicht mehr überein. Ich war der Reiseleitung aber sehr dankbar, dass sie mir einen "Rundgang" um das Haus von Philipp Groll im gesperrten Teil, begleitet von einer jungen israelischen Offizierin, ermöglichte, in dem wir Rohrers einige Zeit gewohnt hatten.
Dass nun auch in Jerusalem das ehemalige Syrische Waisenhaus für uns zugänglich war, hat mich besonders berührt. Hier waren wir Jerusalemer 1940 ein paar Monate untergebracht, ehe man uns dann auf Sarona und Wilhelma aufteilte. In der »German Colony« Jerusalems sind die Häuser sehr gepflegt, dagegen sind das Schulhaus und das Institut in einem sehr traurigen Zustand. Was der Hotelkonzern einmal aus dem Ensemble machen wird, der Saal gehört dazu, das scheint noch nicht festgelegt zu sein. Der Saal war für uns offen, durch die Türen strömte das Sonnenlicht und machte die Wasserschäden an den Wänden sichtbar. Wir dachten an die Altvorderen, die von hier aus einst die Geschicke der Tempelgesellschaft geleitet hatten.
Jakob, der profunde Kenner des Landes und seiner Geschichte, war unermüdlich und führte uns nicht nur auf templerischen Spuren. Er erläuterte und erklärte uns alles (für unsere Australier auch immer wieder auf Englisch) und ließ uns an seiner Begeisterung für Besonderheiten entlang unseres Weges teilhaben. Zusammen mit Karin bildete er ein hervorragendes Führungsduo, das stets besorgt um unser Wohlergehen war, immer ansprechbar und jedem freundlich zugeneigt.
Karin meisterte die vielen Aufgaben einer Reiseleiterin engagiert wie ein Profi. Alles klappte, abends gab es immer für jeden ein Bett, für Essen und Trinken war bestens gesorgt und als der Bus bei Tiberias einfach nicht mehr weiter wollte, schaffte sie einen neuen herbei. Ihr "Rucksack-Handy" klingelte auch unterwegs auffallend oft, neue Entscheidungen und Umplanungen wurden verlangt. Vergessen seien ihre Ansprachen auf den beiden Friedhöfen nicht, in Haifa und in Jerusalem jeweils einem Ort der Stille und Ruhe. Der Friedhofsgruppe dankten wir sehr für ihren pflegerischen Einsatz.
Wir sind aufmerksam durch das Land gereist. Die Stimmung war fühlbar anders als in den letzten Jahren, die Sorgen und Nöte auf beiden Seiten sichtbarer. Nachdenklich blieben wir beim letzten morgendlich Rundgang durch die Kolonie in Jerusalem vor dem Haus von Beate Paulus stehen. Über der Eingangstüre hatte sie 1878 Psalm 122 einmeißeln lassen:
»Wünscht Jerusalem Glück - es müsse wohl gehen denen, die dich lieben - es müsse Friede sein in deinen Mauern«.
Brigitte Kneher
Rückblick auf die Israel-Gruppenreise
Vor drei Wochen kehrte ich von meiner Deutschland-Israel-Reise nach Hause zurück. Irgendwie fühlte ich mich, als sei ich aus einem Raumschiff hinausgeworfen worden und dann mit einem Plumps wieder in meinem normalen Alltag gelandet. Die Reise war sensationell! Mir liefen Schauer über den Rücken, als ich mich auf den Spuren meiner Vorfahren und ebenso derer der ganzen Templerfamilie befand. Ich war erstaunt, wie eindrucksvoll diese Spuren waren, heute noch in ganz Israel/Palästina in der Gestalt von Gebäuden, Siedlungen, Brücken, Straßen und Eisenbahnlinien zu sehen. Ich sah die Größenordnung und Relationen und verstand den Zusammenhang unserer Geschichte besser. Ich sah, atmete und schmeckte den Staub der Wüste, die Gewürze und den Weihrauch der Märkte, den wohlriechenden Geruch einer Shisha (Wasserpfeife) und verstand das Land besser. Es war aufregend, in dem erfrischenden Wasser des See Genezareth zu schwimmen, der eine so wichtig Rolle in der Bibel spielt, und später wie ein Korken auf dem warmen Wasser des Toten Meeres zu schaukeln, wie es meine Mutter als Kind getan hatte. Ich erlebte die Spuren und Erzählungen über die vielschichtige Geschichte Israels wie ein Märchen - angefangen beim prähistorischen Menschen, über das alte Judentum, Rom, Byzanz, die Kreuzfahrer, Osmanen und Engländer bis zum modernen Israeli. Es war etwas besonderes, durch Israels wunderschöne Nationalparks zu wandern, entlang an Wasserfällen, Ruinen, auf Holzstegen über Gewässer und durch Dickicht mit schönen Wildblumen. Alle Sinne wurden zu erstaunlichen neuen Erlebnissen angeregt.
Dann war da der "kulturelle Cocktail", der uns begegnete. Die ausdrucksvollen, selbstsicheren modernen Israelis in moderner Kleidung, mit einer Kippa - und herumstreifende junge Israelis, in Armee-Uniform gekleidet und Maschinengewehre in der Hand. Unter diese Mehrheit mischten sich Muslime in Arbeitskleidung, Beduinen in ihren Roben und muslimische Frauen in ihrem Hidjab, verhüllte Mönche, schwarz gekleidete orthodoxe griechische Priester und orthodoxe Juden mit ihren Haarlocken, Bärten, schweren schwarzen Samthüten und fließenden schwarzen Mänteln. Menschen aus der ganzen Welt, Pilger, die, überwältigt von der Tatsache, dass sie schließlich im Heiligen Land waren, einen Stein küssten, eine Ikone berührten, sich vor einer Kirche fotografieren ließen oder in einer Kirchenbank beteten.
Unsere Gruppe war reizend. Wir kamen alle sehr gut miteinander aus. Karin Klingbeil organisierte. Sie war immer so herzlich und tüchtig und ihre reibungslose Organisation ließ die viele Arbeit, die in jedem Detail dieser Reise steckte, nicht erkennen. Dr. Jakob Eisler war unser fantastischer Reiseleiter. Er war so leidenschaftlich, so unglaublich sachkundig, derartig großherzig und liebenswürdig - dass wir alle seine Erklärungen und Fahrten nur hoch schätzen konnten. Ala war unser begabter Busfahrer. Er schien unseren Bus durch definitiv unpassierbare Stellen chauffieren zu können und nichts schien ihm zu viel.
Ich bin immer noch dabei, meine Reise zu verdauen und bemühe mich sehr, meinen Kopf wieder zurück und mein Leben einigermaßen in eine Ordnung zu bringen. Ich bereite mich darauf vor, alles aufzuarbeiten und aus meinen 1.400 Bildern und 8 Stunden Videoaufnahmen etwas Sinnvolles zusammenzustellen! Mal sehen, was draus wird. Der TSA bin ich sehr dankbar, dass sie mich auf diese Reise geschickt hat.
Ingrid Turner
Konzert des »Quartetto Sonore«
Unsere Reise von München zum Templer-Seminar in Bad Herrenalb haben mein Mann und ich so eingerichtet, dass wir in Degerloch den Besuch des Konzertes des Quartetto Sonore unter der Leitung von Irina Hornung wahrnehmen konnten. Es war ein großer Genuss. Wir waren sehr beeindruckt von dem, was diese jungen Musiker uns allen geboten haben.
Allein schon der optische Eindruck - die Damen in langen, dunkelgrauen Röcken und dazu passenden duftigen Oberteilen - muss erwähnt werden. Auch der wunderschön gestaltete Raum, in den die halbrunde Bühne mit integriert ist, trugen zum geschmackvollen Ambiente bei.
Irina Hornung, Sophie Schuster und die Geschwister Katharina und Felix Brade versetzten uns mit ihrem Programm und der lupenrein dargebotenen Streichmusik in eine fast andere Welt. Im gut besetzten Saal spielten sie Werke von Mozart, Dvorak und Debussy und zeigten mit ihrem wunderschönen und ausdrucksstarken Zusammenspiel ihre große Begabung. Mit kaum merkbarer Mimik verständigten sie sich untereinander. Mal spielte Irina Hornung, mal Sophie Schuster die erste Geige, virtuos alle beide, so wie auch die Geschwister Katharina und Felix Brade mit dem Viola- und Cello-Part.
Wir, und auch Irinas ehemaliger Geigenlehrer, bewunderten die Fortschritte, die Irina und die anderen jungen Künstler gemacht hatten. Vor allem mit dem schwierigen »Quator a cordes op.10« von Debussy zeigten die Künstler herausragendes Können.
In der Pause hatte man unten im Foyer, wo alles festlich dekoriert war, die Möglichkeit, bei Sekt, Saft und Knabbereien sich auszutauschen.
Mit einem langen Applaus endete die musikalische Darbietung. Danach war Gelegenheit gegeben, oben im Clubraum in lockerer und zwangloser Weise den Abend ausklingen zu lassen, und auch mit den jungen Künstlern ins Gespräch zu kommen. - Eine rundum gelungene Veranstaltung, die uns viel Freude bereitet hat.
Ulla Klink
Wochenendseminar in Bad Herrenalb
Da ich zum Ältestenkreis gehöre, der die Seminare plant und durchführt, will ich nicht, wie bei Rückblicken von Teilnehmern üblich, erzählen, wie schön alles war. Das freut die Veranstalter und beweist den guten Willen und die Freundlichkeit der Teilnehmer, gibt aber vielleicht nicht immer ein objektives Bild. Stattdessen will ich versuchen, kurz zusammenzufassen, was wir angestrebt haben und was im Verlauf der Tagung daraus geworden ist.
Unser Thema hieß »Übersinnliche Erfahrungen - gibt es sie und wie stehen wir dazu?« Es sollten zu verschiedenen Einzelgebieten - Traumerlebnisse, Visionen/Auditionen, Nahtoderfahrungen, Telepathie und Heilung durch Energieübertragung - nur Kurzvorträge gehalten werden, so dass viel Zeit für Diskussionen bleiben würde, für die Meinungen und Erfahrungen der Teilnehmer und für die Frage, ob und in wieweit solche Erfahrungen religiös relevant seien.
Kurz vor dem Beginn des Seminars kamen noch zwei Angebote von Mitgliedern, über eigene Erfahrungen zu berichten. Wir freuten uns über so viel Interesse und nahmen die zusätzlichen Themen auf: Channeling (Übermittlung von Information durch ein Medium) und Radionik (eine Methode der Energieübertragung und des Heilens durch gedankliche Kräfte). Das führte zu einem sehr gedrängten Programm.
Am Beginn stand der einzige längere Vortrag, über Wahrnehmung aus psychologischer Sicht; die Quintessenz war, dass alle Wahrnehmung, auch die sinnliche, im hohen Maße subjektiv sei, bestimmt durch Faktoren, die uns nicht bewusst sind, und dass es von daher keine klare Trennung von sinnlicher und übersinnlicher Erfahrung gebe. Das war eine hochinteressante Einführung, schloss aber die Frage der Relevanz übersinnlicher Wahrnehmung weitgehend aus. Vielleicht hat das den Verlauf der Tagung beeinflusst, s.o.
Denn diese Frage spielte, aus anderen Gründen, auch bei den Einzelthemen kaum eine Rolle. Das Interesse der Teilnehmer, mit Fragen und eigenen Beiträgen, war so groß, dass auch die reichlich bemessene Diskussionszeit damit ausgefüllt war, und eine so engagierte Diskussion bricht man nicht gerne ab. So wurde gegen Schluss die Zeit knapp, so dass wir einen Programmpunkt streichen mussten. Aus organisatorischen Gründen wurde das die Rubrik Visionen/Auditionen. Das war schade, nicht nur, weil dieser Punkt wichtig gewesen wäre, sondern auch, weil er aufgrund der biblischen Beispiele fast von selbst zur Frage der Relevanz geführt hätte. Vielleicht müssen wir das bei Gelegenheit nachholen.
In einer Schlussrunde sollten alle Teilnehmer ihren Eindruck über das Seminar wiedergeben. Die Summe der Aussagen deckte sich mit den unsrigen, hier wiedergegebenen. Der von mir konstatierte Mangel wurde, in etwas anderer Form, von zwei Teilnehmern angesprochen. Alle betonten, wie lebendig und interessant die Tagung gewesen sei.
Deshalb möchte ich mich zum Schluss bedanken, bei den Teilnehmern für ihr Engagement, und vor allem bei denen, die zu den Einzelthemen referiert und sich den Fragen gestellt haben. Das bedeutete in den meisten Fällen, auch Persönliches von sich preiszugeben, und ich denke, das hat wesentlich zur Lebendigkeit und Offenheit der Tagung beigetragen.
Brigitte Hoffmann
Tempelgründungsfeier
Am 20. Juni gedachte man der Gründung des »Deutschen Tempels« vor nunmehr 149 Jahren auf dem Kirschenhardthof. Beginn der Feierlichkeit war um 10:30 Uhr, jedoch herrschte schon früh reges Treiben im Gemeindehaus in Degerloch. Die Vorbereitungen im Gemeindesaal und in der Küche liefen schon auf Hochtouren, bevor die ersten Gemeindemitglieder und Gäste eintrafen.
Vor dem Gemeindesaal war ein Basar-Verkauf der handwerklichen Gegenstände errichtet, die vom Bastelkreis hergestellt worden waren und nun auf neue Besitzer warteten.
Nach dem von Peter Lange sehr schön geleiteten Saal mit der wunderschönen musikalischen Untermalung von Irina und Rumi Hornung ging es zum Mittagessen in den festlich geschmückten Klubraum.
Kurz nach 14:00 Uhr fanden wir uns wieder im Gemeindesaal ein, um uns auf den Vortrag von Dr. Jakob Eisler mit dem Lied »Freuet euch der schönen Erde« einzustimmen. Der bebilderte und emotional sehr berührende Vortrag handelte von Friedrich Lange und seiner Passion für das Fotografieren. Sehr schön war die Entwicklung der Siedlung in Haifa nachzuvollziehen, und gerade für Außenstehende oder Neulinge wie mich war der Vortrag über die erste Templerkolonie ein sehr greifbares Zeugnis der Geschichte. Es ließen sich der Heldenmut und Pioniergeist der ersten Siedler sehr gut nachfühlen und dank der fesselnden Stimme von Dr. Jakob Eisler fühlte ich mich für einen Moment wie in Palästina.
Eine gesellige Kaffeetafel bildete den gelungenen Abschluss eines für mich unvergesslichen ersten Tempelgründungstages, der so voller Herzenswärme war, dass ich wünschte, er würde sich jeden Tag wiederholen.
Pedro Lourenzo
Freitagabendtreff - Im Schatten der Mauer
Es war ein bewegender und bedrückender Abend, an dem Heinrich Becker von seiner Reise mit dem Fahrrad quer durch das »Heilige Land« berichtete, von Hebron im Süden bis Kalkilya im Norden durch die Palästinensergebiete. Von einem lebensfähigen Staat zu reden, vebietet sich schon beim Blick auf die Landkarte. Wie ein Flickenteppich oder wie Inseln im weiten Meer der von Israel beherrschten Gebiete liegen die palästinensischen Städte und Dörfer verstreut auf der Westbank, zerrissen und getrennt durch die Grenzmauer, die aber nicht dem völkerrechtlichen Grenzverlauf folgt, zerstückelt durch die zahlreichen neuen Straßen, die - wiederum geschützt durch Zäune und Mauern - die (zumeist illegalen) israelischen »Siedlungen« miteinander verbinden, die ungezügelt auf den Hügeln Judäas und Samarias wuchern.
Heinrich Becker machte deutlich, dass das Wort »Siedlung« arg beschönigend ist, handele es sich doch teilweise um ausgewachsene Kleinstädte mit mehr als 20.000 Einwohnern, die zudem problemlos an die israelische Wasserversorgung angeschlossen sind, während die Bewohner der dazwischen liegenden palästinensischen Dörfer froh sein können, wenn regelmäßig der Tankwagen mit Trinkwasser kommt. Und selbst wenn man schon einmal die Mauer aus der Nähe gesehen hat, so ist doch deren Anblick jedes Mal aufs Neue erschütternd. So waren es vor allem die von Heinrich Becker gezeigten eindrücklichen Bilder, die betroffen machten.
Er berichtete zudem von zahlreichen Begegnungen mit gastfreundlichen Palästinensern, die trotz aller Schikane versuchen, ihr Leben zu meistern und dabei am Ziel eines friedlichen Miteinanders festzuhalten. Wie etwa der Landwirt aus der Gegend von Nahhalin bei Betlehem, der seit vielen Jahren sein Land zäh gegen Übergriffe und Besetzungsversuche durch israelische Siedler verteidigt, indem er Fortbildungskurse und Friedenscamps auf seinem Hof durchführt. Auf einem Schild an der Einfahrt zu seinem Gelände ist zu lesen: »Wir weigern uns Feinde zu sein«. Wir sind Heinrich Becker dankbar, dass er uns einen differenzierten und realistischen Blick auf die Verhältnisse in den Palästinensergebieten gegeben hat.
Jörg Klingbeil
Heinrich Becker stellte den Erlös der Spendensammlung (109 Euro) der Schule »Talitha Kumi«, Beit Jala zur Verfügung.
Freitagabendtreff - Templersiedlungen im Heiligen Land
Vortrag von Dr. Danny Goldman (Israel)
Wer in den vergangenen Jahren und Monaten die ehemaligen Templerkolonien in Israel besuchte, war über den guten Zustand vieler oft über 150 Jahre alten Häuser und Straßen und Gartenanlagen überrascht. Man sah: Es war in jüngerer Zeit durch eine umfangreiche Renovierung der Gebäude und städtebaulichen Anlagen viel zur Erhaltung der Kolonien getan worden.
Das Denkmalschutzgesetz des Staates Israel von 1991 hat dies möglich gemacht. Dieses Gesetz verpflichtet den israelischen Staat und die Kommunen, historisch bedeutsame Gebäude und Gebäudeensembles, die von bedeutenden Architekten geplant und erstellt wurden und typisch und wichtig für das Land sind, zu erhalten und zu restaurieren. Der israelische Historiker und Architekt Dr. Danny Goldman hat uns am 22. September 2010 im Gemeindehaus in einem interessanten Bildervortrag die überaus positiven Auswirkungen dieses Gesetzes auf den Erhalt der früheren Templerkolonien im ehemaligen Palästina aufgezeigt. Es gelang, die israelischen Behörden davon zu überzeugen, dass die gesetzlichen Voraussetzungen von den Templerkolonien erfüllt wurden.
Am Beispiel der Kolonien in Haifa, Sarona und Jaffa schilderte er seinen Zuhörern den immensen planerischen, technischen und finanziellen Aufwand, der zur Durchführung des Vorhabens notwendig war. In der Kolonie Haifa sind inzwischen über 50 Gebäude renoviert worden, darunter das Gemeindehaus, in dem heute das städtische Museum von Haifa untergebracht ist. Die Koloniestraße (heute Ben Gurion Avenue) wurde mit breiten Fußgängerwegen, Olivenbäumen und Natursteinmauern erneuert und mit der ebenfalls neu gestalteten Gartenanlage des Bahai-Tempels zu einer städtebaulichen Einheit verbunden. Geschäfte, Hotels und Restaurants haben sich in der Straße angesiedelt So ist ein neues attraktives Stadtzentrum entstanden, das von Einheimischen und Touristen rege besucht wird. In Sarona ist die Restaurierung der Häuser in vollem Gange. Der Weinkeller wird derzeit wieder hergestellt.
Fünf Templerhäuser, darunter das Gemeindehaus, mussten der Verbreiterung einer Hauptverkehrsstraße weichen. Sie wurden nicht abgerissen, sondern unter hohem finanziellen Aufwand um ca. 35 Meter versetzt, eine technische Meisterleistung. Auch in Jaffa ist die Restaurierung zahlreicher Templerhäuser in vollem Gang. Am Wieland'schen Anwesen sind die Arbeiten bereits abgeschlossen, gemeinsam mit dem benachbarten ebenfalls renovierten ehemaligen Bahnhofsgebäude ist ein prächtiges Gebäudeensemble entstanden.
Dr. Goldman hat uns in lebendigen Worten und mit eindrucksvollen Bildern diese Erfolgsgeschichte der israelischen Denkmalschutzbehörden vorgetragen. Er berichtete aber auch über die mannigfaltigen Schwierigkeiten, mit denen alle Beteiligten zu kämpfen hatten. Er hielt seinen Vortrag in englischer Sprache, die gezeigten Bilder mit Titeln in deutscher Sprache halfen aber, eventuelle Sprachbarrieren zu überwinden.
Eberhard Bitzer
Rückblick Mitgliederversammlung
Zur diesjährigen Mitgliederversammlung, die am Vortag des Dankfestes durchgeführt wurde, konnte Gebietsleiter Wolfgang Blaich 47 erschienene bzw. durch Vollmacht vertretene Mitglieder begrüßen, außerdem den aus Australien angereisten Tempelvorsteher, Dr. Rolf Beilharz, der anschließend die Grüße der australischen Schwestergemeinden überbrachte und über die dortige Entwicklung berichtete. Fünf Mitglieder der TGD sind seit der letzten Mitgliederversammlung verstorben; zwei neue Mitglieder (Pedro Lourenzo und Frieder Hammer) sind eingetreten, die sich der Versammlung vorstellten. Die TGD hat nun 140 Mitglieder. Der Rechnungsbericht wurde von Ludwig Beilharz erläutert, der insbesondere auf den deutlichen Rückgang bei Mitgliedsbeiträgen und Spenden hinwies; die Rechnungsprüfung durch Ulrich Bez ergab keine Mängel. Im Anschluss an die Berichterstattung über die einzelnen Aufgabenbereiche (siehe auch schriftliche Kurzberichte als Anlage der Einladung zur Mitgliederversammlung) wurde die Gebietsleitung einstimmig entlastet. In die Gebietsleitung wurden neu bzw. wieder gewählt (in alphabetischer Reihenfolge): Ludwig Beilharz, Jürgen Henker, Karin Klingbeil, Kerstin Kloß, Jörg Struve und Sven Wessner (Anmerkung: Der Gebietsleitung gehören außerdem kraft Amtes die stellvertretende Gebietsleiterin Dr. Brigitte Hoffmann sowie der Gemeindeleiter Jörg Klingbeil an). Mit einem Dank an die ausgeschiedenen Funktionsträger und an alle Helfer vor und hinter den Kulissen des Gemeindelebens schloss Wolfgang Blaich die Mitgliederversammlung.
Jörg Klingbeil
Rückblick aufs Dankfest
Es war ein herrlicher Tag für unsere Gemeinschaft - gesegnet mit sonnigem, mildem Herbstwetter und bereichert durch den Besuch vieler Templerfreunde - unter ihnen unser gemeinsamer Tempelvorsteher von TGD und TSA Dr. Rolf Beilharz. Entgegen dem sonst feststellbaren Trend der rückläufigen Teilnehmerzahlen war der Besuch des Festtages diesmal stärker als im Vorjahr. Für mich bedeutete dies die Erkenntnis, dass das traditionelle Templer-Dankfest, wie in allen Zeiten zuvor, auch heute noch eine besondere Anziehungskraft auf uns ausübt.
Für mich, der ich seit vielen Jahren erstmals keine Aufgaben für den Festablauf übernommen hatte, war es wie ein Wunder, dass alles reibungslos ablief, was nach meiner Einschätzung immer ein gehöriges Maß an Planung und Vorarbeit, auch mit damit verbundenem Misslingen, bedeutet - und an der Bereitschaft der Helfer, eine Aufgabe zu übernehmen. Ich kann mich auch an kaum ein anderes Dankfest erinnern, an dem die Gaben aus Feld und Garten so wunderschön dekorativ auf der Saalbühne aufgebaut waren, einschließlich der bunten Blumengebinde, die auf Flügel und am Sprechpult standen und schon allein für sich unseren Dank an den Schöpfer der Welt wert waren.
Nach den Grußworten des Tempelvorstehers legte Gemeindeleiter Jörg Klingbeil die Worte des Gleichnisses vom Großen Festmahl aus und fand eindrückliche und tiefsinnige Gedanken über das gemeinschaftliche Essen, dem Jesus von Nazareth die Bedeutung von Brüderlichkeit unter den Menschen zugemessen hatte. Umrahmt und durchwoben waren diese Wortbeiträge von gemeinsamen Liedern und von Rumi Hornungs meisterlichen Klängen am Klavier.
Sehr erfreut war ich auch, dass unsere neuen Mitglieder Pedro Lourenzo und Frieder Hammer mit passenden Worten der Gemeinde vorgestellt wurden und dass am Schluss der Vormittagsfeier Annelore Ramsayer für ihre 20-jährige Tätigkeit für die TGD ein hochverdienter Dank ausgesprochen wurde. Allen neu in unsere Gemeinschaft eingetretenen Freunde sollten wir auch in der kommenden Zeit unsere besondere Aufmerksamkeit schenken und ihnen ein »Heimatgefühl« vermitteln.
Eine hohe Anerkennung verdienen diejenigen, die sich unter Anleitung von Karin Klingbeil und Ingrid Lange zur Zubereitung und dem Auftragen des gemeinsamen Mittagessens zur Verfügung gestellt hatten. Wo gibt es das denn sonst, dass aus einer relativ kleinen Teeküche eine wohlschmeckende Mahlzeit mit Nachtisch für über 70 Personen zu 5 Euro serviert wird?! Petrus sei Dank, dass er uns gestattete, auch auf der Terrasse Tische aufzustellen, da sonst die Plätze nicht ausgereicht hätten und wir im Saal aufwändige Umstuhlung hätten vornehmen müssen.
Der Planungskreis fürs Gemeindeleben hatte für den Nachmittag ein Offenes Singen im Saal eingeplant. Würden die Besucher diese neue Idee wohl annehmen oder lieber auf der Terrasse sitzen bleiben? Der Versuch gelang, denn nahezu alle Anwesenden folgten dem Ruf nach unten und sangen zu den von Stephen Blaich angesagten und vorgestellten Liedern - in zum Teil verändertem Rhythmus oder als Kanon - mit ungeahnt kräftiger Stimme mit. Ich denke, dass der Kantor mit seinem »Chor« sehr zufrieden sein konnte. Es ist eine alte Weisheit, dass gemeinsames Singen innere Spannungen löst und eine immer wieder neue Herausforderung an unser Gefühlsleben bedeutet.
Für mich bleibt als ein kennzeichnender Eindruck vom Dankfest-Sonntag, dass unsere Schar der Senioren in der Gemeinde durchmischt war von zahlreichen »jüngeren Semestern«. Wir stehen in einer Zeit des Übergangs unserer Gemeinde vom »Palästina-Zuschnitt« zur »neu erlebten Gemeinschaft«. Alte wie neu Hinzugekommene sollten diese Herausforderung für eine gemeinsame Zukunft annehmen und so gut wie möglich mitgestalten. Einige »Probeübungen« dazu stehen uns ja noch bevor.
Peter Lange
Freitagabendtreff - Eine Abendveranstaltung mit Dr. Erös
»Nichts ist gut in Afghanistan!«
Margot Käßmann sprach vermutlich Dr. Reinhard Erös, dem ehemaligen Oberstarzt der Bundeswehr, aus der Seele, als sie in ihrer Neujahrsansprache konstatierte: Nichts ist gut in Afghanistan. Zum selben Urteil mussten auch die zahlreichen Zuhörer des -mit Diskussion- knapp dreistündigen Vortrags von Dr. Erös kommen. Er war zusammen mit seiner Frau aus Bayern gekommen, um im Templersaal ausgesprochen lebhaft und engagiert seine Sicht der Dinge zu schildern.
Seine Zahlen und Fakten klangen auch für den militärischen Laien plausibel und zugleich verstörend: Trotz 700 Milliarden US-Dollar Kosten für den Afghanistan-Krieg sei die Bundeswehr miserabel vorbereitet. Ihre Einsatzkräfte seien immer nur wenige Wochen im Land, zu wenig, um die Sprache und Menschen kennen zu lernen. Sie verschanzten sich in ihren festungsartigen Lagern, gepanzerten Fahrzeugen und Hubschraubern und blieben für die Bewohner "unsichtbar".
Das Hilfswerk, das Dr. Erös aufgebaut hat, will dem Fundamentalismus, wie er insbesondere durch die zahlreichen Koranschulen in Pakistan verbreitet wird, eine solide Bildung entgegensetzen. Alle Einrichtungen werden von Afghanen gebaut und betrieben. Die Finanzierung erfolgt nur aus privaten Spenden. Auf den Einsatz hoch bezahlter westlicher Spezialisten wird bewusst verzichtet. Die Spenden erreichen direkt Kinder und Familien. An den Schulen haben auch Mädchen die Möglichkeit gut ausgebildet zu werden, z.B. durch Schneider-, Computer-Kurse etc.
An einen Erfolg der NATO in Afghanistan glaubt Dr. Erös schon lange nicht mehr, weil die falschen Prioritäten gesetzt würden. Statt unsinnig viel Geld in einen hochtechnisierten Feldzug in einem bitterarmen Bauernland mit einer korrupten Oberschicht zu stecken, wäre es sinnvoller gewesen, den Koranschulen durch gute staatliche Bildungseinrichtungen das Wasser abzugraben.
»Stattdessen«, so das resignierende Fazit von Dr. Erös, »warten wir, bis die radikalisierten Jungs 18 Jahre alt sind, dann erschießen wir sie.«
Renate Pfau
Freitagabendtreff - Mit einer »Ulmer Schachtel« unterwegs
Bilder und Berichte einer wagemutigen Fahrt donauabwärts
Nach dem Ende des Studiums und dem Abitur, fand sich Zeit für ein Freizeit-Unternehmen: Christine und Tim wollten sich eine Ulmer Schachtel bauen und damit die Donau befahren. Und siehe da, das taten sie dann auch. Wie das vonstatten ging, welche Schwierigkeiten auftauchten und welche schönen Erlebnisse Christine, Tim und später auch Tims Bruder Ben machten, ließen wir uns im Saal von den Dreien erzählen. Christine und Tim kamen mit Laptop und Beamer und erzählten uns, die wir etwa zu dreißig gekommen waren, was unter einer Ulmer Schachtel zu verstehen ist und wie der Bau ihrer Ulmer Schachtel »Lotta« zustande kam.
Ulmer Schachteln sind Zillen, bis zu 30 Meter lange Boote, die seit dem Mittelalter mit Stangen bzw. Ruderblättern gelenkt auf der Donau flussabwärts trieben. Die damals nach ihrem Bestimmungsort »Wiener Zillen« genannten Boote dienten zur Passagier- oder Warenbeförderung. Wegen des oft niedrigen Wasserstandes an der oberen Donau hatten die Zillen statt eines Kiels einen flachen Boden. Der Name der Ulmer Schachtel stammt jedoch erst aus dem 19. Jahrhundert und beruht darauf, dass diese Zillen in Ulm gebaut wurden und die Stadtfarben, ein schwarz-weißes Streifenmuster, trugen.
Flacher Kiel? Schwarz-weiß gestreift? Im Ulmer Raum gebaut? Die Lotta darf sich eine Ulmer Schachtel nennen. Ohne wirkliche Baupläne, nach eigenen Berechnungen und mit Hilfe und Werkzeugen von Tim und Bens Vater entstand die Lotta in einem Kornspeicher. Nach abenteuerlichem Transport hinaus auf die Donau wurde die Lotta sofort zu Wasser gelassen. Und siehe da, sie schwamm - auch wenn doch hin und wieder ein wenig Wasser geschöpft werden musste. Sogleich mit Sack und Pack beladen, ging's los. Sechs Wochen auf der Donau.
Aufgrund der später so zahlreich vorhandenen Schleusen war die Fließgeschwindigkeit sehr viel anders als erwartet. Mal so langsam bis gar nicht vor den Schleusen oder bei Gegenwind, so dass auch die Walhalla auf ihrem Berg thronend den ganzen Tag Zeit hatte, Christine und Tim beim Rudern zuzuschauen. Oder mal so schnell, dass es unmöglich war anzulegen und die kleine Lotta nur so über die Donau schoss.
Wir kamen in den Genuss von herrlichen Sonnenuntergängen, Bildern von Inseln oder von einsamen Nebenarmen der Donau. Wir sahen imposante Schleusen, durch welche die kleine schwarz-weiß gestreifte Lotta unvermeidlich hindurch musste, wenn sie weiter wollte weiter vorbei an großen Ausflugsschiffen, imposanten Frachtschiffen oder kleineren unheimlich viele Wellen produzierenden Motorbooten. Wir hörten von winkenden Menschen, Menschen, die Freude an der Ulmer Schachtel zeigten, von gastfreundlichen und hilfsbereiten Menschen, ohne welche die Lotta nun nicht sicher im ungarischen Baja, dem Etappenziel, liegen würde. Es war ein unterhaltsamer Abend, der im oberen Raum bei Kerzenschein und Knabbergebäck in gemütlicher Runde einen schönen Ausklang fand. Wir sind schon gespannt auf weitere Unternehmungen der Lotta und freuen uns auf ein nächstes Mal!
Inga Reck
Tagesausflug Sensapolis
Wir haben uns am 13. November 2010 morgens auf dem Parkplatz der TG getroffen und uns auf 3 verschiedene Autos verteilt. Und dann, als wir am Sensapolis ankamen, mussten wir noch warten. Dann kamen wir rein. Innen konnte man rutschen, klettern, ins Schloss und in ein Raumschiff gehen. Am besten fand ich den Rollstuhlparcours. Und was ich auch noch gut fand, war der Raum mit den optischen Täuschungen. Mittags durften wir uns aussuchen, was wir essen und trinken wollten. Ich habe Cola und Salamipizza genommen. Es gab auch noch ein Geschenk. Es war ein toller Ausflug.
Josephin Kloß
Nikolausmarkt in Degerloch
Der 4. Dezember brachte eisiges Wetter - aber wenigstens keine größeren Niederschläge, besonders keinen Regen! Im Laufe des Tages kam sogar die Sonne heraus und erzeugte so eine wunderschöne advent-winterliche Atmosphäre. Immer mehr Stände kommen der Bitte des Bezirksrathauses nach und schmücken ihren Stand aus - seit letztem Jahr werden die drei schönsten von einer Jury prämiert. Nachdem wir im letzten Jahr schon den 2. Platz belegt hatten, war der Ehrgeiz, den 1. zu ergattern, geweckt. Thilo Hornung hatte im Vorfeld nochmals Hand angelegt, um mit weiteren Seitenteilen die Gesamterscheinung zu verschönern - bei der Gelegenheit wurde die gesamte Konstruktion verstärkt, damit sie auch weitere Jahre noch auf- und abgebaut werden kann. Gridle Lange legte sich mit der Außendekoration ins Zeug und unser vielfältiges Angebot mit den vielen Bastel-Ideen von Rumi Hornung und Sigrid Struve taten ein Übriges. Wir hatten noch kaum unser Angebot ausgelegt, als schon Bezirksvorsteherin Frau Kunath-Scheffold an unseren Stand kam und uns zum 1. Preis gratulierte! Auch unser Verkauf lief gut, es kamen wieder etliche "Stammkunden", auch Gemeindemitglieder, so dass wir nur zwischendurch merkten, wie kalt es war (den ganzen Tag über ca. -4°). 630 Euro waren die Umsatz-Bilanz dieses Tages, worauf wir durchaus stolz sein können, wie wir meinen. Im nächsten Jahr würden wir uns über weitere Auf- und Abbauhelfer freuen!
Karin Klingbeil
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