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Die Warte des Tempels

Monatsschrift für offenes Christentum

Ausgabe 165/5 - Mai 2009


Was macht den Erfolg einer Religion aus?

Spannungsfeld "Tradition" vs. "Veränderung"

In der Wochenschrift »Die Zeit« erschien am 12.02.2009 unter dem etwas irreführenden Titel »Der angepasste Glaube« ein Artikel (korrekt: eine Statistik mit Ausdeutung und ein Interview) zu dieser Frage.

Der Autor, Richard Sosis, ist amerikanischer Jude, Religionsanthropologe an der University of Connecticut und zeitweise an der hebräischen Universität in Jerusalem. Er untersuchte 200 "weltliche" (anarchistische, sozialreformerische) und religiöse Kommunen, die im 19. Jahrhundert in den USA entstanden waren, und stellte fest, dass die weltlichen im Höchstfall 40 Jahre bestanden, meist wesentlich kürzer, während von den religiösen immerhin 20% auch nach 80 Jahren noch Bestand hatten. Die religiösen entwickelten eine deutlich stärkere Bindungskraft.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt er bei einer Untersuchung von 280 israelischen Kibbuzim, allerdings nach einem anderen Kriterium: die religiösen wirtschafteten deutlich erfolgreicher. Das ist umso erstaunlicher, als die Kibbuz-Idee ursprünglich (ab Ende des 19. Jahrhunderts) aus dem eigentlich areligiösen, wenn nicht antireligiösen Zionismus stammt. Sosis Erklärung: der gemeinsame Glaube führte zu einer stärkeren Identifikation mit der Gemeinschaft, zu mehr Solidarität und besserer Zusammenarbeit. Religion ist also von der kulturellen Evolution her gesehen ein Überlebensvorteil.

In dem ergänzenden Interview geht es zunächst um eine weitere These von Sosis: je stärker eine Gemeinschaft das Leben ihrer Anhänger reglementiert - z.B. Verbot bestimmter Nahrungs- und Genussmittel, Kleidung, Gebets- und Fastenzeiten-, desto dauerhafter ist sie. Ergänzend schwingt noch mit: je mehr sie das mit festen Ritualen verknüpft - z.B. feste Gottesdienstformen, Prozessionen, Ornat der Priester, Symbole. Beides stärkt Gemeinschaftssinn und Zusammenhalt (Ergänzung von mir: und stärkt das Profil gegenüber der Außenwelt).

Da der Frager, Ulrich Schnabel, auf Konkretisierung drängt, macht sich das Gespräch immer wieder an der katholischen Kirche fest, wobei Sosis selbst sofort einschränkt, Religion und Religionsentwicklung sei viel zu komplex, um sich von nur einem Aspekt her erfassen zu lassen. Trotzdem ist für ihn die katholische Kirche eine Erfolgsgeschichte ohne Beispiel: sie besteht seit fast 2.000 Jahren und umfasst heute über eine Milliarde Gläubige, ein Sechstel der Weltbevölkerung.

Schnabel stellt die Frage, ob unter diesem Gesichtspunkt das 2. Vatikanische Konzil (1962 bis 1965; Johannes XXIII., dann Paul VI.) nicht ein Fehler gewesen sei? Diese Beschlüsse - Erneuerung der Liturgie, Aufwertung von Bischöfen (gegenüber dem Vatikan) und Laien, Öffnung gegenüber anderen Konfessionen und Religionen, vor allem dem Judentum - erschienen und erscheinen vielen Katholiken und allen Nichtkatholiken als eine längst fällige Befreiung; aber sie widersprechen fast durchweg dem, was Sosis für wichtig erklärt für den Erhalt einer Religion. Ob sie auf lange Sicht dem Katholizismus schaden oder nutzen, wurde im Gespräch nicht vertieft, es lässt sich auch nach nur 25 Jahren kaum beurteilen.

Aber es führte im Gespräch zu einer weiteren interessanten Frage: muss eine Religion, um sich zu bewahren, möglichst unbeirrt an ihrer Tradition - ihrer Wahrheit - festhalten, oder muss sie sich dem Zeitgeist anpassen - anders ausgedrückt: sich neuen Erkenntnissen (z.B. Evolutionslehre, historisch-kritische Erforschung ihrer heiligen Schriften) öffnen?

Sosis Antwort: sie muss den schwierigen Spagat zwischen beidem versuchen, aber so, dass die Gläubigen es möglichst nicht merken. Sein Rat: an den "heiligen" Schriften und Riten festhalten, aber ihre Deutung allmählich verändern. Das ist im übrigen das, was die meisten Kirchen in stärkerem oder geringerem Maß heute tun.

Die katholische Kirche ist ein Musterbeispiel für das Beharren. Für die Rehabilitation Galileis ließ sie sich fast vier Jahrhunderte Zeit (1992), für die (meines Wissen nie explizit) erfolgte Anerkennung der Evolutionslehre immerhin fast eines. Das hat ihr viel Kritik der Gebildeten eingetragen, aber ihr Wachstum nicht behindert. Heute halten die meisten Katholiken (zumindest in Europa) die nur auf der Tradition beruhenden Entscheidungen des Papstes zu Empfängnisverhütung oder Zölibat für falsch, aber sie treten noch lange nicht aus ihrer Kirche aus. Ist das ein "Erfolg"?

Und damit bin ich bei dem Punkt um dessentwillen ich diesen Artikel schreibe. Sosis' Statistiken und Thesen gehen uns, die Tempelgesellschaft, sehr direkt an. Wir sind und tun in fast allen Punkten genau das Gegenteil von dem, was er für überlebenswichtig für eine Religionsgemeinschaft hält. Wir haben keine verbindlichen Dogmen und fast keine festen Riten und Symbole, wir reglementieren das Leben der Mitglieder so gut wie gar nicht; wir haben uns in 150 Jahren extrem gewandelt: wir arbeiten zwar intensiv mit unserer "heiligen Schrift", aber wir stellen viele Aussagen darin radikal in Frage und das nicht allmählich und unauffällig, sondern offen vor und mit den "Gläubigen". Und wir kämpfen um unser Überleben. Es kann durchaus sein, dass es uns in 50 Jahren nicht mehr gibt.

Hat Sosis recht?

Statistisch gesehen auf jeden Fall, und auch seine Deutung der Statistik wirkt überzeugend. Es bleiben zwei gewichtige Einwände - auf den einen weist er selbst hin, s.o.

  • In fast jedem Einzelfall spielten äußere Umstände eine wichtige Rolle.

Drei Beispiele:

1 - Wenn eine Religion Staatsreligion wurde (Buddhismus in Indien Ashokas im 3. Jahrhundert; Christentum unter Konstantin; Islam, der geistliche und weltliche Herrschaft nicht trennte, sowieso), dann beförderte das ihre Verbreitung und Erhaltung ungemein.

2 - Das Judentum hat sich noch länger erhalten als die katholische Kirche, und das sogar in der Zerstreuung, seit 135 n.Chr. ohne ein Zentrum. Der Erwählungsglaube und die Messiashoffnung stärkten den inneren Zusammenhalt, die Reinheitsgebote der Thora machten eine engere Berührung mit der andersgläubigen Umgebung praktisch unmöglich. Die seit dem 10. Jahrhundert wachsende Feindschaft der christlichen Umgebung verstärkte die Abschottung.

3 - Bei der TG zeigt sich derselbe Effekt: die Isolierung in einer zwar nicht feindlichen, aber fremden muslimischen Umgebung verstärkte den Zusammenhalt. Nach dem Verlust der Kolonien ließ er deutlich nach.

  • Ausbreitung und Erhalt einer Religion hängt auch davon ab, ob das, was sie verkündet, verheißt, "bietet", dem Bedürfnis der Menschen, vieler Menschen der Zeit entspricht. Das 2. und 3. Jahrhundert n.Chr. - die Zeit, in der sich das Christentum rasant ausbreitete -, war eine Zeit des Niedergangs des römischen Reiches. Schwere Abwehrkämpfe an allen Grenzen, Aufstände, laufende Steuererhöhungen, laufende Geldverschlechterung, wirtschaftlicher Niedergang - Elend und Unsicherheit machten die Menschen empfänglich für ein Erlösungsangebot. Auch andere Erlösungsreligionen hatten Konjunktur. Was das Christentum ihnen überlegen machte, zeigt ein interessantes Detail: Kaiser Julian Apostata (= der Abtrünnige, Neffe Konstantins, 361-63 n.Chr.) wollte wieder die heidnische Götterverehrung zur Staatsreligion machen, und um sie zu stärken, verordnete er ihr zwei dem Christentum entlehnte Neuerungen: eine Hierarchie, wie sie sich inzwischen dort herausgebildet hatte (Bischöfe, Erzbischöfe, Synoden, Papst) - die Organisation bedeutete Macht; und die Gemeindebildung mit ihrer sozialen Fürsorge für die Bedürftigen - etwas für die Antike völlig Neues. Der Versuch scheiterte, aber er zeigt, worin der Kaiser - wohl zu Recht - die Stärken der neuen Religion sah.

Mein zweiter Einwand gegen Sosis' Argumentation: nach welchen Kriterien misst man den Erfolg einer Religion? Er wählt Größe und Dauer der Organisation; sicher weil es die einzigen sind, die sich statistisch erfassen und vergleichen lassen. Und sicher wird jede organisierte Religion nach beiden streben. Danach wären wir weitgehend Versager; nach der Größe sowieso, nach der Dauer nur bedingt - auf immerhin fast 150 Jahre Dauer haben wir es ja gebracht.

Gibt es andere Kriterien?

Inhalt und Wahrheit der Religionen lassen sich nicht messen und nicht vergleichen. Jede Religion hat ihre eigene Wahrheit. Ich kann also nur fragen: was ist mein, unser wichtigstes Kriterium?

Zur Verdeutlichung der Vergleich: in einem vor einem halben Jahr erschienen neuen Buch über die seit 2005 zugänglichen Dokumente aus den Archiven des Vatikans aus der Zeit zwischen 1927 und 1939 wird sehr deutlich, worin die katholische Kirche in dieser Zeit der verbrecherischen Diktaturen das oberste Kriterium ihres Handelns sah: möglichst vielen möglichst allen Katholiken den Weg zur Kirche und ihren Sakramenten offenzuhalten, um dadurch ihr Seelenheil zu retten – daher auch ihr Schweigen zu den Verbrechen des Dritten Reichs. Das erstere ist ihr weitgehend gelungen. Ob sie dadurch das Seelenheil ihrer Gläubigen gerettet hat, kann kein Mensch wissen. Das fällt in die Kategorie der religiösen Wahrheit, die jede Gemeinschaft nur für sich selbst bestimmen kann.

Was ist unsere Wahrheit?

Zum einen, den Weg zu finden und nach Möglichkeit zu vermitteln, wie wir das, was wir glauben, ehrlich in Einklang bringen können mit dem, was wir real erfahren, an uns selbst, in der Gemeinschaft, in der Welt; wie wir einem Gott vertrauen können, der unser Begreifen weit übersteigt; wie wir in unserem Leben einen Sinn finden können, den wir oft im Augenblick nicht erkennen, wie wir ehrlich umgehen mit unserer Tradition und unseren Quellen - praktisch: der Bibel - von denen wir wissen, wie frag-würdig sie sind, und die wir doch brauchen zur Identifikation, zur immer neuen Auslegung und Auseinandersetzung. Das ist, nach Sosis, wohl einer der Gründe, warum wir nicht viele neue Mitglieder gewinnen. Der Zustrom zu den evangelikalen Gemeinschaften zeigt, dass viele von denen, die überhaupt religiös empfinden, eine Sicherheit und Geborgenheit suchen, die nur ein unhinterfragter Glaube geben kann. Wir können und wollen diesen Weg trotzdem nicht aufgeben, weil das unserem Selbstverständnis widersprechen würde, weil unsere Mitglieder das nicht akzeptieren würden; weil wir glauben, dass er gut und notwendig ist.

Mein zweites Kriterium ist das, was sich aus unserem Gründungsmythos herleitet und was ich schon oft so zu beschreiben versucht habe: nach unserem begrenzten Vermögen dazu beizutragen, dass die Welt an einem begrenzten Ort, auf eine wahrscheinlich begrenzte Zeit, ein wenig Reich-Gottes-ähnlicher wird: mit mehr Solidarität statt Eigennutz, mehr Verständnisbereitschaft statt Ablehnung, mehr Einsatzbereitschaft statt Bequemlichkeit. Das ist unspektakulär. Es gilt nicht nur für uns sondern auch für viele andere christliche und nichtchristliche Gruppen und taugt daher wenig zur Identifikation. Aber genau das bedeutet eine große Chance, nicht für uns, aber für die Welt.

Das sind Kriterien, die in keine Erfolgsstatistik eingehen können. Da wir sie für gut und notwendig halten, halten wir trotzdem daran fest und vertrauen darauf, dass sie weiter wirken, auch wenn es uns nicht mehr gibt.

Brigitte Hoffmann


BIBELWORTE - NÄHER BETRACHTET

Das Leben der Gemeinde

»Hasst das Böse, hängt dem Guten an. Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. ... Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet. ... Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden. Seid eines Sinnes untereinander.«

Wenn wir Paulus - den großen Heidenapostel, der die Jesus-Religion ins Abendland brachte - als einen Botschafter charakterisieren, der Jesus gar nicht persönlich gekannt hatte und deshalb dessen ethische Forderungen in seiner Mission auch nicht überzeugend vertreten konnte, werden wir mit manchen Stellen in seinen Apostelbriefen, z.B. mit dieser aus dem Römerbrief (12,9-21), eines Besseren belehrt. Kommt hier nicht eindrucksvoll die innere Haltung zum Ausdruck, wie sie Jesus von Nazareth so oft gepredigt und auch vorgelebt hat?

Es ist ein Wort an die Gemeinde. Paulus hat auf seinen Reisen zahlreiche christliche Gemeinden gegründet. Er wollte diesen Gemeinden denjenigen Geist einpflanzen, der die Menschen im Bewusstsein ihres Lebens unter einem liebenden Vatergott zu neuer Geschwisterlichkeit anleiten sollte. Es ging ihm letzten Endes um die Umsetzung der gepredigten Jesus-Weisungen in das alltägliche Leben. Es ging ihm darum, wie unsere menschlichen Schwächen in den Beziehungen zu unseren Mitmenschen überwunden und unsere Selbstsucht in eine verständnisvolle Hinwendung zu den anderen gewandelt werden könnten.

»Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich« - bedeutet das nicht, dass wir in unseren Beziehungen zum Mitmenschen auch das Herz mitsprechen lassen? Wir können es doch sehr gut herausspüren, wenn aus dem, was wir von anderer Seite erfahren, mehr das gesellschaftlich Übliche als das aus dem Herzen Kommende spricht. Wenn wir bei Anderen vielleicht die Herzlichkeit vermissen, sollten wir uns dann nicht dahingehend überprüfen, wie wir selbst auf Andere wirken?

Es ist es wert, dass wir die angegebene Stelle im Römerbrief in voller Länge lesen und verinnerlichen. Dort wird nicht nur am Anfang, sondern auch am Schluss das angesprochen, was uns am meisten zu schaffen macht: »Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.« Es sind die vielen Missverständnisse, unüberlegten Worte, Vorwürfe und Verurteilungen in unserem Verkehr miteinander, die "das Böse" erzeugen und oft bleibende Schäden anrichten. In einer christlichen Gemeinde ist es erstes Ziel, dieses Böse zu überwinden.

Wir machen fast täglich die Erfahrung, dass wir unsere Mitmenschen und ihr Handeln nicht verstehen. Und auch, dass die Anderen uns nicht verstehen. Doch sollten wir uns dabei nicht klar machen, dass die Verschiedenartigkeit im Wesen der Menschen etwas unschätzbar Positives ist? Wenn wir das berücksichtigen, werden uns Handlungen und Reaktionen der Anderen nicht aus der Fassung bringen, dann wird es uns leichter fallen, die nötige "Einigkeit im Geist" zu erreichen.

Peter Lange


Yehuda in der Löwengrube

Der ehemalige israelische Soldat Yehuda Shaul wirbt in Hebron, einer Metropole des religiösen Hassens, für den Frieden.

Yehuda Shaul passt nirgendwo hin. Der stämmige junge Mann mit dunklem Bart und dem Outfit der frommen Juden pendelt zwischen Welten, die partout nichts zu verbinden scheint - obwohl sie auf Schritt und Tritt aneinanderstoßen. Yehuda war Soldat. Er stand in der schweren Zeit der Intifada von 2001 bis 2004 ohne Wenn und Aber hinter Israels Armee. Was angeordnet wurde, der Soldat führte es aus; im besetzten Westjordanland und in Hebron, der wohl hasserfülltesten Stadt der Westbank. »Ich hatte keine Zweifel«, sagt der heute 27-Jährige. Yehuda Shaul tat wie befohlen. Da war wenig Spielraum für Fragen. »Ja, ich habe Verbrechen begangen«, sagt Yehuda. Besatzer sei er gewesen, drei Jahre lang. Die Erinnerungen haben sich ihm eingebrannt. Der junge Mann mit der schwarzen Kippa, dem Zeichen der Gottesfurcht, auf dem Kopf, lebt schwer damit. »Eine Uniform kann man zurückgeben, nicht aber das, was ich getan habe.«

Yehuda hat nicht nur nachgedacht. Er hat mit dem Schweige-Kodex des Militärs gebrochen. 2004 gründete er Shovrim Shtika, Breaking the Silence, die Aktion »Das Schweigen brechen«. »Alles, was ich tun konnte, war mit den Kameraden zu reden« - über das Schockierendste; über das, was niemand weiß oder keiner wissen will. Unzählige Gespräche mit israelischen Soldaten in Palästina hat er seither geführt. 600 Interviews dokumentiert und sie in einer Ausstellung veröffentlicht. Im Zentrum steht die banale Alltagswelt. »Ich zeige, wie Besatzung funktioniert«, sagt Shaul. »Wir haben dafür Verantwortung zu übernehmen.«

Shaul setzt Zeichen dafür in Hebron, jener Stadt, die er als Soldat verließ und als Menschenrechtsaktivist neu entdeckte. In Rundgängen bringt er Israelis und Ausländern das Machtgefälle zwischen Siedlern und Palästinensern nahe. Er zeigt die Häuser, deren Eingangstüren von Juden zugeschweißt wurden und die Straßen, die nur von Siedlern und Militärs benutzt werden dürfen.

Solch eine unbequeme Aufklärungsarbeit wird bekämpft. Oft verweigert das Militär den Zugang zur Stadt, denn er störe den öffentlichen Frieden. Vulgär agieren die Siedler. »Verräter«, ruft ein kleines Mädchen Shaul zu. Shaul reagiert nicht mehr. Auch Steinwürfe zwingen ihn nicht mehr zurück ins Schweigen.

Gekürzter Auszug aus »Publik-Forum« Ausgabe Januar 2009

Zusammenstellung: Wolfgang Blaich

In der letzten Ausgabe der »Warte« ging es unter dem Titel »Maestro des Friedens« um den weltbekannten Dirigenten Daniel Barenboim, der sich mit seinem Orchester aus Israelis und Palästinensern für einen dauerhaften Frieden in Nahost einsetzt.


Neue Bücher

Walter Lange, »Der steinige Weg - Die Geschichte einer Tempelgemeinde mennonitischer Herkunft in Russland«, 2009, Lichtzeichen-Verlag Lage, 398 Seiten mit vielen Bildern

Wir dürfen uns freuen, dass acht Jahre nach Erscheinen der TGD-Veröffentlichung »Damals am Kaukasus« nun eine noch ausführlichere Beschreibung der Aufbauarbeit der mennonitischen Templer von Südrussland erschienen ist, und zwar von einem Autor, dessen Eltern noch aktiv mit dieser Siedlungstätigkeit im Nordkaukasus-Gebiet befasst waren. Im Grund genommen müsste es im Untertitel in der Mehrzahl »Geschichte der Tempelgemeinden« heißen, denn der ersten, Tempelhof, folgte eine zweite, Olgino, nach, beidesmal von russlanddeutschen Mennoniten gegründet. Und erfreulicherweise werden vom Verfasser auch die nicht von Mennoniten, sondern von Württembergern errichteten Tempelgemeinden, wie Orbeljanowka und Romanowka, in seinem Buch ausführlich beschrieben und gewürdigt.

Es ist bereits die zweite umfangreiche Dokumentation des Schicksals der Russlanddeutschen (Die erste war: »Das Schicksal der Deutschen in der Sowjetunion«, Lichtzeichen-Verlag), die Dr. Walter Lange, ein Rinderzuchtexperte mit beruflicher Tätigkeit in Russland, der DDR und Kasachstan, in mühsamer Kleinarbeit zusammengestellt hat. Ging es ihm beim ersten Buch um eine Darstellung aller Russlanddeutschen, beschäftigt er sich in der Neuerscheinung hauptsächlich mit den Siedlern mennonitischer Herkunft, die von der Tempelbewegung in Württemberg beeinflusst und getrieben waren.

Ausführlich wird auch beschrieben, wie die völlig selbständig verwalteten Tempelgemeinden sich um eine organisatorische Annäherung an die Zentralverwaltung in Jerusalem bemüht haben, die aber am Ende ergebnislos verlief und zu einer eigenständigen "freireligiösen" Entwicklung (so in Olgino) führte.

Hervorzuheben ist dabei die von Walter Lange vorgenommene Charakterisierung der leitenden Persönlichkeiten wie Johannes und Friedrich Lange (in Tempelhof) und Dietrich Dyck (in Olgino). Wie es überhaupt ein Zug dieses Buches ist, die Familien in ihren Verzweigungen und Verbindungen im Einzelnen zu beschreiben. Die Genealogen werden hier eine reiche Fundgrube an Namen und Daten vorfinden.

Die Neuerscheinung dürfte von vielen Nachkommen ehemaliger Mennoniten-Templern, wie den Gengenbachs, Sawatzkys, Dycks, Langes, Tietzens, Fasts, Schmidts, Arndts, Rempels und Bretschneiders, mit Interesse gelesen werden. Aber auch für die nicht direkt betroffenen Leser ist hier eine gute Quelle zur Vervollständigung ihres Wissens um die Siedlungsgeschichte in Südrussland gegeben. Eine Zeittafel der politischen Ereignisse damals bereichert dieses Wissen noch.

Peter Lange

Das Buch kann beim Verfasser Dr. Walter Lange zum Preis von 15 Euro einschl. Versand bezogen werden.


Aus dem Tagebuch des TGD-Archivs

  • Ein TGD-Mitglied hat unserem Archiv ein Buch übergeben, in dem die Geschichte der Palästina-Templer romanhaft eingeflochten worden ist. Es handelt sich um das 2006 erschienene Diogenes-Taschenbuch »Fontanelle« des Jerusalemer Journalisten und Fernsehmoderators Meir Shalev. Der Autor scheint, vermutlich durch seine Familie (er ist 1948 in Nahalal geboren), sehr gut über das damalige Leben der Deutschen informiert zu sein, denn er beschreibt die Verhältnisse von Haifa, Neuhardthof und Waldheim sehr anschaulich und erwähnt hin und wieder auch Templernamen (zum Beispiel Reinhardt und Wagner). Erstaunlich ist, wie genau er in seinem Glossar die Templer beschreibt:

»Angehörige der Mitte des 19. Jahrhunderts in Württemberg entstandenen Tempelgesellschaft, einer pietistisch inspirierten Gruppierung, die es sich zum Ziel setzte, das Gottesreich im damals unter türkischer Verwaltung stehenden Palästina zu errichten. 1868 begannen sie mit dem Siedlungswerk. Dank ihrer handwerklichen und landwirtschaftlichen Tüchtigkeit und ihrem kaufmännischen, technischen und industriellen Geschick konnten sie bald blühende Kolonien in Palästina gründen, zunächst städtische Wohnviertel in Haifa, Jaffa und jerusalem sowie die landwirtschaftliche Kolonie Sarona bei Jaffa (heute mitten in Tel Aviv gelegen), Anfang des 20. Jahrhunderts dann noch drei landwirtschaftliche Kolonien: Wilhelma (heute Bne Atarot), das galiläische Betlehem und die Nahbarsiedlung Waldheim (heute Alone Abba). Die Einwohner von Waldheim waren zum regulären evangelischen Glauben zurückgekehrt und hatten daher eine Kirche, nicht nur ein Gemeindehaus, wie sonst bei den Templern üblich. Es gab auch ein paar fehlgeschlagene Projekte, wie das im Roman erwähnte Neuhardthof, sowie einige verstreut lebende Familien. Anfangs dienten die rund 3000 Templer den frühen jüdischen Siedlern, die von 1882 an ins Land kamen, in mancher Hinsicht als Vorbild und lieferten den Beweis, dass man als Europäer im Land Israel leben und arbeiten konnte. Später ersetzte jedoch glühender deutschnationaler Patriotismus mehr und mehr den ursprünglich universalistischen Glauben der Templer, und Anfang der dreißiger Jahre begannen sich viele dem Nationalsozialismus zuzuwenden. Deshalb wurden die deutschen Siedler bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs von der englischen Mandatsmacht zunächst interniert, später größtenteils nach Deutschland repatriiert oder nach Australien deportiert. Die letzten Templer mussten bei der Gründung des israelischen Staates das Land verlassen. Heute bestehen noch Gemeinden im Stuttgarter Raum und in Australien. In Israel werden die Reste des christlich-deutschen Siedlungswerks - Häuser, Friedhöfe, öffentliche Gebäude - zunehmend unter Denkmalschutz gestellt und restauriert, in Anerkennung der frühen Siedlungsleistungen dieser Gruppe und in der Einsicht, dass auch dies ein Teil der Landesgeschichte ist.«

  • Friedrich Sawatzky aus Boronia hat dem TGD-Archiv eine CD mit Bildern von Templer-Grabstätten auf dem Friedhof in Ferntree Gully zugehen lassen. Auf diese Weise verfügen wir nun nicht nur über Grabstein-Aufnahmen der Palästina-Zeit (von den jetzt noch existierenden Gräbern in Haifa und Jerusalem), sondern auch über solche aus neuerer Zeit. Wir wollen diese Sammlung noch weiter ausbauen und bitten um Hinweis, falls uns jemand Fotos dieser Art zur Verfügung stellen kann.
  • Nach mehrjähriger mühevoller Forschungsarbeit ist von Dr. Norbert Schwake jetzt ein umfangreiches Werk über den Kriegseinsatz deutscher Soldaten an der Palästinafront im Ersten Weltkrieg erschienen (»Deutsche Soldatengräber in Israel«, Aschendorff Verlag, ISBN 978-3-402-00231-5). Ein Exemplar ist uns als Dank für die vom TGD-Archiv geleistete Unterstützung zugesandt worden. In diesem Buch ist nicht nur eine detaillierte Übersicht über die Einsatzorte und Kampfhandlungen der türkisch-deutschen Armee nachzulesen, sondern auch das Schicksal der dabei ums Leben gekommenen Soldaten und ihrer Grabstätten. Viele Fotos, Dokumente und Kartenskizzen bereichern den Bericht. Die Auswirkungen des Krieges auf die Tempelsiedlungen, die in so vielen Erzählungen der Palästina-Deutschen erwähnt werden, sind nun auch von der militärischen Seite aus gut zu verfolgen. Dem Verfasser darf Dank und Anerkennung für seine ausführliche Darstellung ausgesprochen werden
  • In der Februar-»Warte« berichteten wir vom Abriss der Apotheke Mamlock in der früheren Tempelsiedlung Sarona bei Tel Aviv. Zufällig ist etwa zur gleichen Zeit ein kleines Büchlein über das Leben des jüdischen Apothekers erschienen, der darin wirkte (»Isidor Mamlock, 1877-1970 - Apotheker, Weggefährte Herzls, Pionier der israelischen Pharmazie«). Danach ist dieser in der Nähe von Culm im damaligen Preußen geboren, machte eine Apotheker-Lehre durch und erhielt schon im Alter von 23 Jahren die Approbation zum selbständigen Betreiben einer Apotheke verliehen. Er wollte sich jedoch weiterbilden und begann ein Studium an der Kaiser-Wilhelm-Universität in Straßburg. Dort lernte er den zionistischen Schriftsteller Israel Friedländer kennen, und diese Verbindung sollte ihn für sein weiteres Leben prägen. Er nahm an verschiedenen Zionistenkongressen teil und verfolgte mit Aufmerksamkeit die Pläne, die Theodor Herzl für eine Heimstätte der zerstreuten Juden verbreitete. Längere Zeit führte er in dieser Zeit die Görlitzer Apotheke in Berlin. Dann zog es ihn nach Palästina. Bis 1914 wohnte er in Neve Zedek, der einzigen Ortschaft in der Umgebung von Jaffa, in der damals Juden wohnten (Tel Aviv steckte noch in den Anfängen). Doch die Kriegsjahre musste er wegen eines Einberufungsbefehls wieder in Deutschland verbringen. Erst 1921 kehrte er nach Palästina zurück, dieses Mal für immer. Er fand in der Apotheke des Deutschen Krankenhauses in der Tempelkolonie Jaffa eine leitende Anstellung. Sein fachliches Können und seine deutschen Sprachkenntnisse führten dazu, dass ihm 1924 die Apotheke der Templer in Sarona angetragen wurde. Diese führte er auch noch in der Zeit der Internierung. Ältere Saroner werden sich noch an so manchen Gang in das Apothekergeschäft erinnern, dessen würfelförmiger Bau jetzt leider nur noch in der Erinnerung existiert.
  • Ich möchte meine Archiv-Notiz von April über die Herausgabe einer englischen Übersetzung von Rohrers »Ist die Bibel die Quelle der Gotteserkenntnis?« noch ergänzen: Die Übersetzung ist von TSA-Mitglied Peter Hornung vorgenommen worden, der sich schon länger durch seine Übersetzungsarbeiten von Templer-Literatur verdient macht.

Peter Lange


Meine Frau, die Ilsebill

Plädoyer für mehr Bescheidenheit

»Mit leichtem Herzen, frei von aller Last, sprang er fort, bis er daheim bei seiner Mutter war« - so endet das Grimm'sche Märchen von »Hans im Glück«, der als Lohn für sieben Jahre Arbeit einen großen Goldklumpen erhält. Diesen tauscht er auf dem Heimweg so lange gegen minderwertigere Güter, bis er nichts mehr besitzt. Mit den Worten »So glücklich wie ich gibt es keinen Menschen unter der Sonne« eilt er freudig und unbekümmert nach Hause.

Verwunderliche Naivität? Da wird einer von windigen Geschäftemachern übers Ohr gehauen, stellt sich ständig schlechter und freut sich noch darüber. Welch unverständliche Verhaltensweise! In einem auf Wachstum fokussierten Wirtschafts- und Gesellschaftssystem, dessen Credo die Profitmaximierung ist, wirkt ein solches Verhalten befremdlich. Das Märchen »Von dem Fischer und seiner Frau« scheint den Zeitgeist besser widerzuspiegeln.

Ein armer Fischer, der mit seiner Frau in einer armseligen Hütte am Strand wohnt, fängt einen Fisch, bei dem es sich um einen verwunschenen Prinzen handelt. Er lässt den Fisch wieder frei, aber auf Drängen seiner Frau wünscht er sich von ihm eine größere Hütte. Die Frau verlangt ständig mehr, und von Wunsch zu Wunsch ziehen größere Donnerwolken auf, toben und brausen die Fluten und verfärben sich tiefschwarz. Als die Frau letztendlich Gott werden möchte, überspannt sie den Bogen, und beide landen wieder in ihrer alten Hütte.

»Höher! Schneller! Weiter!« lautet die Maxime. Höhere Kapitalrenditen, schnellere Technologien, höhere Gehälter, längere Urlaube, schnellere Autos sind die Ziele, an welchen sich Gesellschaft und Individuen orientieren. Parallelen zum brausenden Meer und zum stärker werdenden Donnergrollen können in einer zunehmenden Umweltverschmutzung, in stärker zutage tretenden sozialen Gegensätzen, dem Verlust familiärer Bindungen oder einer Zunahme der Kriminalität als Begleiterscheinungen dieses Verhaltens gesehen werden.

Die Märchen berichten keinesfalls von neuartigen Phänomenen. Neid und Gier, Habsucht und Maßlosigkeit wurden schon bei den griechischen Philosophen als verwerflich betrachtet. Auch die Bibel ist voll von Warnungen vor dem Streben nach Reichtum. Der britische Nationalökonom John Maynard Keynes sah in der Liebe zum Geld ein Grundübel unserer Zivilisation. Und Mahatma Gandhi meinte: »Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht genug für jedermanns Gier.«

Gegen die sieben sogenannten Todsünden stellt die christliche Tradition seit Thomas von Aquin sieben Tugenden: es sind dies die drei göttlichen Tugenden Glaube, Hoffnung, Liebe sowie die vier aus der hellenistischen Tradition kommenden Kardinaltugenden Weisheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigung. Derzeit scheint eine intensivere Auseinandersetzung mit der aktuell eher unpopulären Lebenshaltung der Mäßigung angebracht.

Bescheidenheit hat heutzutage nicht gerade Hochkonjunktur, weder beim Steuerzahler, der bei den Werbungskosten mogelt; noch beim Bafög-Empfänger, der Ersparnisse verschweigt; nicht beim Sozialhilfeempfänger, der es sich in seiner Abhängigkeit von Transferleistungen gemütlich gemacht hat; und auch nicht beim Arbeitnehmer, der erster Klasse reist, sobald die Firma bezahlt.

Die Konsequenz muss lauten: Bescheidenheit ist eine Tugend, die es täglich aufs Neue zu leben gilt. Sie fängt nicht erst bei Manager-Gehältern an und hört auch nicht bei Tarifverhandlungen auf. Bin ich bereit, mehr für meinen Kaffee zu zahlen, wenn er aus biologischem Anbau und fairem Handel stammt? Kaufe ich das billigere T-Shirt, auch wenn ich nicht weiß, ob nicht indische Kinderhände daran genäht haben? Kaufe ich ein Sport Utility Vehicle oder ein Hybridauto? Brauche ich überhaupt ein Auto? Erwarte ich von meinem Investmentfonds vor allem eine hohe Verzinsung, oder lasse ich mich auch von ethischen Überlegungen leiten? Stelle ich immer neue Forderungen an den Sozialstaat, oder möchte ich meinen Enkeln ein funktionierendes Sozialversicherungssystem hinterlassen?

Alle diese Fragen können nur wir selbst beantworten, aber wir können dabei auch immer Vorbild sein, so wie wir uns an Vorbildern orientieren. Jedes einzelne Unternehmen besteht aus Menschen. Diese Menschen bringen Werthaltungen mit, die sich im Wirtschaftssystem widerspiegeln. Es ist Zeit für einen Paradigmenwechsel! Ein solcher Paradigmenwechsel verlangt allerdings nicht nur auf individueller Ebene Veränderungsbereitschaft. Von Albert Einstein stammt die Erkenntnis, dass Probleme nicht mit den gleichen Denkweisen gelöst werden können, die sie erzeugt haben. In diesem Sinne wäre zukünftig mehr Bescheidenheit angebracht!

Mathias Weis in »Publik-Forum« Nr. 9/2008 (gekürzt)


Von den Templern in Australien

  • Anlässlich des Ausscheidens aus seiner Tätigkeit als Ältester der Tempelgemeinde Sydney wurde Werner Ehmann vor Kurzem durch den früheren Gemeindeleiter Hartmut Beck für seinen 30 Jahre währenden Einsatz im Dienst für den Tempel gedankt. Werner hatte sich während seiner aktiven Zeit auch sehr stark für eine Beteiligung der Gemeinde an der Seniorenanlage St. Hedwig's Homes eingesetzt gehabt. Er konnte am 27. März seinen 80. Geburtstag feiern. Den vorausgegangenen Gottesdienst in der Gemeindekirche in Meadowbank hatte der aus Melbourne gekommene Gemeinde-Älteste Theo Richter geleitet. Kontaktbesuche bei älteren Mitgliedern der Sydneyer Tempelgemeinde sind kurz nach diesem Gemeindesonntag von der Sozialbeauftragten der TSA in Melbourne, Martina Eaton, durchgeführt worden.
  • Die Templer in Australien haben sich in verschiedenster Weise an der Katastrophenhilfe für die von den Waldbränden verwüsteten Ortschaften in Victoria beteiligt und auch dem vom Feuer betroffenen Ehepaar Helmut und Ilse Beilharz Unterstützung zukommen lassen. Die beiden, ihrer biologisch-dynamischen Landwirtschaft beraubten, Templer haben inzwischen eine neue Unterkunft gefunden, die aber noch instand gesetzt werden muss. Die TSA hat ihnen für die Interimszeit ein Mietauto zur Verfügung gestellt.
  • Die TSA ist dem Ethnic Communities' Council of Victoria (Rat der ethnischen Gemeinschaften) als Mitglied beigetreten. Dieser Rat unterstützt Bevölkerungsgruppen, die auf Grund ihrer Herkunft und Zielsetzung eigene kulturelle Aktivitäten entfalten. Im Beitrittsantrag der TSA wurde auf die Deutschschulen, die deutschsprachig ausgerichtete Altenbetreuung und die Geschichts- und Archivarbeit der Templer in Australien hingewiesen.
  • Das Sommerfest der TSA am 15. März war in diesem Jahr nicht durch warme Witterung gekennzeichnet. Im Gegenteil: die Teilnehmer fröstelten bei überwiegend nass-kühlen Wetterbedingungen. Trotzdem wurden viele Aktivitäten wie gewohnt im Freien vorgenommen, die Blechbläser sorgten dabei für fröhliche Stimmung. Die Morgenandacht leitete Dr. Irene Bouzo, der Templerchor und junge Instrumentalisten umrahmten die Feier. Die Organisation des Gemeindefestes lag in der Verantwortung der Social & Recreation Focus Group (Ausschuss für Gemeindeveranstaltungen).
  • Die beim Alten- und Pflegeheim Tabulam durch die Finanzkrise verursachten Ertragseinbußen konnten nur durch eine Umstrukturierung des Pflegepersonals aufgefangen werden. Die Pflege der Bewohner soll jedoch nicht darunter leiden, wie der Verwaltungsausschuss-Vorsitzende Hartmut Weller in einem Bericht betont. Die langjährige Pflegeleiterin Karin Baumert wird Anfang April aus ihrem Dienst ausscheiden.
  • Ein kleiner Redaktionsstab der TSA beschäftigt sich seit Längerem mit Vorbereitungen für eine Buchausgabe, die dem bei uns herausgegebenen »Templer-Handbuch« entsprechen soll. Ins Auge gefasster Titel: »The Temple Society - Collection of Understandings from a Religious Perspective«. Ein Krankheitsfall hat die Beendigung des Projekts verzögert.
  • Die TSA ist seit einiger Zeit Mitglied im Progressive Christians Network of Victoria (Netzwerk progressiver Christen), einer liberalen Vereinigung australischer Kirchen, die ungefähr unserem Bund für Freies Christentum entspricht. Das Netzwerk macht durch besondere Veranstaltungen in den angeschlossenen Kirchen auf sich aufmerksam. Gebietsleiter Mark Herrmann strebt eine aktivere Rolle der TSA in der neuen Vereinigung an.
  • Der Kids' Club der TSA veranstaltete im April wieder eine Wochenend-Freizeit in dem weitläufigen und mit schattigen Bäumen bestandenen Freizeitgelände The Briars bei Mount Martha. Üblicherweise werden sonntagvormittags dort auch Gemeindeangehörige zu einer Morgenandacht ins Freizeitgelände eingeladen, damit sie sich ein Bild von der guten Betreuung der Kinder machen und mit ihnen den Tag genießen können. Organisiert wird die Veranstaltung von Susi Blackwell.

Peter Lange (übernommen aus dem »Templer Record«)

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