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Die Warte des Tempels
Monatsschrift für offenes Christentum
Ausgabe 164/9 - September 2008
»Wie sind deine Werke so groß und viel!«
Sonntags-Andacht beim TGD-Seminar 2008
Zu Beginn der Andacht erklang ein Satz aus Joseph Haydns Oratorium »Die Schöpfung«. Danach las Brigitte Hoffmann Verse aus dem 104. Psalm.
Das sind wunderbare Bilder, Musikbilder, Wort-Bilder, die uns zutiefst anrühren. Dürfen wir uns noch an diesen Bildern berauschen?
Wir wissen, dass sie in vielen Punkten nicht der tatsächlichen Entwicklung und den tatsächlichen Zusammenhängen entsprechen. Sie spiegeln das anthropozentrische Weltbild ihrer Entstehungszeit - der Psalm wurde wohl vor zweieinhalb Jahrtausenden gedichtet und aufgeschrieben.
Er schildert die Erde als einen Ort, der so eingerichtet ist, dass die Menschen dort das finden oder schaffen können, was sie brauchen - bis zum Wein, der ihr Herz erfreut, und zum Öl, mit dem sie sich einreiben und schön machen können. Und selbst die Löwen gehen praktischerweise vor allem bei Nacht auf Beute aus, damit die Menschen bei Tag ihrer Arbeit nachgehen können. Und das Gras wächst, damit der Mensch Vieh halten kann; der tatsächliche Zusammenhang ist gerade umgekehrt: das Vieh kann nur dort gedeihen, wo Gras wächst.
Ich habe die Beispiele - es gäbe noch mehr - aufgezählt, weil sie mich erfreuen, mich lächeln machen. Das nimmt nichts weg von der großartigen Wahrheit, die hinter diesen Bildern steht.
Da ist vor allem anderen die selbstverständliche Überzeugung des Psalmisten, dass hinter dieser wunderbaren Ordnung der Natur und des Kosmos ein Schöpfer steht, eine göttliche Macht, die alles geschaffen hat, was ist, und mit allem verbunden ist. Das ist eine Überzeugung, die wir wohl alle teilen, obwohl - oder vielmehr gerade weil - sie sich nicht wissenschaftlich beweisen lässt. Astronomen, Kosmologen, Physiker haben in den letzten Jahren und zum Teil Jahrzehnten auf Grund von satellitenübermittelten Daten die Entstehung des Kosmos zurückverfolgt bis auf Sekundenbruchteile nach dem Urknall. Aber dahinter bleibt immer noch die Frage: was war davor? Und was bedeutet »davor«, wenn es Zeit erst seit dem Urknall gibt? Es gibt für uns keine Antwort.
Seit dem Urknall vor 10-20 Milliarden Jahren dehnt sich der Kosmos aus in die Dimension von heute, in einen Raum von ca. 16 Milliarden Lichtjahren Durchmesser (ein Lichtjahr ist die Strecke, die ein Lichtstrahl in einem Jahr zurücklegt, bei einer Geschwindigkeit von 300 000 Kilometern pro Sekunde). Und der Kosmos wächst weiter - bis wann? wohin? Es gibt keine Antwort, es geht über unser Denk- und erst recht über unser Vorstellungsvermögen hinaus.
Dass das alles überhaupt erforscht werden konnte, erscheint uns als ein weiteres Wunder in diesem Fall ein Wunder des menschlichen Geistes. Aber woher kommt dieser Geist? Woher kommt er, dass wir, als einzige der uns bekannten Wesen, ein Bewusstsein haben, das uns wenigstens Ausschnitte der Welt erkennen lässt, das unsere Persönlichkeit ausmacht und bewirkt, dass von den 6 Milliarden Menschen, die heute leben, jeder einzigartig ist und nicht seinesgleichen hat, nicht einmal unter eineiigen Zwillingen? Hirnforscher versuchen das zu erklären. Sie haben festgestellt, dass jedes Gehirn aus Millionen von Nervensträngen besteht - aneinander gereiht würden sie um den Erdball reichen - und aus Milliarden von Synapsen, Verbindungsstellen, die die einzelnen Impulse weitergeben. Sie haben in manchen Fällen festgestellt, welche Hirnregion aktiv ist, wenn wir zum Beispiel einfache Entscheidungen treffen. Aber damit ist noch nichts darüber gesagt, wie diese Entscheidungen ausfallen, wie viele bewusste und unbewusste Wahrnehmungen, Gedankenverbindungen, Gefühle in sie eingehen.
Je mehr wir von der Welt erkennen, desto mehr stehen wir mit Staunen und Bewunderung vor ihrer ungeheuren Vielfalt und Komplexität. Früher argumentierten fortschrittliche Rationalisten, Gott sei der Lückenbüßer für alles Unerklärliche, und wenn wir erst einmal alles erklären könnten, bräuchten wir ihn nicht mehr. Inzwischen sagen manche großen Forscher, sie seien gerade durch ihre Forschung zum Glauben an einen Gott gekommen. Natürlich nicht alle. Man kann Gott nicht beweisen. Aber man kann - und wir können - zurückkommen zur demütigen Bewunderung des Psalmisten: »Herr, wie sind deine Werke so groß und viel, und die Erde ist voll deiner Güter!« (Vers 24).
Die Bilder des Psalmisten zeigen uns noch mehr, allen voran seine Bilder von Gott. Wir können nicht wissen, wie Gott ist. Wir können nur in Bildern von ihm sprechen. Aber die Bilder, die wir uns von ihm machen, bestimmen unsere Einstellung zum Leben.
Am Anfang unseres Psalms heißt es: »Herr, mein Gott, du bist sehr herrlich; du bist schön und prächtig geschmückt. Licht ist dein Kleid, das du anhast« (Vers 1b, 2a). Licht als das Kleid Gottes - das ist ein Bild, das mich begeistert. Als wir vor wenig mehr als einer Woche noch Aprilwetter hatten, mit Sonne und treibenden Wolken dazwischen, lichtdurchglühten weißen Kissen, durchsichtig weißen Federwolken darüber, dicken grauen Wolkengebirgen und solchen mit einem Silberrand aus Licht, da hatte ich ganz spontan dieses Gefühl, ein Stück vom Kleid Gottes zu sehen.
Und noch mehr: da gehörte zu diesem Kleid Gottes nicht nur das Licht selbst, sondern alles, was es erstrahlen machte: Bäume und Blumen, die ganze Natur, in einem weiteren Sinn auch die Menschenwelt. Man kann das pantheistisch sehen: Gott ist die Natur, oder panentheistisch: Gott ist in allem Sein, aber auch ein Umfassendes darüber, oder auch: ein göttlicher Funke ist in allem Lebendigen. Vielleicht sind die Unterschiede gar nicht so wichtig, wahrscheinlich sind sie vielen Menschen gar nicht bewusst. Wichtig ist nur, dass alles Lebendige mit Gott verbunden ist. Das Bild ist einprägsamer und umfassender, eben weil es nicht festgelegt ist.
Und wenn es von Gott heißt: »Du bist schön und prächtig geschmückt«, dann ist auch Schönheit ein Attribut Gottes, dann ist Schönheit und die Freude daran ein Teil unseres Glaubens und unseres Dankes an ihn. Wahrscheinlich hat es jeder schon einmal erlebt, bewusst oder unbewusst: wir werden fröhlicher und kommen leichter durch den Tag, wenn wir etwas Schönes sehen oder hören: den Gesang der Vögel oder den Duft des Flieders, eine schöne Kirche oder eine blühende Wiese. Das muss nicht immer großartige Schönheit sein wie eine aufgehende Rosenknospe oder der Prunk der Pfingstrosen; vielleicht auch etwas ganz Unscheinbares wie die wilden Gräser an den wenigen unbearbeiteten Wegrainen, die zur Zeit ihre zarten Blütenrispen im Wind wiegen, oder die Gänseblümchen, die schon zwei Tage nach dem Mähen wieder zu blühen anfangen und ein weißes Stickmuster ins Grün des Rasens setzen; oder, wie neulich auf dem Sonnenberg, ein Verkehrsteiler, so dicht bestanden mit Löwenzahn, dass er zu einem einzigen goldgelben Fanal wurde. Wenn wir nur die Augen aufmachen, gibt es gewiss keinen Tag, an dem wir nicht etwas Schönes sehen und uns daran erfreuen können.
Noch ein Bild aus einem Teil dieses Psalms, den ich nicht im Ganzen gelesen habe: es ist vom Meer die Rede, und dann heißt es: »Da sind große Fische, die du gemacht hast, damit zu spielen« (Vers 26b). Was für ein Bild! Wenn Gott Fische macht, nur um mit ihnen zu spielen, dann will er auch von uns, die wir nach seinem Bilde gemacht sind, nicht, dass wir immer nur ernst und fleißig und hilfsbereit sind, dann gibt er auch uns Raum für Spiel und für Freude. Und Humor hat er dann auch.
Das alles ist beglückend zu lesen. Aber ist es nicht ein zu einseitiges Bild von Gott und seiner Welt? Der Psalmist zeigt die Welt als eine weise Ordnung, als einen Beweis - oder zumindest ein Zeichen - für die Weisheit und Güte Gottes. Und wir wissen doch, dass es in dieser Welt Grauen und Elend gibt, und nicht nur von Menschen verursachtes. Wir alle haben in den letzten Wochen die Bilder von zwei Naturkatastrophen von verheerenden Ausmaßen gesehen: den Sturm und die Überschwemmung in Birma und das Erdbeben in China.
Der Psalmist wusste das auch. Es gab Katastrophen auch zu seiner Zeit, und er verschweigt sie nicht. Schon in dem Lobgesang auf Gottes Größe zu Beginn sagt er: »Du machst Winde zu deinen Boten und Feuerflammen zu deinen Dienern« (V. 4). Wind und Feuer können zerstörerisch sein. Im Schlussteil wird er noch deutlicher: »Er schaut die Erde an, so bebt sie; er rührt die Berge an, so rauchen sie« (V. 32). Das bedeutet Erdbeben und Vulkanausbrüche. Sie verursachten damals wohl weniger Tote, weil die Erde weniger dicht besiedelt war, aber für die Betroffenen waren sie noch schlimmer als heute, weil es keine staatliche oder gar internationale Hilfe gab.
Und trotzdem fährt der Psalmist fort: »Ich will dem Herrn singen mein Leben lang und meinen Gott loben, so lange ich bin« (V. 33). Offenbar waren für ihn Katastrophen keine Widerlegung der göttlichen Ordnung, sondern ein Teil von ihr.
Und gerade bei Erdbeben und Vulkanausbrüchen gibt es dafür sogar ein naturwissenschaftliches Argument. Beide sind Folgen der sogenannten Kontinentaldrift: die Kontinentalplatten (sie decken sich nicht mit den Kontinenten), auf denen die Landmasse der Erde aufsitzt, schwimmen auf dem Magma und driften langsam, aber unaufhaltsam in eine vorgegebene Richtung. Wo zwei oder drei zusammenstoßen, gibt es immer wieder Erdbeben und, weil die Erde dort brüchig ist, Magmadurchbrüche, also Vulkane. Gleichzeitig wurden und werden durch diese Bewegung alle großen Gebirgsketten der Erde aufgefaltet: Anden und Rocky Mountains, Pyrenäen und Alpen. Der Himalaya wächst pro Jahr um etwa einen Zentimeter in die Höhe, weil die indische Platte stark gegen die zentralasiatische drückt. Gäbe es diese Bewegung nicht, wäre die Erde wohl gleichmäßig rund und eben, und das Wasser der Ozeane wäre gleichmäßig verteilt. Und dann stünde die ganze Erde etwa einen Kilometer tief unter Wasser. Dann gäbe es zwar sicher auch Leben - das Leben ist im Wasser entstanden -, aber wahrscheinlich viel weniger Arten von Lebewesen - viele sind entstanden aus dem Zwang zur Anpassung an wechselnde Wasserspiegel. Und ganz sicher gäbe es dann keine menschliche Kultur.
Natürlich lässt sich daraus keine spezielle göttliche Absicht ableiten. Das können wir nicht wissen. Aber etwas können wir aus der Evolution ableiten: die Natur scheint auf Entwicklung angelegt, zu mehr Vielfalt und mehr Bewusstsein. Das bedeutet immer wieder Veränderung. Und zumindest große Veränderungen tun fast immer weh. Sie konnten das Aussterben ganzer Arten bewirken - aber damit entstand Raum für Neues. Das Aussterben der Saurier (wohl durch Meteoriteneinschlag) war die Voraussetzung für den Aufstieg der Säugetiere.
Noch einmal zurück zu unserem Psalm. In einer Strophe, die ich bisher weggelassen habe, sagt der Psalmist deutlich, was er zu Leid und Veränderung meint: »Es warten alle auf dich, dass du ihnen Speise gebest zur rechten Zeit. Wenn du ihnen gibst, so sammeln sie; wenn du deine Hand auftust, so werden sie mit Gutem gesättigt. Verbirgst du dein Angesicht, so erschrecken sie; nimmst du weg ihren Odem, so vergehen sie und werden wieder Staub. Du sendest aus deinen Odem, so werden sie geschaffen, und du machst neu die Gestalt der Erde« (V. 27-30).
Tod und Leid sind Teil der göttlichen Ordnung. Aber eben dadurch wird die Gestalt der Erde immer wieder neu. Auch wo wir zunächst nur Not und Elend sehen, dürfen wir hoffen, dass etwas Neues wächst. In einem ausführlichen Bericht über China wurde an vielen Beispielen gezeigt, dass das Erdbeben eine riesige Welle privater Hilfsbereitschaft ausgelöst habe: Tausende, die mit einem Auto voll Nahrungsmitteln und Kleidung über 200 Kilometer angefahren kamen, andere, die ebenso spontan und freiwillig tagelang halfen, Verschüttete zu bergen - etwas, was es im staatsgläubigen China in seiner ganzen Geschichte noch nie gegeben habe. Dazu kam die ebenso neue Bereitschaft der Führung, ihren Stolz zu überwinden, andere Staaten um Hilfe zu bitten, eine offene Berichterstattung zuzulassen. Vielleicht wird nach der Überwindung der größten Not manches zurückgenommen werden - ganz zurücknehmen lässt es sich wohl nicht. Auch dieses Risiko ist die Führung eingegangen. Man kann fragen, ob der Preis dafür nicht zu hoch sei. Aber auf diese Frage gibt es keine Antwort.
Ich habe eingangs die Frage gestellt, ob wir uns an diesen schönen Bildern freuen dürfen. Ich habe dies in einem doppelten Sinn gemeint. Zum einen: Holen wir uns daraus nicht einen falschen Trost, der für unsere ganz anderen Verhältnisse nicht zutrifft? Meine Antwort: wir müssen uns bewusst bleiben, dass es Bilder sind, dürfen sie nicht wörtlich deuten und umsetzen wollen, aber wir sollen uns um die bleibende Wahrheit bemühen, die dahinter steht.
Meine zweite Antwort, und sie gilt nicht nur für diesen Psalm, sondern für weite Teile der Bibel: wir brauchen diese lebendigen Bilder, zum Beispiel die Gleichnisse Jesu, auch wenn wir sie immer wieder neu interpretieren müssen, weil sie uns etwas, was sonst abstraktes Verstehen bleibt, vom Gefühl her nahe bringen. Wir alle halten die biblische Forderung »Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!« für die beste ethische Leitlinie, aber lebendig werden Liebe und Versöhnung in den Gleichnissen vom verlorenen Sohn und vom barmherzigen Samariter. Wenn ich in Gänseblümchen und Spatzen und Mitmenschen Geschöpfe Gottes sehe, habe ich von selbst das Bedürfnis, ihnen nicht wehe zu tun. Und wenn unser Psalm in immer neuen Bildern die Herrlichkeit der Schöpfung preist, weckt er vielleicht in uns die Lust, diese Schöpfung genauer anzusehen und mit mehr Liebe danach zu streben, sie zu bewahren oder behutsam umzugestalten.
Ich denke, es ist gut und richtig, dass wir uns immer wieder an das Wort des Psalms erinnern: »Und du machst neu die Gestalt der Erde«. Auch wenn die Veränderungen weh tun - es kann im-mer wieder Neues daraus erwachsen. Wir wollen darauf vertrauen und dankbar dafür sein.
Brigitte Hoffmann
Das Wochenend-Seminar der TGD fand vom 30. Mai bis 1. Juni im Freizeitheim Schönblick bei Schwäb. Gmünd statt.
BIBELWORTE - KURZ BETRACHTET
Das Himmelreich gleicht einem Sauerteig
In der Sammlung der Gleichnisse bei Matthäus geht es in Mt 13,31-33 um zwei Beispiele, bei denen das Himmelreich - oder das Reich Gottes - mit Dingen des Alltags verglichen wird. Einmal geht es um das Wachsen einer großen Staude aus einem kleinen Senfkorn und einmal um die Durchsäuerung eines halben Zentners Mehl, das von einer kleinen Menge Sauerteig ganz und gar durchsäuert wird.
Wie sollen wir das nun als Gleichnis für das Reich Gottes verstehen? Reich Gottes ist die Vision von Frieden, Gerechtigkeit, Liebe unter den Menschen - dass diese auf unserer Erde vielerorts keineswegs herrschen, erfahren wir tagtäglich aus den Medien, erleben wir auch direkt um uns herum.
Beide Beispiele sprechen davon, dass aus einem kleinen Ding etwas Großes wird aus dem winzigen Senfkorn eine so große Staude, dass sogar die Vögel darin nisten können, und ein kleines Stück Sauerteig schafft es, die ganze Menge Mehl »anzustecken«, schließlich zu einem Sauerteig zu machen, aus dem viele Brote gebacken werden können. Und: sowohl das Wachsen der Staude als auch der Vorgang der Durchsäuerung geschieht ganz von selbst. Bedeutet das, dass wir eigentlich am Reich Gottes nicht »mitarbeiten« können, wie wir Templer das immer propagieren?
Ich denke nicht, dass diese Gleichnisse direkt zu übertragen sind, dass hier mit dem Säen des Senfkorns oder dem Untermengen des Sauerteigs unsere Mitarbeit gemeint wäre - und dass es darauf ankomme.
Das Gleichnis spricht von etwas anderem: es versucht deutlich zu machen, dass in unserer Welt eine Kraft am Werk ist, die wir Menschen nie von uns aus ausüben oder selber bewirken könnten. Unsere zwei Beispiele sollen verdeutlichen, dass diese Kraft eine unvorstellbare, nicht aufzuhaltende Macht und Intensität hat. Diese Kraft wirkt, und wir leben von und mit ihr. Sie umgibt uns permanent und begleitet uns, wohin immer wir gehen. Wir, die wir Jesus von Nazareth und seiner Lehre nachfolgen wollen, glauben an das Positive dieser Kraft und vertrauen darauf, dass sie uns durch unser Leben trägt. Durch diesen Glauben und dieses Vertrauen haben wir teil daran und erhalten die Energie, die wir benötigen, um unseren Überzeugungen folgen und das in die Tat umsetzen zu können, was wir für richtig halten: Friede wirken, Gerechtigkeit und Liebe unseren Mitmenschen zuteil werden lassen.
Karin Klingbeil
Mit Gott per du?
Das Problem mit unseren Gottesvorstellungen
Über Generationen hinweg konnte man sich Gott wie eine liebende Person vorstellen. Vor der Summe heutiger Einsichten gerät dieses Bild in Schwierigkeiten. Ein apersonales Gottesbild könnte der Ausweg sein - mit überraschenden Konsequenzen für unsere Orientierung.
Unser Bild von Gott ist nie endgültig
Seit jeher haben es Menschen wahrgenommen: da ist etwas, aus dem die Welt entspringt. Denn nichts widerspricht der gewöhnlichen Erfahrung mehr als die Annahme, das Universum sei ohne Ursache. Das also, was hinter dem Urknall steht, was den Zusammenhang der ganzen Entwicklung ausmacht, kann nur eine uns überlegene Macht sein. Christliche Religion sieht darin Gott. Doch wer oder was ist das: Gott?
Es steht als Gebot im Buch der Kirche: Du sollst dir kein Gottesbild machen! (Exodus 20,4). Unsere Erkenntnismöglichkeiten sind einfach zu schwach, als dass wir zu einem adäquaten Bild von Gott gelangen könnten. Zugleich aber brauchen wir ein Gottesbild. Der Satz »Ich glaube an Gott« wird zur Floskel, wenn wir ihn nicht wenigstens mit einem Minimum an Vorstellungen füllen. Doch indem wir also von Gott nicht schweigen, reden wir bereits über das Bild, das wir von ihm haben.
Wir sollen uns kein Gottesbild machen - brauchen aber eines. In diesem Spannungsfeld können wir versuchen, der Wahrheit beider Seiten durch eine vernünftige Mitte zu entsprechen, und die lautet, wir sollen uns kein endgültiges Gottesbild machen. Unsere Gottesvorstellung gleicht einem Behelf, der stets verbesserungsfähig bleibt. Mit anderen Worten: Das Gottesbild muss sich zusammen mit unseren Erfahrungen entwickeln. Das hat es auch immer getan. In den Schriften des Alten Testaments verändert sich Gottes Bild allmählich vom wutschnaubenden Despoten zum gütigen Vater. Bis in die jüngste Zeit gibt es solche Veränderungen, z.B. die Abkehr vom Begriff göttlicher Allmacht.
Personale Gottesvorstellungen und ihr Problem
Der biblische Gott galt selbstverständlich als Person. Götter und Göttersöhne waren normaler Be-standteil der damaligen Vorstellungswelt. Es ging um einen Gott, zu dem man rufen konnte. Ein Gott mit starkem Arm. Ein Gott, der rettend eingriff und mit dem man Kriege gewann. Spätere Theologie hat dieses Bild fortentwickelt und dem Personsein Gottes einen erweiterten Sinn gegeben. Gott gilt nun nicht mehr als gegenständlich vorgestellter Herrscher. Er gilt nicht als personale, sondern als überpersonale (also viel höhere) Form von Wirklichkeit. So ergibt sich ein transpersonales Gottesbild. Dabei erscheint es zunächst vorstellbar, dass Gottes überpersonales Sein - sozusagen wie eine Untermenge - auch personale Beziehungen mit umfasst. Auch im transpersonalen Gottesbild kann man insofern glauben, dass Gott uns anspricht, und dass wir ihn ansprechen können. Er begleitet uns und fühlt mit uns wie ein liebendes Du. Es geht also um eine direkte und quasi personale Beziehung zwischen Gott und jedem einzelnen Menschen. Insofern hat Gott auch in diesem Bilde noch ein personales Wesen. Er ist keine Person, aber er liebt uns wie eine Person. Genau da aber liegt das Problem.
Denn spätestens seit Auschwitz beschleicht uns die Frage, wieso ein liebender Gott dem Mord an Millionen Menschen einfach zusehen konnte. Und es ist nicht besser geworden seit damals. Mittlerweile verhungern jährlich vierzig Millionen Menschen. Nicht nur, dass unsere Weltwirtschaftsordnung ganze Kontinente in bittere Armut stürzt - und damit in das Verhängnis der Überbevölkerung. Nebenbei nehmen wir für diese »Ordnung« viermal mehr Tote in Kauf als der Zweite Weltkrieg pro Jahr gefordert hat! Gewiss, das alles ist unsere Schande, nicht die Gottes. Doch Gott lässt es geschehen. Abermillionen Menschen schreien zu ihm in höchster Not - und er lässt es geschehen. Jahr für Jahr. Wo bleibt Gott im Leid seiner Kreatur? Die alte Frage erfährt angesichts heutiger Ausmaße eine ungeheure Verschärfung. Die Antwort kann eigentlich nur noch lauten: Gott greift nicht ein. Hinter diesen Punkt können wir nicht wieder zurück. Die Hoffnung »Mir wird nichts mangeln« hat sich als millionenfacher Irrtum erwiesen.
Schwierige Auswege
Damit ist jedes mögliche Gottesbild meilenweit von dem entfernt, was unsere Gesangbücher noch immer für Gott halten wollen. Der Philosoph Hans Jonas hat die Frage gestellt, welcher Gottesbegriff nach Auschwitz überhaupt noch denkbar wäre. Er entwirft ein Bild, in welchem Gott sich ganz in die Weltentwicklung hineinbegeben hat. Gott kann gar nicht handeln - nur so vermag ihn Jonas noch als gütig zu begreifen.
Christliche Theologie geht einen anderen Weg. Freilich muss auch sie einräumen, dass der gute Hirte in diesem Leben nicht jeden Einzelnen von uns behütet. Sie zeichnet deshalb das Bild eines mitfühlenden Gottes, der im Tode gut machen wird, was uns zu Lebzeiten an Leid widerfuhr. Gottes Güte erschöpft sich demnach nicht in dieser Welt. Es geht um eine Verheißung, welche bewusst über unsere Wirklichkeitserfahrung hinausgreift. Auch jene, die in ihrem Leben gelitten haben, werden nicht leer ausgehen.
Die Vision ist anrührend schön - und ihr Trost für das Individuum unübertroffen. Doch das hat seinen Preis. Zum einen bleibt das Hinausgreifen über die uns bekannte Wirklichkeit unwägbar. Natürlich gibt es mehr als wir wissen, und manche Phänomene bei Nahtod-Erfahrungen geben durchaus Rätsel auf. Doch ob wir daraus auf ein »Leben« nach dem Tode schließen dürfen, erscheint fraglich. Das Leben, das wir kennen, ist ohne seine biologische Grundlage undenkbar. Ob es darüber hinaus noch etwas gibt - wir wissen es nicht, und wer das zum Zentrum seines Hoffens macht, hat alles auf eine Karte gesetzt. Zum andern besteht das Problem ja nach wie vor: Gott ist für uns wie ein liebendes Du, doch in der Not lässt er uns millionenfach im Stich? In einer wirklichen Liebesbeziehung wäre das undenkbar. Der Widerspruch wäre allenfalls akzeptabel, wenn dieses Leben nur den Stellenwert eines Vorspiels hat. Nach dem Tode käme also das Entscheidende, dann erst werden wir (doch noch) Gottes ganze Liebe erfahren. Dieses Bild wird dadurch immer wieder einen Hang zur Geringschätzung diesseitigen Lebens entwickeln. Das Handeln der Gesellschaft gleitet in die Zweitrangigkeit ab. Das zeigt sich bis in unsere Tage hinein an kirchlichen Verlautbarungen, wie etwa dieser: In der Welt kann nicht wie im Reich Gottes gelebt werden (Johannes Friedrich). Das christliche Interesse gilt dem Jenseits. Angesichts heutiger Herausforderungen könnte sich solche Orientierung als fatal erweisen.
Ein apersonales Gottesbild
Der spürbare Widerspruch zwischen gutem Hirten und Im-Stich-lassen lässt sich ganz einfach ausräumen, indem wir auf das Bild des guten Hirten verzichten. Wir sind dann bei einem apersonalen Gottesbild angekommen. Gott (oder anders gesagt: das Göttliche) ist auch hier Ursache und Zusammenhang der Weltentwicklung, durchdringt die Wirklichkeit wie eine andere Dimension. Doch alle weitergehenden und insbesondere personalen Vorstellungen entfallen. Gottes Verhältnis zu uns ist dann im übertragenen Sinne zu verstehen. Er »liebt« uns, denn er schenkt die Möglichkeit zur Entwicklung. Er »meldet sich« in uns, wenn wir glücklich sind oder unser Gewissen sich regt. Er »hilft« uns, indem er Wege weist, die wir erkennen. Er »kann uns nicht helfen«, wenn wir diese Wegweisungen zu sehr missachten. Und er »handelt«, indem er durch seine Geschöpfe wirkt. Gott ist in diesem Bilde der Welt immanent, auf transzendente Weise in allem präsent, auch in uns. Er wird zu unserem Gegenüber, wenn wir ihn wahrzunehmen versuchen. Wir können dabei nicht mit ihm reden. Doch wir können uns mit allen Sinnen dieser anderen Dimension öffnen, in sie eintauchen. Gott »spricht« dann zu uns »auf Zeitungspapier«, wie das Dorothee Sölle einmal gesagt hat. Wir werden so die Wirklichkeit deutlicher sehen.
In diesem Gottesbild hat die Schöpfung freien Lauf. Sie entwickelt sich evolutionär, tastend zwi-schen Versuch und Irrtum. Dabei entstehen Aufbruch und Untergang, Werden und Vergehen, alles nur um eines (Gottes) Zieles willen: dass Entwicklung sei. Hier gibt es keinen Widerspruch zwischen allmächtigem Herrscher und spontaner Eigendynamik des Welt-Werdens. Auch hat uns Gott weder im Stich gelassen, wenn wir leiden, noch errettet, wenn uns Gutes widerfährt. Er hat Bedingungen geschaffen und Wege gewiesen, alles andere regelt das Leben. Wir sind insgesamt gut aufgehoben. Aufs Ganze gesehen umgibt uns eine aufbauende Kraft, die den hemmenden Faktoren überlegen ist. Vom unwirtlichen Feuerball zum grünen Garten drängt die Entwicklung nach vorne und nimmt uns freundlich mit. Gott ist der große Zusammenhang, der hinter diesem Drängen steht. Alles hier weist auf ihn hin. Es kann getrost offen bleiben, was wohl außerhalb der uns zugänglichen Wirklichkeit sein mag. Gottes Spuren werden wir hier finden, innerhalb der uns bekannten Wirklichkeit.
Der Mensch steht mitten im Übergang zwischen biologischer und kultureller Evolution. Er unterliegt zwar noch den biologischen Gesetzen von Mutation und Selektion, hat aber schon einen Schritt in eine Evolutionsphase getan, in der Kultur eine Chance ist, Selektion zu verringern (Gerd Theißen). Uns erwächst also die Möglichkeit, das biologische Prinzip gnadenloser Selektion zu überwinden - durch solidarisches Verhalten. Und diese Möglichkeit zu ergreifen wäre wohl ratsam, denn nukleare Bedrohung, Terrorismus und ökologische Probleme lassen keine Fragen offen, was andernfalls passieren wird. Der Weg ist demnach klar gewiesen. Das Leben will sich zusammen mit uns in Richtung Solidarität und Güte entwickeln. Das also ist die Welt, in der »Gottes Wille« geschieht. Das meint Jesus, wenn er sagt, das Reich Gottes wachse wie von selbst. Wir dürfen es nicht durch unser Verhalten behindern! Und so gilt in diesem Gottesbild alle Orientierung dem Hier und Jetzt. Unser Auftrag (und Trost) lautet: Eine andere Welt ist möglich. Keine Welt ganz ohne Leid, doch immerhin ohne Auschwitz und Hungertote.
Klaus Simon
Klaus Simon ist Mitarbeiter der »Ökumenischen Initiative Reich Gottes - jetzt!«
Aus dem Tagebuch des TGD-Archivs
- Bei der diesjährigen Tempelgründungsfeier übergab Tempelvorsteher Dr. Rolf Beilharz dem TGD-Archiv ein Exemplar der Dissertation von Dr. Irene Bouzo (siehe auch »Warte« November 2007) über »Anpassung und Integration von Einwanderern, veranschaulicht am Beispiel der TSA«.
Zur Vorbereitung ihrer akademischen Arbeit hat Irene Bouzo - die aus einer Familie von Palästina-Templern stammt und in Australien geboren und aufgewachsen ist - viele Gespräche mit TSA-Angehörigen geführt und dabei drei Gruppierungen festgestellt: 1. die Generation der noch ganz in sich selbst geschlossenen Älteren, 2. die Übergangsgeneration der ins australische Leben Integrierten, und 3. die an das Leben in Australien schon völlig Angepassten der jungen Generation. Das Streben nach Erhaltung der deutschen Sprache und Kultur sowie das Verständnis der eigenständigen religiösen Gemeinschaft haben den Anpassungs-Prozess nach Ansicht der Autorin gehemmt. Sie kommt zu der Einschätzung, dass entgegen der vorherrschenden Meinung eine tatsächliche Integration der australischen Templer eine Wunschvorstellung geblieben ist und die TSA immer noch das Bild einer zweisprachigen und religiös-kulturell andersartigen Gemeinschaft darstellt.
- Eine Publizistin aus Waiblingen, die über »Höhere Mädchenschulen im Königreich Württemberg« promovierte, erforscht die im 19. Jahrhundert aus dem Rems-Murr-Kreis ausgewanderten Bürger, unter besonderer Berücksichtigung von Schulfragen, und beabsichtigt dabei, ein Kapitel über den Lehrer Johannes Gottlob Jauß aus Waiblingen zu schreiben, der den Jerusalemsfreunden angehörte und an deren Schule auf dem Kirschenhardthof unterrichtet hatte. 1873 war Jauß nach Palästina ausgewandert und hatte am Tempelstift in Jaffa und Jerusalem gelehrt.
- Ein Heimatforscher aus Verrenberg bei Öhringen ist bei seinen Arbeiten auf die Person von Friedrich Stecher gestoßen, der von 1876 bis 1890 Lehrer in Verrenberg war. Wir konnten ihm zusätzliche Angaben zur Biografie Stechers machen: Friedrich Stecher war Templer und als Lehrer an der Gemeindeschule in Haifa angestellt, musste jedoch aus dieser Tätigkeit ausscheiden, als er sich mit Georg David Hardegg bei dessen Austritt 1874 aus dem Tempel solidarisch erklärt und die Gemeinschaft ebenfalls verlassen hatte. Er war mit der ältesten Tochter Hardeggs verheiratet. Die Familie kehrte nach Württemberg zurück. Stechers Nachfolger an der Schule in Haifa wurde Friedrich Lange aus Russland.
- Der Restaurator Shay Farkash aus Israel hat uns mitgeteilt,
dass in dem Erinnerungsbuch einer britischen Armee-Einheit die Tempelkolonie Sarona beschrieben ist, in der die Soldaten während des Ersten Weltkriegs stationiert waren. Ein Koloniebild aus dieser Zeit der Kolonie war der Mitteilung beigefügt.
- Ein Nachkomme des in Jaffa geborenen Gotthilf Dreher erkundigt sich nach Informationen zu seinen Templer-Vorfahren. Gotthilf war ein Sohn des aus Mägerkingen 1872 nach Palästina ausge-wanderten Adam Dreher und seiner Ehefrau Karoline geb. Weiß. Im Gegensatz zu dem Anfragenden leben die meisten Dreher-Nachkommen heute in Australien.
- Der Restaurator Shay Farkash hat den aus dem Templer-Friedhof Jaffa/Sarona stammenden Grabstein von Friedrich und Margarethe Bulach aufgefunden.
Peter Lange
MEINUNGEN
Verborgene Schätze
Na endlich! Die Politik hat die älteren Menschen entdeckt! Nicht als Rentenverzehrer oder Sozial-schmarotzer, die ihre etwas müde gewordenen Glieder auf Kosten der Jungen in Mallorcas Sonne wärmen; nicht nur als Wähler, auf deren Stimmen man angewiesen sein könnte, sondern als nützliche, wertvolle Bürgerinnen und Bürger der Gesellschaft.
Was ist geschehen? War da nicht gerade noch das große Jammern und Wehklagen über die längere Lebenserwartung, die leider aus der Rentenkasse finanziert werden muss? Haben die Demografen nicht eben noch Katastrophenstimmung verbreitet mit dem drohenden »Krieg der Generationen« und der »Vergreisung« der Gesellschaft? Und hat man den älteren Menschen - Kosenamen »Gruftis« und »Kompostis« - nicht ständig zu verstehen gegeben, dass sie das Gefüge der Republik mit ihrer unverschämten Langlebigkeit völlig durcheinander bringen?
Das alles soll jetzt Vergangenheit sein. Denn jetzt hat man sie endlich entdeckt, die verborgenen Schätze, die in den Köpfen und Herzen (und auch in manchen Geldbeuteln) der älteren Mitbürger ruhen und die jetzt schnellstens gehoben werden sollen. Erst neulich hat die Familienministerin dazu eine Kampagne angekündigt. »Aktiv im Alter« heißt das staatlich geförderte Programm, das den Älteren in allen Städten und Gemeinden die Möglichkeit bieten soll, sich nach dem Berufsleben für viele soziale Aufgaben zu engagieren. Im Gesundheitswesen, in Kindergärten, Schulen, Vereinen, in kulturellen und sportlichen Einrichtungen. Damit könnten die Senioren dringend benötigte Beiträge für das Gemeinwohl leisten und würden ihr Selbstbewusstsein stärken und ihre Würde erhalten.
Diese Anerkennung ist weiß Gott überfällig. »In unserer Gesellschaft ist ein kritisches Hinterfragen der derzeitigen Altersbilder notwendig: in diesen sind die Stärken des Alters viel zu wenig berücksichtigt«, sagt der Alternsforscher Prof. Andreas Kruse. Ältere Menschen verfügten über »hohe geistige, emotionale und kommunikative Möglichkeiten, die einen Gewinn für die Gesellschaft bedeuten«.
Und schon immer bedeutet haben. Unser ganzes soziales Gefüge würde zusammenbrechen, wären da nicht die älteren Menschen, die sich selbstlos um andere kümmern. Um die Kinder, die mangels Ganztagsschulen betreut werden müssen, während die Eltern Geld verdienen. Um die Millionen von Pflegebedürftigen, die in den Familien oft unter großen Opfern versorgt werden. Um Nachbarn und Fremde, denen es nicht gut geht und die auf ehrenamtliche Hilfe angewiesen sind.
Die 60- und 70-Jährigen werden, mit etwas Glück, die kommenden Jahre voll Vitalität und Lebenslust verbringen können - als nützliche Bürger der Gesellschaft.
Dr. Marianne Koch in »Apotheken-Umschau« Nr. 05/08
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