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Treffpunkt - Gemeinde aktuell

Jahres-Rückblick 2009



Skifreizeit in Saas-Almagell

Am Samstag, den 3. Januar, schwärmten 22 Teilnehmer der Skifreizeit aus, auf 7 Fahrzeuge verteilt, die teilweise bis unters Dach Skifreizeit in Saas-Almagellund darüber hinaus beladen waren, um auf verschiedenen Routen Saas-Almagell im Saastal zu erreichen. Begünstigt durch gutes Wetter und staufreie Straßen kamen alle im Laufe des Nachmittags und Abends in der »Pension Waldegg« an. Diese ist das letzte bewohnte Haus im Saastal, das von Visp aus, entlang steiler Abhänge und Berge und sogar quer durch einen Lawinenabgang, nach Almagell führt. Auf knapp 1700 m Höhe, zwischen Bergen, deren Gipfel bis über 4000 m in den Himmel ragen, von Süden her von den Wassermassen des Mattmarkstausees und von Westen von herabfallenden Eismassen bedroht, steht das alte, teilweise renovierte Haus, um hoffentlich auch die Invasion der TGD heil zu überstehen.

Begrüßung, Zimmerzuteilung und Entladen der Autos (tonnenweise Proviant in fester und flüssiger Form) klappte reibungslos. Probleme traten erstmals beim Versuch auf, die Kopfkissen und Bettdecken mit Schweizer Maßen in den mitgebrachten Bettbezügen unterzubringen. Auch die sanitären Einrichtungen waren etwas gewöhnungsbedürftig. Skifreizeit in Saas-AlmagellBei der Renovierung hatten sich die Handwerker etwas Besonderes einfallen lassen, und so musste man sich niemals die Füße waschen, da diese beim Besuch der Toilette von aus den Duschen herauslaufendem Wasser umspült wurden.

Nach dem Abendessen ging's zum gemütlichen Teil wie Quatschen, Spielen, Handarbeiten, Lesen oder Faulenzen über. Nebenher wurden Reste des Weihnachtsgebäcks vernichtet.

Nach und nach verzog sich jeder in sein Bett, wo er in nächtlicher Stille neben den Schlafgeräuschen seines Bettnachbarn, auch denen aus angrenzenden Zimmern und fast des ganzen Hauses, lauschen konnte.

Ausschlafen war angesagt, und so ging jeder nach einem gemütlichen Frühstück seinen mehr oder weniger sportlichen Aktivitäten wie Skifahren, Boarden, Langlaufen oder einfach Wandern nach. Die Einzigen, die einen gewissen Zeitplan einhalten mussten, waren unsere Skikursteilnehmer.

Abgekämpft und ausgekühlt freute man sich bei der Heimkunft auf etwas Wärmendes wie Punsch, Kaffee, Tee oder Kakao, das oft schon wie von Geisterhand zubereitet dastand oder selbst angerichtet wurde. Für die Hungrigen war immer etwas, wie z.B. Reste vom Vortag, Brot oder Süßigkeiten, zu finden.

Am Mittwoch war Nachtschlitteln angesagt. Als auch die Letzten überredet waren, marschierten wir geschlossen, dreilagig verpackt, los in Richtung Sessellift. Skifreizeit in Saas-AlmagellMit oder ohne »Hirnbirne« (vor der Stirn angebrachte Beleuchtung) ging es dann talabwärts. Manche hatten schon nach der ersten Fahrt genug, während sich andere mehrmals zu Tal stürzten, um sich auf der inzwischen ausgefahrenen Abfahrt ihre Glieder ein- oder auszurenken.

Während der ganzen Woche verlief das »Hüttenleben« sehr harmonisch. Es wurde gekocht, gegessen, abgespült und geputzt - eine Arbeitseinteilung war nicht nötig, jeder packte mit an. Selbst die Henkersmahlzeit Raclette am letzten Abend wurde mit nur einem Gerät für alle Hungrigen hervorragend bewältigt.

Das Wetter hatte die ganze Woche über mitgemacht. Außer in der Nacht oder wenn die Schatten der hohen Berge uns trafen, sahen wir die Sonne.

Sonnig war es auch, als wir dann am Samstag die Heimfahrt antraten. Es war eine äußerst gelungene Skifreizeit und alle, die dabei waren, werden wohl versuchen, beim nächsten Mal wieder mit von der Partie zu sein.

Susanne Schimpf


Freitagabendtreff »Zärtlichkeit mit zweifacher Zensur«

Es war eine besondere Mischung aus Vortrag, Lesung und musikalischer Umrahmung, die knapp 25 Zuhörerinnen und Zuhörer beim letzten Freitagabendtreff im Gemeindesaal erleben durften. Magdalene Sing und ihre Brüder Paul und Dr. Frieder Stöckle aus Schorndorf stellten dabei den Briefwechsel ihrer Eltern Adolf und Rosa Stöckle aus den Jahren 1941 bis 1944 vor.

Adolf Stöckle war an der Ostfront, als gelernter Schreiner und Klavierbauer zumeist im handwerklichen Dauereinsatz in der Etappe. Rosa Stöckle kümmerte sich derweil daheim um Haus, Garten und die vierköpfige Kinderschar (die zweite Tochter Ursula starb vor acht Jahren).

Erst vor wenigen Jahren entdeckten ihre Kinder den Schatz von rund 1.800 Feldpostbriefen in einem alten Karton, der einem Enkel als Buchstütze gedient hatte. Magdalene konnte die Sütterlin-Schrift entziffern und diktierte die Briefe ihrem Bruder Frieder in den Computer. So wurde ein gedrucktes Buch für die Familie daraus, während die Originale mittlerweile im Schorndorfer Stadtarchiv lagern.

Die Besonderheit: Da Adolf Stöckle auch die Briefe seiner Frau regelmäßig wieder nach Hause geschickt hatte, liegt heute der Briefwechsel in einer seltenen Vollständigkeit vor und so konnten in der Lesung beide Seiten zu Wort kommen.

Adolf und Rosa Stöckle waren fromme Pietisten; aus ihren Briefen spricht ein unerschütterliches, geradezu kindliches Gottvertrauen, das den Krieg in erster Linie als göttliche Prüfung und das Überleben als Gottes (gute) Führung verstand. Dem Regime stand das Ehepaar ebenso fern wie dem Gedanken an Widerstand, meinte der jüngste Sohn, der promovierte Historiker Frieder Stöckle.

Kein einziges Mal seien in den Briefen die Begriffe "Führer" oder "Partei" aufgetaucht. Natürlich hätten die Eltern gemerkt, dass alle Briefe von der Zensur mitgelesen wurden. So habe etwa ein Brief gefehlt, in dem Rosa Stöckle ihrem Mann über einen verheerenden Luftangriff auf Stuttgart berichtete: Vom Elend in der Heimat sollten die Frontsoldaten nichts erfahren. Daneben habe es aber noch einen zweiten Grund für die "geschönte Wirklichkeit" gegeben: Man wollte sich gegenseitig beistehen und vor allem nicht beunruhigen. In den Briefen dominieren daher auch eher anrührend zärtliche Grüße und harmlose Schilderungen. Manchmal durften die Kinder selbst geschriebene Kärtchen und Zeichnungen beifügen. So fragen sich die Kinder bis heute, was ihr Vater wirklich gesehen und erlebt hat. Vielleicht hat er es seiner Frau erzählt, wenn er im Heimaturlaub zu Hause war - sie hat bis zu ihrem Tod in den siebziger Jahren jedoch nie darüber gesprochen. Und der Vater konnte es nicht mehr berichten, denn er kam aus dem Krieg nicht mehr zurück.

Wie aus einem Bericht eines Kriegsheimkehrers hervorging, geriet er vermutlich im Spätherbst 1944 bei der chaotischen Auflösung der Ostfront in Gefangenschaft und starb in den ersten Wochen des Jahres 1945 in einem Bergwerkslager im Uralgebirge. Schon vor diesem Zeitpunkt hatte Rosa Stöckle ihre Erlebnisse nur noch in Tagebuchform festgehalten, da die Feldpost nicht mehr funktionierte. Noch jahrelang wartete die Familie vergeblich auf die Heimkehr des Vaters, bis sie schließlich mit der traurigen Wahrheit konfrontiert wurde.

Es mag ein gewisser Trost sein, dass die Kinder von Adolf und Rosa Stöckle mit der Herausgabe der Feldpostbriefe ihren Eltern ein unvergängliches Denkmal gesetzt haben. Einige der sichtlich bewegten Zuhörer berichteten in der anschließenden Diskussion und später im Clubraum von teilweise ganz ähnlichen Erfahrungen und Dokumenten. Die erzählte Geschichte Einzelner wurde so zur erlebten gemeinsamen Erinnerung vieler. Wir danken neben den Geschwistern Stöckle vor allem Rumi Hornung, die uns den Kontakt vermittelt hatte und zusammen mit Dr. Frieder Stöckle für die musikalische Umrahmung sorgte.

Jörg Klingbeil


Agapefeier am Gründonnerstag

Am 9. April hatten wir die Möglichkeit, bei einer Agapefeier der TGD mitzumachen. Zwei Tage vorher waren wir aus Australien angekommen und haben die Gästewohnung der Gemeinde bezogen. Wir haben uns schnell in Degerloch eingelebt und fühlen uns hier sehr zuhause. Dieses Gefühl vertiefte sich noch, als wir zur Feier ins Gemeindehaus kamen und viele bekannte Gesichter sahen. Wir staunen immer, dass man so weit von daheim fortreisen kann und sich doch irgendwo, wo man eigentlich fremd ist, so heimisch fühlen kann!

Wir freuten uns nicht nur sehr darüber, an der hiesigen Agapefeier teilnehmen zu können, weil wir unsere Freunde hier wiedersahen, sondern weil wir dieses Mal wegen unserer Reise an der Agapefeier in der Bayswater Chapel nicht teilnehmen konnten.

Karin, Gridle und Jörg hatten sich viel Mühe mit den Vorbereitungen gemacht. Die festlich gedeckte Tafel war mit bunten Blumen (Vergissmeinnicht, Bellis und Narzissen) als Zeichen des Frühlings geschmückt Agapefeier am Gründonnerstagund ein sehr hübscher Frühlingsstrauß aus Korkenzieherweiden und Forsythien stand in der Mitte des Tisch-Vierecks, auf den Tischen Teller mit Oliven, Käse, Tomaten und Gurke. In dem renovierten Saal (wir waren 1994 das letzte Mal in Degerloch) sah alles wunderschön aus.

Brigitte hielt die Andacht mit dem Bezug auf die Emmaus-Jünger - aber obwohl ich mich angestrengt hatte, fehlte mir ab und zu das nötige Deutsch, um alles zu verstehen. Insbesondere das "Friedensgebet" hat mir gut gefallen.

Die Andacht wurde durch das wunderbare Klavierspiel von Rumi feierlich begleitet. Durch die Musik vom Flügel und das gemeinsame Singen wurde der Abend zu einem spirituellen, schönen Erlebnis. Am Ende wurde zusammen gebetet, das Brot verteilt und der Wein eingegossen. Dann "musste" nur noch gegessen und geschwätzt werden.

Wir freuten uns auch sehr über die Mitteilungen von Peter und Karin, dass sie eMails von Teilnehmern der australischen Agapefeier erhalten hatten: sie hatten auch an uns gedacht und grüßten uns. Man ist ja nie weit weg von zuhause!

Wir möchten uns bei euch allen bedanken, dass wir mitmachen durften und freuen uns, noch länger in der Gemeinde in Degerloch zu sein.

Christine Ruff mit Inky, Anja und Tim (Harald lag leider krank im Bett)


Israel-Gruppenreise 2009

Für unsere Familie begannen die Vorbereitungen auf diese Reise schon vor zwei Jahren, als wir die Möglichkeit unserer Teilnahme an einer Reise (mit Kindern) mit Karin Klingbeil und Peter Lange besprachen. Das waren aber nur die praktischen Dinge, die wir uns überlegen mussten.Israel-Gruppenreise 2009 Die wahre Vorbereitung findet bereits seit 40 Jahren statt, wenn wir immer wieder von Großeltern, Eltern, Verwandten und Freunden aus dem Templerkreis die vielen Geschichten und Anekdoten (oft mit Bildern ergänzt) hören durften (mussten?). Als Kinder wurden uns diese Erzählungen oft zur Qual, aber als wir älter wurden, fanden wir die Geschichten immer interessanter, und langsam regten sich Fragen. Wie oft blieben wir vor dem berühmten Haifa Bild von Jakob Schumacher im Flur der Großeltern stehen und sahen uns die winzigen Häusern an? Sah wirklich der Geburtsort meines Vaters so aus? Und wie oft haben wir das Gemälde vom Straßenkreuz von Wilhelma betrachtet und versucht, uns das tägliche Leben in enger Gemeinschaft vorzustellen!

Und plötzlich standen wir dann in der Halle des Flughafens in Tel-Aviv und wurden von Ejal (Jakob) Eisler empfangen; jeder wurde wie ein alter Freund begrüsst! Wir stiegen in den Bus ein ... und los ging's! Es folgten vierzehn volle, müde machende, reizende, erlebnisreiche und rührende Tage, die die Teilnehmer nie vergessen werden. Oft klingelte der Wecker schon um 6 Uhr, aber das störte nicht, denn wir wurden sehr lieb und fürsorglich von Karin geleitet; sie machte trotz viel Stress immer nur ein strahlendes Gesicht. TGD-Reisegruppe bei Besichtigung von Sarona. Israelische Begleiter vor Ort: (li.) Jonathan Mamlock und Dr. Jakob Eisler, (knieend mit dunkler Hose) Shay Farkash, (re.) Yoel AmirUnd dazu gab es Jakobs umfangreiche und lebhafte historische Begleitung - was er alles weiß und erzählen kann! Und in solcher Art, dass es uns packte und mitriss. Obwohl wir müde waren, wollten wir nicht weg bleiben, um auszuruhen, denn dann hätten wir vielleicht etwas verpasst.

Schon am ersten Abend, gleich nach der Ankunft, begann Jakob zu erzählen, und so ging es über Jaffa, Sarona und Walhalla. Wir bekamen alle Angst, als wir das Imbergersche Haus sahen - würden alle Templer Häuser so baufällig aussehen? Glücklicherweise nicht! In Sarona durfte die ganze Gruppe (30 Personen) aufs Gelände der IDF, um die Häuser dort aus nächster Nähe zu betrachten - Inky Arndt (Graze) konnte vor ihrem Großelternhaus fotografiert werden (ein Highlight schon am ersten Tag) und Reinhold Orth wurde sogar erlaubt, in sein Elternhaus zu gehen!Das Imberger-Haus, noch unrestauriert (Wir wurden natürlich überallhin von einem Team der IDF begleitet.) Gegenüber, im neu angelegten Parkgelände, wurde Karin eine einstige Zaunspitze vom Zaun zum Tennisplatz überreicht. Einige der Häuser werden wieder liebevoll restauriert, wie zum Beispiel der Wagner Compound; auch das Wieland-Gelände mit Haus und Fabrik neben dem schon restaurierten Jaffa-Bahnhof.

Dann fuhren wir nach Haifa, über die »7 Mühlen« (jetzt hörte man öfters "Beilharz" statt "Wieland") und dem Lager bei Atlit (wo die Templer, die während des 2. Weltkrieges ausgetauscht wurden, vor ihrer Reise eingesperrt waren). Heide Seidlitz erinnerte sich noch gut an dieses unangenehme Erlebnis! Endlich erreichten wir Haifa; die "gelobte Kolonie" - mindestens für Familie Ruff! Zuerst begaben wir uns ins Kellerhaus, wo wir einen Vortrag von ... Jakob Eisler hörten (keine neue Erfahrung für uns - und besonders nett war es, seine Eltern Mira und Benny kennenzulernen, die wir danach öfters sehen und Miras leckeres Essen kosten durften). Unser Programm hier: Koloniestraße, Gemeinde- und Schulhaus (mit Klo), Friedhof, Karmel und Baha'i Garten, Schwimmen im Mittelmeer, Kaiserdenkmal, Universität Haifa, Betlehem (Galiläa) und Waldheim (sogar an der Straße so beschildert). Reiseleiterin Karin Klingbeil mit dem Restaurator Shay Farkash bei der Übergabe eines Erinnerungsgeschenks: Pfostenspitze des restaurierten Tennisplatz-Zauns in SaroNoch mehr gehörte zum Programm, aber für uns war es am Schönsten (wenn man das überhaupt sagen kann!), mit dem Kolonieplan in der Hand die Häuser von Familie und Verwandten aufzusuchen - nicht mehr so einfach, wie auf Schumachers Lithographie von 1877!

Über Akko und Nazareth ging es nach Tabgha am See Genezareth: Schwimmen, die Kirche der Seligpreisungen, die Brotvermehrungskirche (laut Jakob eher Touristenvermehrung!), Golan-Höhen, Jordanquellen usw. Die Unterkunft im Pilgerhaus hier war hervorragend!

Die letzte lange Fahrt brachte uns über Wilhelma (das Bassin steht auch noch, aber leider die vielen Euklayptusbäume aus Mutters Geschichten nicht mehr) und Bir Salem nach Jerusalem. Wir wurden überaus herzlich von den Borromäer-Schwestern begrüßt und beherbergt - bei unserer Abreise wollten sie sogar dem Bus den Weg versperren! Zum Programm hier gehörten das Tote Meer und Masada, die Altstadt mit Suk, das Syrische Waisenhaus, die Auguste-Viktoria-Stiftung auf dem Ölberg, und auch Betlehem in der Westbank. Am schönsten war aber, wie immer, der Rundgang durch die Kolonie und der Besuch im Gemeindehaus. Hier durften unsere beiden Kinder sogar die Glocke läuten und besonders aufregend waren die ganzen Namen, die die Jungen der Kolonie ins Holz der Orgel geritzt oder geschrieben haben - Herbert Steller fand seine eigene Unterschrift!

Wenn dieser Bericht etwas oberflächlich klingt, muss ich mich entschuldigen - was wir erlebt haben, würde mehrere Bücher füllen! Diejenigen, die schon an solch einer Reise teilgenommen haben, verstehen das bestimmt. Besuch der Moschee in AkkoMir fehlen aber auch manchmal die passenden Worte, nicht nur wegen meiner geringen Deutschkenntnisse, sondern eher, weil ich noch viel Zeit brauche, über diese zwei Wochen wieder nachzudenken und sie zu "verdauen"! Unsere Reiseleiter haben es uns ermöglicht, unserer eigenen Geschichte ein bisschen (oder eigentlich sehr viel) näher zu kommen und sie besser zu verstehen. Karins Andachten auf den Friedhöfen von Haifa und Jerusalem machten uns klar, dass wir nicht nur Häuser besichtigten, sondern Heime, wo Menschen, Templer - unsere Vorfahren - ihr Leben führten und ihren Glauben ausübten; so manch einer hatte Tränen in den Augen. Und wir haben gelacht, als schon wieder Wieland oder Beilharz oder Imberger (oder auch Graze und Ruff) erwähnt wurden - und doch waren wir auch stolz auf diese Namen, auf unsere Vorfahren - hier haben sie in vorbildlichen, christlichen Gemeinden (ob Templer oder Kirchler) gelebt! Schön ist die Anerkennung, die die jetzige Bevölkerung des Landes ihnen schenkt. Dank des umfangreichen Programms (und Jakobs Wissen) haben wir nicht nur Templerstätten, sondern auch jüdische Sehenswürdigkeiten besuchen und bewundern dürfen, dazu viele Naturschätze in Nationalparks. Mein Tagebuch habe ich vollgeschrieben, und es bleiben viele Eindrücke: Olivenbäume, Eukalyptusbäume, trockene Erde mit vielen Steinen, Zitrusbäume und Früchte aller Arten (Granatäpfel!), schwerbewaffnete Soldaten, viele Katzen (alle von Anja fotografiert!), und das herrliche Wetter und leckeres Essen.

Auch diese Reise gehört nun für uns zur Templer-Geschichte, zur Vergangenheit, aber "jede Zukunft braucht eine Herkunft"! Es rauschen in meinem Kopf gerade mehr Fragen als Antworten - ich bzw. wir müssen uns nun zuhause mit Eltern und Unterlagen, Büchern und Photos hinsetzen und die ganze Reise noch einmal durchleben und darüber nachdenken. Die Reise war ein einmaliges Erlebnis, aber sie wird für uns ganz bestimmt nicht der einzige Besuch im Heiligen Land bleiben.

Harald Ruff


Friedhofsreise

Für die diesjährige Friedhofsreise hatten sich ursprünglich 9 Personen gemeldet: das "übliche" Kleeblatt Grid und Dieter Lange, Jörg Struve und Karin Klingbeil, dazu freuten wir uns über das Interesse von Jürgen und Melanie Henker, Jasmin Kloß, Doris Lange und ihrer Freundin Renate von zur Mühlen.

Ein großer Wermutstropfen war die kurzfristige Absage von Jürgen und Melanie Henker am Tag vor der Abreise: Jürgen, seines Zeichens Rettungssanitäter, hatte an eben dem Tag - einem, an dem er eigentlich noch seinen Dienst hatte tauschen wollen - beim Überprüfen der Sauerstoff-Flasche des Rettungshubschraubers einen Unfall erlitten und wurde mit Verbrennungen auf die Intensivstation nach Tübingen gebracht. Er hatte Glück im Unglück, dass es am Boden passiert war und auch, dass seine Verletzungen glimpflicher ausfielen, als zunächst befürchtet. Es geht ihm inzwischen schon wieder gut - an dieser Stelle: weiterhin gute Genesung! - aber die lang vorausgeplante Israelreise war damit für ihn und Tochter Melanie natürlich erledigt.

So traf sich ein Trüppchen von nur noch 7 Teilnehmern am Stuttgarter Flughafen. Flug und Transport nach Jerusalem - wir wissen inzwischen ja, wie und von wo - verliefen problemlos. In Jerusalem wurden wir über die Maßen herzlich von den Borromäerschwestern begrüßt und willkommen geheißen. Dieses Mal bekamen wir erstmalig Zimmer in der Schule, d.h. in dem Nachbargebäude, in dem früher auch Schule abgehalten wurde, wo inzwischen die Kindergarten-Kinder betreut werden. Das lag einerseits daran, dass auch Gruppen im Hause logierten, vor allem aber auch daran, dass momentan wegen der Dachsanierung nicht alle Zimmer im Haupthaus belegt werden können.

Der nächsten Morgen führte uns natürlich direkt auf unseren Friedhof - und hier fanden die anderen bestätigt, was ich mit Genugtuung bereits bei der Gruppenreise drei Wochen zuvor hatte feststellen können: nun ist auch der Jerusalemer Friedhof eine blühende Insel inmitten des rauschenden Verkehrs der stark befahrenen Emek Refaim geworden. Mit der Wahl des neuen Gärtners Moti haben wir wohl einen guten Griff getan. FriedhofsreiseEr hat sich wirklich ins Zeug gelegt, den Boden von allem Trockenen gereinigt, von Unkraut gesäubert, wie besprochen eine neue Bewässerungsanlage verlegt, auf dem Teil, wo das Denkmal für die Verstorbenen aus Jaffa, Sarona und Wilhelma steht, eine grüne Rasenfläche angelegt und begonnen, grüne Bodendecker und viele Geranien zu pflanzen. So wird in absehbarer Zeit das Vorhaben, dass vor jedem Grabstein auch eine blühende Pflanze stehen sollte, bald erreicht sein. Dass er Bäume, Sträucher und Rosen beschnitten hat, wo notwendig, versteht sich von selbst. So präsentierte sich der Friedhof überaus gepflegt und sauber, was auch von allen Besuchern bewundernd bemerkt wurde. Und es kamen wieder sehr viele Besucher -wie immer, wenn wir auf dem Friedhof arbeiteten, ließen wir das Tor offen stehen, und wieder ließen sich viele Passanten davon einladen. Manch einer geht nur ruhig an den Grabsteinen vorbei, die Namen, Daten und Inschriften lesend, aber viele suchen das Gespräch mit uns; erzählen, was sie von den Templern wissen, wundern sich, dass es noch Templer gibt oder wollen mehr über die Templer wissen. Immer aber zeigen sie ihren Respekt davor, dass wir kommen und auf den Friedhöfen arbeiten und dass sie so gut gepflegt werden.

Auch unser Freund Oded fand sich ein, stellte uns völlig selbstverständlich wieder sein früheres Mobiltelefon zur Verfügung, damit wir problemlos innerhalb Israels telefonieren könnten und gut erreichbar wären. Er hatte dafür gesorgt, dass die Risse in der alten Friedhofsmauer repariert worden waren, sich zusammen mit seiner Frau Rachel bei allerhand Problemen für uns eingesetzt, Verbindungen zu Handwerkern (über ihn waren wir auch an Moti gekommen) und anderen für uns interessanten Leuten geknüpft und kümmerte sich überhaupt rührend um unser Wohlergehen, z.B. mit einer Holzkiste, deren Inhalt uns erlaubte, Kaffee oder Tee zuzubereiten, wann und wo immer wir wollten...

Nach 4 Tagen in Jerusalem starteten wir mit dem vorbestellten 9-Sitzer nach Haifa und suchten auf dem Weg dorthin Dr. Thalmann in Hadera auf. Eigentlich war nur vorgesehen, dass wir Unterlagen für unser Archiv in Empfang nehmen sollten, aber dann fanden wir uns an einem reich gedeckten Kaffeetisch wieder, an dem wir rührend bewirtet wurden.

Auch bei den Rosary-Schwestern in Haifa wurden wir herzlich willkommen geheißen. Dass sich unser Friedhofsgärtner Adnan beim Wiedersehen vor Freude fast überschlug, kann sich jeder gut vorstellen, der ihn schon kennen gelernt hat. FriedhofsreiseNatürlich hatte er die Tage, die wir in Haifa waren, frei genommen, die ganze Gruppe war selbstverständlich zum Essen bei der Familie eingeladen und weil wir weitere Einladungen bei ihm zuhause ablehnten, kam er kurzerhand mit der ganzen Familie und einem kompletten Essen auf den Friedhof und bewirtete uns eben hier. Auch hier ließen sich immer noch Grabsteine für unsere Inschrift-Erneuerung finden. Auch der Haifaner Friedhof ist grün und viele Blumen blühten - obwohl die heißere Jahreszeit schon begonnen hatte und der Wasserverbrauch in Israel eingeschränkt werden muss. Das Bewässern ist ein immer größer werdendes Problem, wenn der Niederschlag in der kalten Jahreszeit nicht ausreicht. Um so wichtiger ist in Jerusalem die Bewässerungsanlage, die die Pflanzen nur nachts stundenweise betropft, da hier der Gärtner nur in größeren Abständen auf den Friedhof kommt. Adnan dagegen kommt auch mal abends nach seiner Arbeit und gießt lieber mit dem Schlauch da, wo es nötig ist. Überhaupt befasst er sich inzwischen nicht mehr ausschließlich mit den Pflanzen, sondern hat auch schon Gittereinfassungen gestrichen und sogar auf einem Kreuz Schrift nachgezogen! Besser kann man wohl nicht zeigen, wie sehr ihm der Friedhof am Herzen liegt!

So konnten wir uns, überzeugt davon, dass die Friedhöfe nun beide gut betreut sind, auch ein wenig dem Land zuwenden. So gingen wir im Mittelmeer baden, fuhren nach Akko und besuchten mit aller Gründlichkeit die Kreuzfahreranlagen dort. Von hier aus ging es auf dem Weg in den Negev über Sephoris (eine wunderbare Ausgrabung!) am See Genezareth vorbei - noch ein Bad! - zunächst nach Masada. Leider kamen wir so spät hier an - und reisten am anderen Morgen schon so früh weiter -, dass wir das neue Schwimmbad bei dem dortigen Gästehaus gar nicht ausprobieren konnten. Dafür nahmen wir uns Zeit für das Tote Meer - das musste einfach sein! Nun wurde es spürbar wärmer; allerdings wehte immer auch ein Lüftchen, so dass die Wärme gut zu ertragen war. Trotz der Wärme besuchten wir die beiden Nabatäer-Städte Mamschit und Avdat und unternahmen eine fast 6-stündige Wanderung im Ramon-Krater, die uns kräftig ins Schwitzen brachte. Dennoch waren wir froh, sie in diesem einmaligen geologischen Fenster gemacht zu haben - stolz konnten wir auf diese Leistung natürlich auch sein!

Mit der Rückkehr nach Jerusalem waren die 2 Wochen plötzlich um - waren wir nicht eben erst angekommen?! Eine erfüllte Zeit ging zu Ende - erfüllt durch die Arbeit auf den Friedhöfen und die gemeinsamen Erlebnisse auf der Reise.

Karin Klingbeil


Tempelgründungsfeier

Die Tempelgründungsfeier am 21. Juni war, wie immer, oder sogar noch ein bisschen mehr wie immer, ein rundum schönes Fest - sogar das Wetter spielte mit.

Der Vormittag stand im Zeichen Christian Rohrers, von dem wir - außer seiner Schrift »Ist die Bibel die Quelle der Gotteserkenntnis?« und dem Lied »Mit Jubelklang stimmt an das Lied« wenige Zeugnisse haben und daher wenig wissen, Tempelgründungsfeierobwohl er sicher einer der wichtigsten Tempelvorsteher war. U.a. haben wir es wohl zu einem guten Teil seinem beharrlichen Drängen zu verdanken, dass wir nach dem Ersten Weltkrieg wieder nach Palästina zurückkehren durften.

Seine Enkelin Brigitte Kneher gab uns einen informativen Überblick über sein Leben, das in mancher Hinsicht ein exemplarisches Templer-Leben war; Peter Lange hielt, anknüpfend an Rohrers Schrift, eine eindrucksvolle Andacht zu den grundlegenden Fragen von Gotteserkenntnis und Reich Gottes (beides wird in einer Sonderbeilage zur »Warte« erscheinen).

Wie immer sorgte Rumi Hornung, diesmal zusammen mit dem Oboisten Alfred Eissele, für eine schöne und stimmige musikalische Umrahmung.

Es folgte ein wie immer exzellentes Mittagessen, und danach erfreute uns Jakob Eisler mit einem Vortrag über die Tempelkolonie Jaffa Tempelgründungsfeier- auch, wie immer bei ihm, so lebendig, dass man trotz der ungünstigen Umstände (verfressene Mittagsmüdigkeit) eifrig zuhörte, und so informativ, dass wohl jeder noch einiges Neue dazugelernt hat - ich z.B., dass Jaffa so etwas wie das "industrielle Zentrum" der Tempelkolonien war.

Und dann wieder Kaffee und Kuchen (wie das "Küchen-Personal" dies so schnell und reibungslos hintereinander schafft, bleibt mir ein unerklärliches Wunder) und dazwischen, davor und danach, viele Gespräche mit Freunden, Verwandten, Besuchern.

Ganz herzlichen Dank allen, die dazu beigetragen haben, den Tag so schön zu gestalten: die den Saal wunderschön geschmückt haben, nach tagelanger Vorbereitung das Essen gezaubert haben, die unermüdlich gespült und organisiert und wieder aufgeräumt haben - und schließlich allen, die das Schwätzen wieder mal zu einer erfreulichen Beschäftigung gemacht haben, für mich jedenfalls!

Brigitte Hoffmann


Ausflug in den Kletterpark

Am Sonntag, 5. Juli, starteten wir mit Timon und Christl Hänel und 8 Kindern unterschiedlichen Alters (8 bis 16) in Richtung Schloss Lichtenstein und dem in der Nähe gelegenen Kletterpark - das war ein toller Kletterkurs auf hohen Seilen, mit acht verschiedenen Stationen, die jeweils über vier oder fünf "Brücken" mit ansteigendem Schwierigkeitsgrad zu überqueren waren.

Als wir hinkamen, schien die Sonne noch, doch schon, während wir noch Schlange standen, um unsere Ausrüstung zu erhalten, verdunkelte sich der Himmel und es begann zu regnen. Ausflug in den KletterparkWir warteten den ersten Schauer ab und fragten uns, ob wir wohl direkt von den Baumwipfel-Plattformen herunterrutschen würden - aber wir durften weitermachen (wir nahmen an, dass die Helfer wussten, wovon sie redeten!).

Nachdem wir die Ausrüstung erhalten hatten - Klettergeschirr, Helm und besonders cool aussehender Schal -, bekamen wir die Erklärungen, wie man sicher klettert und wie man sich überhaupt verhält. Kate und ich erhielten diese Instruktionen auf englisch - was für ein Privileg! In kleinen Gruppen je 3 Personen bekamen wir schließlich die Erlaubnis, aufzusteigen. Kate, Lisa und ich wählten unsere erste "Brücke" und los ging's. Dass Kate und Lisa weg waren wie die Raketen, während ich mich wackelig über die Seile vorwärts bewegte, mich an meine Karabiner-Seile klammerte und möglichst nicht nach unten schaute, brauche ich wohl kaum zu sagen. Ich war gerade auf der Hälfte, als der Helfer auf der Plattform hinter mir rief: »Alle abseilen, es kommt ein Gewitter!« - Das waren genau die Worte, die man hören möchte, wenn man sich in der luftigen Höhe von 4 Metern über dem Boden befindet!

Unglücklicherweise war das dann auch das Ende dieser Unternehmung. Jeder musste den Kurs verlassen, weil das Gewitter hereinbrach - insgesamt hatten wir wohl gerade mal 20 Minuten Zeit gehabt zu klettern.

Doch nun trat - nach echter Templer-Tradition - Plan B in Kraft: Mittagessen und ein Gang durch die Nebelhöhle, an der wir auf dem Weg zum Kletterpark schon vorbei gekommen waren. So hatten wir an dem Tag viel Spaß; das Mittagessen hat sehr gut geschmeckt, die Höhle war wirklich sehr eindrucksvoll und natürlich war unsere Gruppe toll - wir lernten Templer-Kinder kennen, von denen etliche in ein paar Wochen mit ins Ferienlager kommen werden. Kate und ich hatten unseren Spaß, auf deutsch/englisch mit den Kindern zu schwätzen. Ein großes Dankeschön an Timon und Christel für die Organisation dieses Tages und unseren Transport - und für die Beantwortung aller unserer Fragen!

Susi und Kate Blackwell

Am Sonntag, dem 5. Juli, wollten wir zu dem Kletterpark auf dem Lichtenstein. Wir hatten auch schon die Klettereinweisung bekommen, als ein Gewitter aufkam. Zuerst warteten wir und gingen zu einer kleinen Wirtschaft; da diese so voll war und das Wetter nicht besser werden wollte, machten wir uns auf den Weg zur Nebelhöhle. Dort aßen wir dann auch. Nach dem Essen stiegen wir in die Höhle. Dort war es kalt und riesige Tropfsteine hingen von der Decke. Nun hatte der Tag doch noch ein schönes Ende genommen! Ich freue mich auch schon auf den nächsten Ausflug mit der Tempelgesellschaft.

Kyra Christen


Abendsaal

Er war bisher immer der "klangvolle Abschluss" vor den Sommerferien. In diesem Jahr musste er früher stattfinden, am 12. Juli, weil Stephen Blaich keinen späteren Termin mehr frei hatte. Und ohne ihn wäre ein solcher Abendsaal, der seinen Schwerpunkt auf der Musik hat, nicht möglich oder würde zumindest einen ganz anderen Charakter haben. Keiner kann wie er eine Gemeinde aktivieren und begeistern, neue Lieder zu lernen und z.T. zwei- und dreistimmig - zu singen, so dass es am Ende zu unserer immer wieder neuen Überraschung ganz ordentlich klingt.

Wie im letzten Jahr gestaltete er den Gottesdienst zusammen mit seinem Vater Wolfgang Blaich, der den Wort-Teil übernahm: kurze Predigt, Gedichte, gelesene Texte, und wie beim letzten Mal zeigte sich, dass sich Vater und Sohn besonders gut aufeinander abstimmen können.

Das Thema war der Abend mit seinen verschiedenen Aspekten: dem Rückblick auf den vergangenen Tag, mit dem Dank für die Erfahrungen, die er gebracht hat; die wohltuende Ruhe nach den Mühen des Tages; die Stille, die das Gefühl frei macht für den Blick zu Firmament und Sternen und damit zur großen Harmonie des Kosmos; ein Empfinden auch dafür, dass so, wie jeder Tag zu Ende geht, auch unser Leben eingebunden ist in diese ewige Ordnung; und ein Gefühl der Geborgenheit in dieser großen Harmonie.

Besonders beeindruckt hat mich, und wohl die meisten von uns, die Einführung in den gregorianischen Psalmengesang, der zum Stundengebet der Mönche gehörte, und dann das Selber-Singen, das mit etwas Einübung ganz gut gelang. Es gab uns eine Ahnung davon, wie viel Ruhe und Sammlung von diesem eigentlich (und fast wörtlich) eintönigen Sprechgesang ausgehen kann.

Daneben sangen wir auch ganz anderes, einen Kanon, neue Lieder und altvertraute Abendchoräle. Alles in allem war es ein schöner und beeindruckender Saal.

Vielen Dank, Stephen und Wolfgang!

Brigitte Hoffmann


Sommerfest

Das Sommerfest fand in diesem Jahr schon am 18.7. statt, wegen notwendig gewordener Terminverschiebungen nichtals letzte Veranstaltung vor den Ferien, aber das tat der Stimmung keinen Abbruch, so wenig wie die Tatsache, dass das Wetter nur mäßig sommerlich war und wir daher nicht auf der Terrasse sitzen konnten.

Aber es gab, wie jedes Jahr, phantastische (im doppelten Wortsinn) Salate und Süßspeisen (letztere z.T. so hübsch dekoriert, dass es einem leid tat, die Pracht einfach zu essen) und sehr gutes Grillfleisch - und jede Menge Zeit zum Schwätzen. Offenbar haben es alle genossen: um 6 Uhr hatten wir angefangen und um 11 Uhr waren immer noch welche da (diese Letzten allerdings zum Aufräumen, bei dem, wie immer, viele mitgeholfen haben).

Herzlichen Dank allen, die zum Gelingen des Festes beigetragen haben: die die kulinarischen Köstlichkeiten beigesteuert, den Klubraum hergerichtet und dekoriert, stillschweigend nebenher und hinterher gespült und wieder aufgeräumt haben!

Brigitte Hoffmann


Sommerferienlager - Es führt über den Main eine Brücke aus Stein...

Eigentlich hatte ich eine lange Fahrradtour für den August geplant, die aber ins Wasser fiel. Karin Klingbeil fragte mich, ob ich nicht für eine Ferienlagerbetreuung einspringen könnte Sommerferienlagerfür eine Woche auf Burg Rothenfels. Die australische Betreuerin würde nach der ersten Woche zurückfliegen.

Ich sagte nach meiner geplatzten Radtour zu und begann mich aufs Ferienlager zu freuen. Auf der Zugfahrt durch den einsamen Spessart konnte ich schon einen Eindruck gewinnen von der waldigen Mittelgebirgslandschaft. Die Australier sah ich noch kurz am Zug, bevor sie zum Flughafen fuhren und ich von Jörg Struve zur Jugendherberge in der Burg gefahren wurde.

Auf einer Höhe über dem Main thront die Burg Rothenfels mit ihrem Bergfried. In gemütlichen Kemenaten im Inneren waren wir untergebracht und in einem alten Rittersaal nahmen wir die Mahlzeiten zu uns.

Wir waren zusammen neun, die Jüngsten sind nach den Sommerferien in die 5. Klasse gekommen, der schon allein durch schiere Körpergröße über allem stehende Älteste war schon 15 Jahre alt. Doch das schien gut zu funktionieren. Jeder hatte seine Interessen und kam auch ganz gut auf seine Kosten: An der Burg ist ein schön gelegener großer Fußballplatz, wo Jungs und auch Mädchen gerne waren, Sommerferienlagerund auf der Fahrt nach Würzburg wurden in der prächtigen Residenz Prinzessinnenträume erfüllt: weil die großen Mädchen beide gern Medizin studieren würden, wurde sogar das Zimmerchen besucht, in dem Röntgen die berühmten Strahlen entdeckt haben soll.

Zunächst war ich ganz schön erstaunt, weil alle so lieb und gut erzogen waren. Sie hielten den anderen die Tür auf, sagten "danke", schauten links und rechts, bevor sie eine Kreuzung überquerten. Am Essenstisch oder an der Bushaltestelle führten sie auch mal Gespräche über ihre Vorstellungen von Gott oder Schönheit. Und so komplizierte Begriffe wie "spießig" wurden mir auch gut erklärt: "Das sind die, die sich nur um ihr eigenes Leben kümmern."

Mit Lunchpaket im Rucksack gingen sie mit uns auf längere Wanderungen, überquerten Bäche, badeten teilweise sogar in eiskaltem Wasser, spielten meist einträchtig abends Fußball.

Jonny weiß von sich: »Ich werde nie krank, wenn ich nasse Sachen an lasse.« Das habe ich auch immer gesagt. Zum ersten Mal war ich es, die überzeugen musste. Man wird krank, wenn man die Badesachen anlässt! Oh, mir fehlt es noch an Überzeugungskraft! Jörg war da, angenehm ruhig und so Ferienlager-erprobt, sorgte er dafür, dass ich mich nicht überfordert fühlte und es nicht zu dramatisch wurde, wenn es Streit gab, jemand nie bei der Schnecke gewann oder Heimweh hatte.

Es war mein erstes Ferienlager, das ich mit leiten durfte und bisher war es fast das lustigste und entspannteste für mich!

Hanna Thaler


Gemeindefreizeit in Pforzheim

Romantisch ist sie, die Jugendherberge Rabeneck in der gleichnamigen Burg des Pforzheimer Ortsteils Dillweißenstein im Nagoldtal. Gleichzeitig aber auch modern, weist sie doch Zimmer mit Nasszellen und sogar einen Fahrstuhl auf.

Dort trafen am Freitagabend - mal wieder peu à peu - die rund 20 Teilnehmer der diesjährigen Gemeindefreizeit ein. Stand der erste Abend noch im Zeichen der üblichen Spiele mit Getränken und Knabbereien, so ging es am nächsten Morgen bei strahlendem Sonnenschein auf den »Walderlebnispfad« nach Unterreichenbach mit hölzernem »Waldorchester« und einem »Niedrigseilgarten«.

Am Nachmittag folgte dann der Besuch des schon vom letzten Aufenthalt bekannten Wildparks von Pforzheim mit Pumafütterung und Abschluss im Biergarten. Auf Vorschlag von Tine besuchten wir am Sonntag schließlich auch noch das malerisch gelegene Neuenbürg mit seinem Schloss hoch über der Enz und das dort befindliche, begehbare »Theater«, in dem Hauffs Märchen »Das steinerne Herz« auf sehr unterhaltsame Weise dargestellt wird.

So ging ein erneut abwechslungsreiches Wochenende zu Ende, das durch die etwas merkwürdige Verpflegungs-"Strategie" der Jugendherberge nur unwesentlich getrübt wurde.

Jörg Klingbeil


Mitgliederversammlung

Keine Wahlen zu absolvieren... Schlechtes Wetter... Der Kreis der erschienenen Mitglieder war recht überschaubar. Eingangs überbrachte der Tempelvorsteher, Dr. Rolf Beilharz aus Australien, die herzlichen Grüße unserer australischen Schwestergemeinden und gab einen Bericht über die zahlreichen Aktivitäten und die erfreuliche Mitgliederentwicklung der TSA. Im Folgenden wurden dann unter der Leitung unseres Gebietsleiters Wolfgang Blaich die einzelnen Tagesordnungspunkte - zügig (oder doch nicht zügig genug?) abgehandelt. Die Erläuterung des Jahresabschlusses 2008 durch Ludwig Beilharz nahm in Anbetracht des komplexen Zahlenwerks breiteren Raum ein. Diskussionsbedarf ergab sich hierzu nicht. Nachdem auch die Rechnungsprüfung durch Winfried Bitzer keinen Grund für Beanstandungen gefunden hatte, erteilte die Mitgliederversammlung einstimmig der Gebietsleitung Entlastung. Die Mitgliederentwicklung weist leider weiterhin eine negative Tendenz auf: Zwei Neueintritten standen seit der Mitgliederversammlung 2008 sechs Todesfälle gegenüber; aktuell weist die TGD 143 Mitglieder auf (zum Vergleich: die TSA hat rund 550 Mitglieder).

Zum Abschluss der Versammlung wurde Peter Lange für seine 25-jährige Tätigkeit als Schriftleiter der »Warte« geehrt. Wolfgang Blaich bedankte sich im Namen der gesamten TGD und überreichte ein Geschenk.

Jörg Klingbeil


Dankfest

Es war ein Fest, an dem alles stimmte: der im Saal vorne auf der Bühne festlich aufgebaute, wunderschöne Erntedank, in diesem Jahr besonders reich ausgefallen; die uns durch den Vormittag begleitende Musik, auf hohem Niveau dargeboten von Rumi Hornung (Klavier) und ihrer Tochter Irina (Violine); sowie die Ansprachen von Tempelvorsteher Dr. Rolf Beilharz und seinem Vorgänger im Amt Peter Lange.

Nur eines haben wohl alle schmerzlich vermisst: in diesem Jahr ist kein Kind dargestellt worden. So wies Peter in seiner Ansprache darauf hin, dass wir Templer uns nicht nur zum herbstlichen Erntedank zusammenfänden.Erntedank Vielmehr nützen wir diesen Tag, um Dank zu sagen natürlich auch für die Früchte, die uns die Erde spendet. Mit der Darstellung aber, bewusst auf das Dankfest gelegt, bekunden wir unseren Dank für das Kind, dem höchsten Geschenk.

Wir hatten gerade gesungen »Danke, ach Herr, dass ich danken kann«, als Peter einen weiteren Punkt ansprach, der doch jedem von uns zu denken geben sollte: wie ist es denn, wenn wir eine kleine Handreichung, ein Geschenk, eine Liebenswürdigkeit entgegennehmen, danken wir dann immer, verschieben wir nicht manches Mal die Regung auf später, vergessen wir sie sogar? Sind wir nicht selber empört, wenn uns nicht gedankt wird? Die Mahnung war hörbar! Peter hat sie anschaulich mit einem Beispiel aus dem Lukas-Evangelium unterstrichen, das uns zeigt, dass das rechte Danken schon zu Jesu Zeiten ein Thema war.

Es ist ein guter Brauch, dass sich der jeweilige Tempelvorsteher immer wieder zur weit entfernten Schwestergemeinde begibt, um mit diesen Gemeindegliedern zusammen sein zu können. Rolf Beilharz hat sich für seinen Besuch die Zeit des Dankfestes ausgesucht. So konnten wir ihn "live" erleben, was ich besonders schön fand.

Seine Ansprache stellte er unter das Bibelwort aus dem 2. Korintherbrief: »Wer da kläglich sät, der wird kläglich ernten, und wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen.« Darin spiegle sich der Grundgedanke der Tempelgesellschaft wieder, die Hinwendung (Liebe) zum Nächsten, eine Lebenshaltung, für die man Freude und Befriedigung empfange.

Religiöser Glaube und moderne wissenschaftliche Erkenntnisse müssten sich nicht gegenseitig in Frage stellen. Viele Texte der Bibel gäben nur den damaligen Wissensstand wieder. Damit sie unveränderbar blieben, seien sie später in Dogmen verankert worden. »Sieht man Religion und moderne Wissenschaft als Teile eines größeren Bildes, das auch die Evolution und die Geschichte des modernen Menschen enthält, so fällt der Streit zwischen Religion und Wissenschaft weg. Es bleibt nur der Unterschied zwischen altem und neuem Wissen. Ich bin froh und wir alle dürfen dankbar sein, dass wir Templer uns nicht mit diesem Streit befassen müssen. Wir können uns auf unser Ziel konzentrieren« und im Rahmen unserer beschränkten Möglichkeiten für ein Miteinander in einer friedlicheren Welt einsetzen.

Brigitte Kneher

Unsere Küchenfeen Karin und Gridle hatten uns wieder ein schmackhaftes Mittagessen im Gemeindehaus zubereitet, für etwa 50 Teilnehmer keine kleine Leistung. Ihnen und allen Helfern sei an dieser Stelle nochmals herzlich dafür gedankt.

Die Dankfestspende für das neue Tor am Jerusalemer Friedhof belief sich auf 356 Euro.


Besuch im Deutschen Museum

Pünktlich um 8 Uhr am Volkstrauertag, dem früheren Heldengedenktag, stand das Kloß'sche Taxi vor meiner Tür. Tine und vier ihrer Kinder sowie Familie Pankratz fanden in der Großraumlimousine Platz und so fuhren wir entspannt nach München, wo uns das Navigerät auch zielsicher zur Isarinsel lotste.

Die bald 50.000 qm Ausstellungsfläche des Museums, verteilt auf acht Etagen, machen den Besucher anfangs etwas ratlos, wo er denn überhaupt beginnen solle und was ihn denn am meisten interessiere. Es gibt stündlich in den verschiedenen Abteilungen Führungen und Erläuterungen.

Wir entschieden uns, eher gemächlich durch die Ausstellung zu schlendern, saßen im Planetarium und schauten in den nächtlichen bayrischen Himmel, waren im Kinderland, in dem die allerkleinsten Besucher schon Experimente machten, waren bei einer Vorführung von alten Musikinstrumenten, wo sogar Josephine einige Töne dem alten Spinett entlockte.

Am Abend verließen wir müde und zufrieden das Museum, nicht ohne auch den Souvenirshop besucht zu haben.

Auf der Heimfahrt noch kurze Rast mit Hamburger, Pommes und Cola. Spätabends kamen wir, müde und zufrieden, wieder in Stuttgart an.

Schade nur, dass nicht mehr Jüngere mit uns nach München gefahren sind!

Frank Rüttler


Freitagabendtreff »Gott, Gene und Gehirn«

Unter diesem Titel hielt der Religionswissenschaftler Dr. Michael Blume bei uns einen Vortrag. Anlass und Grundlage dafür war das Buch gleichen Titels, das er zusammen mit dem Wissenschaftsjournalisten Rüdiger Vaas im Frühjahr dieses Jahres herausgegeben hat. Allen, die nicht dabei waren, mein herzliches Bedauern: sie haben etwas versäumt. Der Vortrag war hochinteressant, und er war ein Genuss. Dr. Blume sprach klar und anschaulich, mit Humor und einer Begeisterung, die sich direkt auf die Zuhörer übertrug (das ging nicht nur mir so, sondern allen, mit denen ich gesprochen habe). Einziger Wermutstropfen: er sprach zwar so gut, dass ich problemlos folgen konnte, aber zugleich so schnell, dass ich nicht alles behalten und erst recht keine Notizen machen konnte. Deshalb kann ich hier auch keine systematische Zusammenfassung geben, sondern nur, subjektiv, einige Aspekte, die mich besonders beeindruckt haben.

Trotzdem zunächst kurz gefasst das Grundanliegen des Vortrags: so weit wie möglich wissenschaftlich zu erklären, woher Religion und Religiosität kommen, wie sie sich in 30 Millionen Jahren entwickelt und was sie bewirkt haben, was sie bewirken können und wie. An einer Antwort auf diese Fragen des Buches haben Vertreter vieler wissenschaftlicher Disziplinen mitgewirkt: Paläologen, Archäologen und Historiker, Philosophen und Theologen, Anthropologen und Neurologen, Physiker und Chemiker usw. So entstand eine fundierte, einleuchtende Gesamtschau.

Einige Aspekte, die mich faszinierten: Schon bei den Neandertalern, der frühesten für uns greifbaren Form des homo sapiens, gab es Grabbeigaben - Zeichen für einen Jenseitsglauben.

Als Folgerung daraus, und durch die Gehirnforschung "beglaubigt": Religiosität ist, ähnlich wie Musikalität oder Sprache u.a., eine genetisch bedingte Anlage aller Menschen, die aber bei verschiedenen Menschen verschieden stark ausgeprägt ist und sich umso eher entwickelt (oder auch nicht), je mehr "Nahrung" sie aus dem Umfeld erhält Die Bio-Logik des Glaubens - Daten: Dominik Enste, Institut deutsche Wirtschaft, Köln 2007(vgl. den unterschiedlichen Grad an Religiosität in Ost- und Westdeutschland, Artikel »Religion in der Schule«, »Warte« September 2009).

Diese Anlage zur Religiosität hat sich über 30 Millionen Jahre hinweg erhalten und weiterentwickelt, weil sie im Rahmen der Evolution einen Überlebensvorteil bedeutete. Einer der Hauptgründe ist wohl, dass sie das Gemeinschaftgefühl stärkt (vgl. den Artikel über die Untersuchungen von R. Sosis »Was macht den Erfolg einer Religion aus?«, »Warte« Mai 2009).

Ein Nebenaspekt dazu ist interessant für den Vergleich bzw. die Konkurrenz von Religionen und Konfessionen: je intensiver (und: je enger) religiös eine Gruppe ist, desto mehr Nachkommen produziert sie - auch das ist ein Überlebensvorteil. Die Zahlen sind statistisch erhärtet, ein Blick auf die Evangelikalen in den USA oder die Orthodoxen in Israel veranschaulichen sie. Laut Dr. Blume trug dieses Phänomen wesentlich zum Siegeszug des Christentums in den ersten Jahrhunderten bei.

Natürlich werden diese Einzelbeispiele den komplexen Zusammenhängen des Geschehens und es Vortrags nicht gerecht. Aber sie zeigen vielleicht, wie spannend das Ganze war. Für alle, die mehr darüber wissen wollen: das Buch ist im Buchhandel erhältlich (Rüdiger Vaas, Michael Blume, »Gott, Gene und Gehirn - Warum Glaube nützt. Die Evolution der Religiosität«. Verlag: Hirzel, Stuttgart, ISBN: 978377761678-0)

Brigitte Hoffmann


Gemeinde-Weihnachtsfeier

Erst kurz vor Redaktionsschluss der »Warte« erreichte mich die Bitte, einen Rückblick auf das Weihnachtsfest zu schreiben, das wir im Gemeindehaus am Sonntag, dem 20. Dezember 2009, so schön gefeiert hatten.

Aber jetzt, wie war es denn gewesen? Was haben wir gehört, gesehen und gesungen? Familiäre Festtage, Besucher, der Jahreswechsel mit neuen Herausforderungen, nicht zuletzt der viele Schnee vor der Haustüre, haben die Degerlocher Feier weiter weg rücken lassen.Weihnachtsfeier Meine Gedächtnislücken half die Verwaltung schließen, denn auch der Zettel mit den Weihnachtsliedern und den hilfreich ausgedruckten einzelnen Strophen von »O du fröhliche«, »Ich bete an die Macht der Liebe«, »Dies ist die Nacht«, «Ihr Kinderlein kommet« und »Engel auf den Feldern singen« war auch nicht mehr auffindbar.

Noch immer aber spüre ich die Wärme und das Gefühl der Zusammengehörigkeit in mir, das von diesem Nachmittag ausgegangen ist. Und so war für mich die Templer-Weihnachtsfeier auch diesmal der Auftakt und das Einstimmen auf Weihnachten.

Natürlich gab es wieder einen von Grid Lange prächtig geschmückten Baum, die Tische waren liebevoll gerichtet, es fehlte nicht an Gebäck, zu dem später noch der Punsch gereicht wurde. Der wohlige Duft zog durch das ganze von Kinderstimmen erfüllte Haus.

Die »Sinfonia« aus dem Weihnachtsoratorium, meisterlich vorgetragen von Karins Plattenhardter Flötenkreis, verstärkt durch Hiltraud Kratzert und Christine Klingbeil, brachte das Haus zur andächtigen Ruhe.

Brigitte Hoffmann führte uns durch die weihnachtliche Feier. Sie ließ junge Leute dabei zu Wort kommen, vertiefte und kommentierte gestaltend die Aussagen. Es ist Christine und Stefan Klingbeil und Felix Schreiber herzlich zu danken, dass sie sich zum Thema "Weihnachten" ansprechen ließen und sich Zeit dafür nahmen. Was sie zu sagen hatten, machte uns alle recht nachdenklich. Und es war gut, dass sie es laut aussprachen:

Den vorweihnachtlichen Stress nahmen alle drei zum Thema. Felix erzählt aber auch von den vielen Klausuren, dem "Endspurt", den die Schule den Schülern abverlangt und der an wenig anderes denken lässt. Das Besorgen von Geschenken wird zum Problem, und was hat dann das alles mit Weihnachten zu tun? KrippenspielEr meint dann ganz nüchtern, jährlich nehme man diesen Weihnachtsstress in Kauf, »man möchte dies und entzieht sich nicht. Vielleicht ist es eben dies, was man so liebt in dieser Zeit, überall ist etwas los, jeder bereitet was vor, man ist wohl selbst ein Teil einer Bewegung, die sich zu einem produktiven Ganzen zusammenfindet«.

Stefan setzte sich auch mit den religiösen Inhalten Weihnachtens auseinander. Was bedeutet dieser Tag für uns? Ist er nur ein Tag der Geschenke, wie 56% bei einer Umfrage angaben?

»Vor diesem Hintergrund ist die Frage, was Weihnachten uns heute noch bedeutet ganz akut. Insbesondere wir Templer, die wir Jesus nicht für den eingeborenen Sohn Gottes halten, der die Welt erlöst hat, müssen uns ja die Frage stellen, was uns das Weihnachtsfest als Geburtstag eines Menschen, der vor 2000 Jahren gelebt hat, noch bedeutet? Noch dazu hin, da das Datum sicher nicht historisch ist.«

Für Stefan ist der Heilige Abend eine wichtige Zeit des "Zur-Ruhe-Kommens", der Besinnung auf die wesentliche Dinge des Lebens, und da kann uns Jesus, dessen Geburt wir feiern, sehr hilfreich sein. Den Geschenketausch sieht Stefan eher positiv, sei das Geschenk doch ein Zeichen dafür, dass man sich über den Beschenkten besondere Gedanken gemacht habe. Die weihnachtlichen Tage verbringt er mit Menschen, die er liebt und die ihm wichtig sind. Das bereite in ihm ein wohliges Gefühl.

Christine prangert das schon im September beginnende Weihnachtsangebot in den Kaufhäusern an, was nachgerade zu einem gewollten Konsumzwang führe. Für sie selbst bedeutet Weihnachten in erster Linie das Zusammensein mit der Familie, die Zeit füreinander, die im Alltag oft fehle und das Nutzen der besinnlichen Stimmung für einen Rückblick auf das Jahr. Das persönliche Beschenken habe bei ihr den hohen Stellenwert eingebüßt.

»Wenn ein prunkvolles Fest mit viel Glitzer "Pauken und Trompeten", Nikoläusen und Engeln dazu gehört, um sich an Weihnachten zu erinnern, dann soll es wohl so sein.Krippenspiel Vielleicht braucht es all das, um sich der Besonderheit dieses Menschen Jesus bewusst zu werden. Weihnachten ist das Fest der Liebe, weil wir ein freudiges Ereignis feiern - weil wir einen Menschen feiern, der im Zeichen der Liebe gehandelt und gelebt hat.

Deshalb ist es wichtig, hier und heute Ruhe zu finden und sich darauf zu besinnen, was das Kommen Jesu, sein Leben und seine Lehre jedem einzelnen von uns bedeuten. Denn genau darum geht es, wenn wir Weihnachten feiern.«

Nach einem weiteren Musikstück durfte die Kindergruppe endlich ihr heiteres Krippenspiel vorführen. Wir bewunderten die kleinen Schauspieler, die gekonnt ihren Auftritt meisterten, war doch für die Einübung wenig Zeit vorher gewesen.

Und dann war es soweit: die Bescherung! Für jedes Kind zauberte Christine ein Päckchen aus dem großen Sack, liebevoll verpackt und für den kleinen Empfänger extra ausgesucht.

Wir haben ein schönes Weihnachtsfest im Gemeindehaus erlebt. Auch der 15- jährige James Kemper aus Melbourne, der seine sommerlichen Weihnachtsferien im Verwandtenkreis in Deutschland nützt, um seine Deutschkenntnisse zu vertiefen, war dieser Ansicht. Er fühlte sich wohl - gerne wäre er mit den Kleinen zur Bescherung nach vorne gegangen, aber dafür war er halt nun doch zu groß.

Herzlich danke ich allen, die für uns diese festlichen Stunden gestaltet haben.

Brigitte Kneher

Auch in diesem Jahr hat Woldemar Pankratz bei der Weihnachtsfeier wieder gefilmt, um - wie schon in den letzten Jahren - eine CD zu erstellen, die vor allem das Stück der Kinder wiedergibt - eine schöne Erinnerung, besonders für spätere Zeiten! Wer Interesse an einer solchen CD hat, kann sie in der Verwaltung bestellen. Kostenpunkt: 5 Euro.

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