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Treffpunkt - Gemeinde aktuell

Jahres-Rückblick 2007



Auswirkungen der demographischen Entwicklung auf unsere Gesellschaft

Die Lokalausgabe der beiden Stuttgarter Tageszeitungen, der »Blick vom Fernsehturm«, sprach in ihrer Ausgabe vom 31. Januar wohlwollend von rund 20 Zuhörern, die sich zum Freitagabendtreff im Saal einfanden. Tatsächlich war es leider rund ein Viertel weniger, obwohl - wie auch die Zeitung meinte - eigentlich ein topaktuelles Thema von einem ausgewiesenen Experten präsentiert wurde. Der Referent, Ivar Cornelius, ist Leiter des Referats »Bevölkerungsentwicklung, Bevölkerungsstand« beim Statistischen Landesamt Baden-Württemberg (StaLa). Der studierte Volkswirt beschäftigt sich seit mehr als 25 Jahren mit der demographischen Entwicklung und bot den Zuhörern ein differenziertes Bild zu einem Thema, das durchaus dazu angetan ist, Katastrophenstimmung zu verbreiten.

Tatsache ist trotz mancher Unschärfen: Die Bevölkerung des Landes ist zwar seit 1990 bis 2006 um ca. 9,4 % (und damit am meisten unter den Bundesländern) gewachsen, dies liegt aber in erster Linie an der Binnenwanderung von Ost nach West nach der Wiedervereinigung und am Zuzug von Einwanderern. Am anderen Ende der Tabelle liegt Sachsen-Anhalt, das im gleichen Zeitraum einen Bevölkerungsverlust von 14,8 % hinnehmen musste (Durchschnitt Deutschland insgesamt: + 3,3 %). Gravierender ist indessen, dass die Kinderzahl je Frau in den letzten Jahrzehnten auf niedrigem Niveau stagniert und derzeit bei 1,35 liegt (zum Vergleich: Frankreich > 1,9; Deutsches Reich um 1900: ca. 5,0!). Seit dem Ende des Babybooms Ende der sechziger Jahre überstieg unter der deutschen Bevölkerung die Anzahl der Todesfälle die Zahl der Geburten. Dies fiel wegen der hohen Zuzüge aus dem Ausland (Asylbewerber und Aussiedler) und deren höheren Kinderzahlen zunächst nicht weiter auf. Inzwischen haben sich die Einwanderer in der Geburtenrate angepasst, so dass auch die Gesamtbevölkerung sinkt (in BW seit letztem Jahr). Mit größeren Einwandererzahlen rechnet das StaLa nicht mehr: Das Potenzial an Aussiedlern aus Osteuropa erscheint weitgehend ausgeschöpft und die schwierige Integration der Zuwanderer lässt eine Öffnung der Grenzen politisch unwahrscheinlich werden. Das Amt geht für die nächsten Jahre je nach Szenario (nur) von ca. 17.000 bis 24.000 Personen pro Jahr aus, nicht genug, um den Bevölkerungsschwund wettzumachen. Ivar Cornelius wies darauf hin, dass selbst eine kurzfristige Steigerung der Geburtenhäufigkeit erst nach vielen Jahren greifen wird; die »Bevölkerungspolitik« sei insofern einem schwerfälligen Supertanker vergleichbar, der erst nach mehreren Kilometern »Bremsweg« in die Kurve gehen könne. Immerhin habe die Politik das Problem mittlerweile in ganzer Schärfe erkannt und bemühe sich um ein kinderfreundliches Klima. Dennoch: Der Bevölkerungsrückgang werde unweigerlich eintreten, zunächst nur unmerklich, später immer schneller (BW: 2005: 10,736 Mio., im Jahr, 2020: 10,710 Mio., 2030: 10,511 Mio., im Jahr 2050: 9.692 Mio.). Gleichzeitig ist zu konstatieren, dass die Menschen immer älter werden und demzufolge der Altersdurchschnitt der Bevölkerung ständig steigt (1950: 34,3 Jahre, 2005: 41,4 Jahre, 2030: 46,8 Jahre, 2050: 49,8 Jahre). Der Anteil der jungen Menschen an der Gesamtbevölkerung nimmt kontinuierlich ab (in der Sprache der Statistiker sind das die Menschen unter 20 Jahre), von 31% im Jahre 1950 über 21 % im Jahre 2005 auf 17 % im Jahre 2030 und nur 15 % im Jahr 2050. Im Vergleich dazu nimmt der Anteil der alten Menschen (für die Statistik alle über 60 Jahre) erheblich zu, von 14 % im Jahre 1950 über 24 % im Jahr 2005 auf 35 % im Jahr 2030 und gar 39 % im Jahr 2050. Nimmt man beide Bevölkerungsgruppen zusammen, dann standen im Jahr 1950 den Menschen im erwerbsfähigen Alter (zwischen 20 und 60 Jahren), die damals 55 % der Gesamtbevölkerung ausmachten, 45 % der von ihnen zu »versorgenden« Jungen und Alten gegenüber. Im Jahr 2005 war dieses Verhältnis noch gleich (Zuwachs des Anteils der Alten bei Rückgang des Anteils der Jungen), im Jahr 2030 wird das erwerbstätige »Mittelalter« schon in der Minderheit sein (48/52), im Jahr 2050 beträgt das Verhältnis voraussichtlich 46 zu 54. Die Folgen für alle umlagefinanzierten Systeme kann man sich unschwer ausmalen, wobei andere Aspekte wie kapitalgedeckte Finanzierungen und der Produktivitätsfortschritt nicht ausgeblendet werden dürfen. Über eine weitere - eigentlich erfreuliche - Entwicklung konnte der Referent auch berichten: Da die Menschen dank des medizinischen Fortschritts immer älter werden, steigt der Anteil der sog. Hochbetagten (Menschen über 85 Jahre) überdurchschnittlich stark an. Im Jahr 1950 zählten in Baden-Württemberg (nur) 14.600 Menschen zu dieser Bevölkerungsgruppe, im Jahr 1990 waren es schon knapp 100.000, bis zum Jahr 2010 werden es fast 250.000 sein, im Jahr 2030 schon mehr als 400.000. Auch die Zahl der pflegebedürftigen Menschen wird in den nächsten Jahrzehnten erheblich zunehmen, wobei die Statistiker in ihren Hochrechnungen davon ausgehen, dass immer weniger alte Menschen zuhause bzw. von ihren Angehörigen gepflegt werden. Müssen jetzt wegen abnehmender Kinderzahlen die Erzieherinnen zu Pflegekräften umgeschult werden, lautete eine der kritischen Fragen, die im Anschluss an den Vortrag gestellt wurden. Der Referent hielt nichts von Schwarzmalerei. Noch bestehe Gelegenheit zu reagieren, meinte Ivar Cornelius, je früher, desto besser.

Jörg Klingbeil


Der Jakobsweg

Der Jakobsweg - was ist das eigentlich, warum fasziniert er so viele, warum machen sich Menschen auf, den beschwerlichen weiten Weg zu gehen? Was suchen sie? Finden sie etwas?

Wolfgang Blaich gab uns am letzten gut besuchten Freitagabendtreff seine ganz persönliche Antwort darauf und er nahm uns mit auf diesen langen Weg. Die Bilder, die er uns zeigte, waren faszinierend und schön. Nur schade, dass man den Abend in den Clubraum verlegt hatte, dessen Atmosphäre ich sonst sehr schätze. Für die Zuschauer auf den hinteren Reihen hing die Leinwand einfach zu tief.

Der Überlieferung zufolge kam der Apostel Jakobus der Ältere (auf spanisch Santiago), der Sohn des Zebedäus, nach Spanien, um das Evangelium zu predigen und gelangte bis zur Mündung des Flusses Ulla. Bei seiner Rückkehr nach Palästina wurde er von Herodes Agrippa im Jahr 44 enthauptet. Seine Schüler beförderten den Leichnam in einem Schiff bis nach Iria Flavia, einem wichtigen römischen Hafen. Im nahen Wald Liberum Donum beerdigten sie die sterblichen Überreste des Apostels, wo sie über dem Marmorsarg einen Altar errichteten. Nach den Verfolgungen und dem Verbot, das Grab zu besuchen, geriet es in Vergessenheit. Ein Einsiedler entdeckte es 813 wieder. König Alfons II. ließ Jakobus zum Schutzpatron des Reiches ausrufen. Über dem Grab wurde zuerst eine Kapelle und später dann die Kathedrale gebaut, die das Ziel aller Pilgerwanderer nach Santiago de Compostela ist.

Wolfgang Blaich wies noch auf eine weitere Legende hin, von der sich der »Jakobseid« herleite: In der Schlacht von Clavijo, in der König Ramiro I. die maurischen Truppen bezwang, half ihm ein unbekannter Reiter zum Sieg. Es war der Apostel Jakobus der »Maurentöter«, der daher zum Patron der Reconquista erhoben und im Kampf um Hilfe angerufen wurde.

Vom 11. Jahrhundert an übte Santiago de Compostela auf die europäischen Christen eine starke Anziehungskraft aus und wurde zum Pilgerziel und Wallfahrtsort, zu dem Könige, Fürsten und Prälaten sowie große Scharen von Gläubigen zogen und die nach der mühevollen Wanderung mit Ablässen für verübte Sünden belohnt wurden. Doch gab es auch die Möglichkeit, einen Ärmeren zu schicken, der für den Reuigen die Mühsal des Weges übernahm und ihm danach den Ablass zurückbrachte.

Soweit die historischen Erkenntnisse. Wie war es nun bei Wolfgang Blaich? Lange schon war der Wunsch in ihm gewesen, diesen Weg einmal zu gehen. So machte er sich nach seiner Pensionierung zusammen mit einem Freund im französischen St. Jean Pied de Port am Fuße der Pyrenäen auf den Weg. Viel hatten sie nicht dabei, trotzdem war das Gepäck, das sie mit sich trugen, schwer. Auf den »bordón«, den traditionsreichen Wanderstab, hatten sie verzichtet, dafür sich mit modernen Walkingstöcken ausgerüstet. Die Jakobsmuschel (viera), das eindeutige Zeichen ihres Vorhabens, hatten sie sich angeheftet und nun folgten sie dem mit dem Muschelzeichen ausgeschilderten Weg, dem Camino.

Es ist mir natürlich nicht möglich, den ganzen Weg nachzuzeichnen. Aber wir vermeinten die Strapazen beim Überqueren der Pyrenäen am 1300 m hohen Cisa Pass selbst zu spüren und waren wie die Wanderer von der Mühsal des Aufstiegs befreit, als wir den herrlichen Blick hinunter in die Täler tun durften. In 7 Etappen (ca. 200 km) wurde der Weg über Pamplona nach Logroña bewältigt, das inmitten ausgedehnter Weinfelder liegt.

Besonders beeindruckt war ich von den zahlreichen Bildern romanischer Kirchen. Eine Vielfalt tat sich uns auf. Nennen möchte ich zwei kleine acht-eckige Kirchen, beide der Mutter Maria geweiht, die eine »Eunate« in den Feldern liegend, die zweite im Städtchen Torres del Rio »Kirche zum Heiligen Grab«, beide, so die Meinung Wolfgangs, vom Tempelritterorden erbaut und jede ein Kleinod.

Die Freunde haben dann den mittleren Teil des Weges von Logrono bis León mit dem Bus überbrückt, ließen sich aber Zeit für die Besichtigung von Burgos mit seiner herrlichen gotischen Kathedrale. Die letzten 200 km von Villafranca del Bierzo bis Santiago de Compostela ging es dann wieder auf Schusters Rappen weiter - man muss die allerletzten 100 km zu Fuß zurücklegen und dies durch Stempel nachweisen, wenn man die Bescheinigung über den aus religiösen Gründen zurückgelegten Weg die »Compostela« erlangen möchte.

Was hat es Wolfgang Blaich nun gebracht? Er beantwortet es so:

»Abstand vom Alltag und vom Beruf, auch von der Familie, d.h. die Möglichkeit mich ganz auf mich zu konzentrieren. Bescheiden werden, mit wenig auskommen, dann aber auch das geforderte Durchhalten erbringen zu können. Wichtig waren mir die Begegnungen mit den verschiedensten Menschen aus vielen Ländern.

Gefunden habe ich Stätten der Ruhe, der inneren Einkehr und die Erlangung von innerer Harmonie.

Das Bewusstsein, auf einem Weg zu gehen, den schon Hunderttausende vor mir gegangen sind, überwiegend getragen von einem Glauben an ein Ziel, das eher innerlich im Menschen zu suchen ist als in den Gebeinen des heiligen Jakobus, hat mich geprägt.«

Brigitte Kneher

Die Spende von 110,15 Euro, die anlässlich der Veranstaltung zusammen gekommen ist, geht an »Ultreia, Verein zur Förderung der mittelalterlichen Jakobswege« zur Pflege der Station in Faba.


Eine Reise nach Kirgisien

Am Freitagabend, dem 30. März, entführte uns Ella Mutschlechner auf eine Reise nach Kirgisien, in ihre ehemalige Heimat. Kirgisien ist ein kleines neues Land, verloren in den Hochgebirgen von Tienschan an der Grenze zu China. Die Hauptstadt ist Bischkek mit ca. 900.000 Bewohnern, der Rest der Bevölkerung lebt dünn zerstreut in den Bergen, es sind viehzüchtende Nomaden, die nach Jahren sowjetischer Diktatur langsam zu sich finden müssen. Der große See Yssykköl und der lyrische Schriftsteller Tschingis Aitmatow sind die Berühmtheiten des Landes.

Aber zurück zu Ella: Auf die Idee, das Land wieder aufzusuchen, kam sie über ihr Hobby - Filzteppiche. Also hat sie sich einen Vorwand ausgedacht, nämlich an einem Workshop in natürlicher Umgebung teilzunehmen. Übers Internet geht alles - so fand sich Ella nach 30 Jahren Abwesenheit wieder in dem kleinen Dorf, in dem sie geboren war. Oh je, die schrecklichen, holprigen Wege, alles zerfällt. Mit großer Mühe fand sie das Grab ihrer Oma auf dem verwahrlosten Friedhof. Aber die Leute sind freundlich, die Tische gut gefüllt mit einfachen, schmackhaften Speisen. Die alten Klassenfreundinnen gaben ihr zu Ehren eine Party mit Disko. Der Workshop in den Bergen gelang - das Ergebnis konnten wir besichtigen und betasten.

Gut gemacht, Ella, wir sind gespannt auf eine Fortsetzung.

Helene Pankratz


Vor-Oster und Osterfeiern

Unsere Veranstaltungspraxis für Osterfeiern wurde in diesem Jahr in bewährter Weise fortgeführt: Agapefeier am Gründonnerstagabend und Osterandacht am Ostermontagmorgen. Beide Veranstaltungen hat entgegenkommenderweise die Gebietsleiterin Brigitte Hoffmann übernommen und in würdiger und religiös inhaltsreicher Form ausgeführt. Dafür danken wir ihr sehr.

Trotz unseres kleinen Kreises am Ostermontagmorgen erlebten wir eine eindrückliche Besinnung auf die Auferstehung Jesu und ihre Bedeutung für den Glauben an ein Dasein über den Tod hinaus. Dabei spielte eine ungewollte Symbolik mit: auf dem Flügel im Saal war eine Schale mit farbenprächtigen Frühlingsblumen aufgestellt, die sich von der hinter ihr an der Wand befindlichen Grablege-Szene mit ihrer düsteren Stimmung kontrastreich abhob.

Einen anderen Charakter als unsere üblichen »Saal«-Gottesdienste wies die Agapefeier auf. Erneut, wie im letzten Jahr, ging die Zahl der Teilnehmer (20) genau mit den Plätzen an den im Viereck angeordneten Tischen auf, obwohl keine Anmeldung zu diesem »templerischen Abendmahl« erforderlich gewesen war. Die Mischung aus Musikdarbietungen am Klavier, den besinnlichen Gedanken zu den Schwerpunkten »Gedenken«, »Glaube«, »Gemeinschaft«, dem Singen und dem gemeinschaftsfördernden Miteinander-Essen und -Reden war sicherlich für jeden ein besonderes Erlebnis. Zu Beginn hatte die niedrig stehende Sonne die in der Mitte des Vierecks aufgebaute Blumen-Kreation in ein warmes Abendlicht getaucht.

Peter Lange


Konfirmationsfeier mit Thema »Sorgt nicht!«

Es war eine eindrucksvolle Gemeindefeier - wie auch einige Gäste von außerhalb der Gemeinde festgestellt haben. Eine Feier, die zu wesentlichen Teilen von den vier Konfirmanden - Marcel Henker, Melanie Henker, Jasmin Kloß und Jessica Lange - mitgestaltet worden war. Nicht nur, dass diese Vier in kurzen Aussagen die Wichtigkeit ihres Unterrichts auszudrücken versuchten, sie hatten sich auch eigene Gedanken zum Thema des Tages - »Sorget nicht!« Matth. 6,25-34 - gemacht. Konfirmanden 2007Zwei Stellwände standen vor dem Bühnenvorhang, und abwechselnd hefteten die Konfirmanden selbst ausgesuchte Bilder an diese Flächen - links Bilder, die Anlass geben, »uns besorgt zu machen«; rechts solche, aus denen »Sorglosigkeit und Sorgenfreiheit« hervorgehen. Eindrücklicher hätte man das Spannungsfeld zwischen Sorgen und Nicht-Sorgen kaum darstellen können.

Ausführlich kam dann Gebietsleiterin Brigitte Hoffmann auf den Bergpredigt-Text vom Sorgen zu sprechen. Vielleicht war es für viele überraschend zu hören, dass wir diesen Text in seiner Wortbedeutung eigentlich nicht akzeptieren können. Auch Jesus wird sich dessen bewusst gewesen sein, dass ein Mindestmaß an Vorsorge unerlässlich ist. Warum er sich trotzdem dann so äußerte, und welches Verständnis hinter den Worten liegt, hat Brigitte einleuchtend dargelegt.

Natürlich kam auch die Musik bei dieser Veranstaltung zu ihrem Recht. Ein traditionelles Gemeindelied (»Befiehl du deine Wege«) wechselte sich mit einer modernen Melodie (»Vertraut den neuen Wegen«) ab, wobei man das letztere Lied seinem Text nach fast als »Templerlied« bezeichnen könnte, da es am Schluss der ersten Strophe heißt: »Seit leuchtend Gottes Bogen / am hohen Himmel stand, / sind Menschen ausgezogen / in das gelobte Land.« Den Gemeindegesang ergänzt hat ein vierstimmiger Laien-Chor aus Mitgliedern der Gemeinde mit einem Mendelssohn-Bartholdy-Werk aus dem »Elias« sowie dem eingängigen Satz von Knecht: »Kommt, kommt, den Herrn zu preisen». Die Sänger hofften nach ihrer zweimonatigen Einstudierung auf eine freundliche Aufnahme ihres »Projekt-Singens«.

Es war mir dann eine besondere Freude, die Segensworte über die Konfirmanden aussprechen zu dürfen und die Sprüche zu verlesen, die jeder für sich ausgesucht hatte. Den Vieren wurde anschließend die Konfirmations-Urkunde, ein Exemplar des »Templer-Handbuchs« sowie ein persönliches Buchgeschenk von Unterrichtsleiter Wolfgang Blaich überreicht.

Sehr schön fand ich wieder die Einrichtung, dass einer der Eltern-Teile zum Abschluss noch ein »Elternwort« sprach und zum Ausdruck brachte, wie sehr der Einsatz der Unterrichtenden - außer Wolfgang Blaich noch Brigitte Hoffmann und Karin Klingbeil - von den beteiligten Familien geschätzt wurde.

Nicht zuletzt sei noch ein herzlicher Dank an Rumi Hornung gesagt, deren Klaviervortrag an diesem Tag besonders innig und gefühlvoll klang. Sie setzte mit ihrem Spiel sozusagen einen einstweiligen Schlusspunkt unter die Klavierdarbietungen im Gemeindesaal, denn einen Tag später schon wurde unser großer Flügel zur Wartung und Überholung ins Pianohaus transportiert. Bis zur Beendigung der Umbauarbeiten im Saal werden wir auf ihn verzichten müssen.

Peter Lange


Dank an die Gemeinde

Liebe Gemeindemitglieder, das Konfirmationsfest am 22. April war für uns ein sehr schöner und feierlicher Tag, an den wir gerne zurückdenken. Wir möchten uns auf diesem Wege bei allen, die an der Gestaltung und Durchführung der Konfirmationsfeier mitgewirkt haben, ganz herzlich bedanken.

Jessica Lange und Familie


Die Wennagel-Story

Beim Freitagabendtreff am 27. April konnten wir zu unserer allgemeinen Freude wieder Horst und Irene Blaich aus Bayswater als Gäste begrüßen. Und obendrein haben sie auch den Abend für uns gestaltet: mit einem sehr interessanten Vortrag über das Buch, das sie erarbeitet haben, »The Wennagel Story«, eine Geschichte der Templerfamilie Wennagel - Irenes Mutter, Hilda Eppinger, war eine Wennagel. Das Buch ist noch nicht herausgekommen, es wird gerade gedruckt und zunächst auf Englisch erscheinen.

In der Hauptsache berichtete Irene - sie hat in 25-jähriger Arbeit die Geschichte ihrer Familie zusammengetragen, aus Berichten und Aufzeichnungen der älteren Angehörigen, aber auch aus den Archiven der Schwarzwalddörfer, aus denen die Familie stammt, und aus »Geschichten« der dortigen Nachkommen von Verwandten und Nachbarn, und sie erzählte lebendig und anschaulich von ihren Recherchen und deren Ergebnissen, zum Beispiel davon, wie im Lauf der 25 Jahre die gleichen Geschichten, die ihr immer wieder erzählt wurden, sich veränderten, oder davon, wie sie in den meisten Gesprächen auf viel Freundlichkeit und Interesse stieß, in manchen aber immer noch das alte Ressentiment gegen die Ketzer der Tempelbewegung durchklang. Oder davon, dass es für die Vorfahren damals notwendig und schwierig und ein Staatsakt gewesen war, eine Auswanderungserlaubnis zu erhalten: man musste in aller Form auf sein Bürgerrecht in der Heimatgemeinde verzichten und einen Bürgen stellen, der für eventuell nach der Auswanderung noch auftretende Verpflichtungen geradezustehen hatte.

Ich kann hier nicht die ganze umfangreiche Familiengeschichte aufrollen, ich will nur einige Hauptpunkte nennen, das eine oder andere, das mich besonders beeindruckt hat.

Irenes Urgroßvater Johann Martin Wennagel ist 1851 in Aach, einem kleinen Ort ein paar Kilometer nordöstlich von Freudenstadt geboren, wurde Maurer, trat der Tempelgesellschaft bei und gehörte, wohl wegen seines Berufes, zu den frühesten Auswanderern. Er heiratete in Palästina. Die Familie lebte zunächst in Jaffa, dann in Sarona, und erlebte dort die schwierigen Anfangsjahre, als innerhalb von zwei Jahren 40-50 Menschen starben.

Dort wurde 1878 Irenes Großvater Joseph Martin Wennagel geboren. Er wurde Architekt, baute u.a. die evangelische Kirche in Jaffa und war am Bau der Erlöserkirche beteiligt, später, zusammen mit dem Haifaner Architekten Christian Beilharz (ebenfalls aus Aach stammend) am Bau der Bagdadbahn. Irene erzählte anschaulich vom harten Leben in Zelten in der Wüste, wo Wasser und Verpflegung für alle laufend mit Kamelen herangeschafft werden mussten. Joseph Wennagel starb 1949 in Baiersbronn, er war wohl im Zweiten Weltkrieg nach Deutschland gekommen.

Irenes Mutter Hilda, 1902 geboren, heiratete in Jaffa Richard Eppinger. Die Familie, mit vier Kindern, gehörte zu denjenigen, die in Palästina in den Internierungslagern verblieben, auch nach dem Abtransport der meisten nach Australien. 1948, wegen der Kämpfe um die Gründung des Staates Israel, wurden sie mit anderen Templern von der noch amtierenden englischen Mandatsmacht in ein Lager auf Zypern verbracht, vorläufig, bis ein Weitertransport nach Deutschland oder Australien möglich wurde. Dieses »vorläufig« bedeutete viele Monate Lagerleben, für manche bis zu einem Jahr. Sie nahmen bald die Verwaltung ihrer Lagersektion in die eigenen Hände, und Richard Eppinger wurde zum Lagerleiter gewählt. Diese Tatsachen waren wohl den meisten von uns bekannt, was Irene uns jedoch nahebringen konnte, war die Schwierigkeit für die Lagerleitung, Verbindungsinstanz und Prellbock zu sein zwischen der englischen Lagerbehörde, von der man abhängig war, die guten Willens, aber bürokratisch war, und den Templern, die auch guten Willens gegenüber den Problemen des Lagerlebens waren, aber immer ungeduldiger wegdrängten aus dieser ziellosen Existenz, was monatelang scheiterte, teils an der weltweiten Knappheit an Schiffskapazität (Millionen von Verschleppten, Flüchtlingen, Vertriebenen, Kriegsgefangenen strebten nach Hause), teils aber auch an englischer Bürokratie, zum Beispiel in Bezug auf die Sicherheitsstandards der in Frage kommenden Schiffe. Erst im Sommer 1949 kamen die Letzten weg, die meisten, wie Irenes Familie, nach Australien.

Als ab 1951 die Auswanderung nach Australien von Deutschland aus möglich wurde, gingen auch die meisten der in Deutschland gestrandeten Mitglieder der Familien Wennagel und Eppinger dorthin.

Ausführlicher erzählte Irene noch von ihrem Onkel Hugo Wennagel (Sohn aus der zweiten Ehe ihres Großvaters), der ebenfalls Architekt geworden und maßgeblich an Templer-Bauten in Palästina beteiligt war: Wasserturm und Molkerei in Wilhelma, in Australien am Bau des Altersheims in Bayswater.

Horst begleitete den Vortrag mit Bild-Projektionen und Erklärungen dazu: alten Fotografien von Sarona und Wilhelma und dem Bau der Bagdadbahn, Plänen und Dokumenten und Berichten über die umfangreichen Maßnahmen der Israelis zum Erhalt und der Gestaltung von Sarona.

So wurde es insgesamt ein sehr interessanter und unterhaltsamer Abend. Vielen Dank, Horst und Irene!

Brigitte Hoffmann

PS. Denselben Vortrag hielten Horst und Irene während ihres diesjährigen Deutschland-Aufenthaltes vor einem interessierten Publikum auch in Dornstetten sowie in Freudental.


Wochenendseminar im Haus Schönblick

Thema: Religion und Ethik - Ethik ohne Gott?

Es war das zweite Mal, dass ich als Gast und Schwester von Ulla Klink an einem Seminar der TG teilnahm. Schon die Anreise in der Fahrgemeinschaft mit Familie Klingbeil war sehr angenehm und nett. Und wieder hat mich, wie vor zwei Jahren, die freundliche und persönliche Atmosphäre des Hauses beeindruckt. Morgens vor dem Frühstück konnte man im hauseigenen Hallenbad schwimmen. Das war belebend und erfrischend, einfach super. Bei den Mahlzeiten gab es keine feste Sitzordnung. So konnte man mit vielen ins Gespräch kommen. Dies kam auch sicher Richard Hornung aus Australien entgegen, der gerade auf Deutschlandbesuch war und am Seminar teilnahm.

Das Tagungsprogramm war sehr reich und vielfältig. Vormittags wurde »gelernt« und das Thema vertieft. Es gab interessante Vorträge. Die »Hausaufgaben« (Texte zum Thema), die Brigitte Hoffmann den Teilnehmern schon vor dem Seminar hatte zukommen lassen, waren hilfreich und informativ.

In unserer freien Zeit besuchten wir am Freitag die Silberwarenfabrik Ott-Pauser in Schwäbisch Gmünd und am Samstag das Limes-Museum in Aalen.

Der Film »We feed the world«, den wir am Abend sahen, wühlte mich auf und führte zu wichtigen Gesprächen. Am nächsten Abend ergötzten die Ausführungen und Tonbeispiele zum Elias von Mendelssohn-Bartholdy unser Thema.

Und es wurde viel gemeinsam gesungen! Das gehörte zum lebendigen, schönen Rahmen des Seminars.

Herzlichen Dank für die guten und interessanten Tage.

Brigitte König


Tempelgründungsfeier

Die diesjährige Tempelgründungsfeier war ein ganz besonderes Ereignis. Zunächst einmal dadurch, dass es die erste Veranstaltung im neu gestalteten Saal war. Allerdings soll die offizielle Einweihung, die am 21. Juli anlässlich des Sommerfestes stattfinden, da noch einiges fehlt: die Gestaltung der Wand an der Türseite und vor allem das Abschleifen und Ölen (statt Versiegeln) des Parketts, weshalb auch der Flügel über die Zeit des Umbaus zerlegt und zur Überholung weggebracht worden ist.

Trotzdem: Architekt und Handwerker haben den Zeitplan in der äußerst knapp bemessenen Zeit zwischen Konfirmation und Tempelgründung exakt eingehalten, und ein aufopferungswilliges Team von freiwilligen Helfern hat in den letzten zwei bis drei Wochen in jeder freien Minute geputzt, Schränke ausgewaschen, Geschirr durchgespült und Ordnung wiederhergestellt, so dass der Saal zur Feier des Tages in neuem Glanz erstrahlen konnte.

Und er strahlte wirklich. Alle, mit denen ich gesprochen habe, waren sehr beeindruckt von der Großzügigkeit - er wirkt größer als vorher -, der Helligkeit, der Einbeziehung der Bühne, der stilvollen Gestaltung. Und das Fehlen des Flügels fiel überhaupt nicht auf: Irina Hornung und drei ihrer ehemaligen Studienkolleginnen haben uns mit zwei wunderschönen Streichquartettsätzen nicht nur einen vollwertigen Ersatz, sondern einen exquisiten musikalischen Genuss zur Einführung und zum Ausklang des Gottesdienstes geboten.

Otto Hammer hielt eine sehr eindrucksvolle Predigt zum Thema »Kern des Tempelglaubens«. Er beschrieb diesen Kern als das Erkennen und Anerkennen der ungeheuren Spannung in einem Gottesbild, das einerseits den allmächtigen Schöpfer meint, den wir weder begreifen noch beschreiben und über den wir keine Aussagen machen können - Otto sprach vom respektvollen Umgang mit dem Metaphysischen -, und andererseits den Vatergott Jesu, der »persönlich« ist insofern, als wir ihm vertrauen und eine Beziehung zu ihm haben können. Diesen respektvollen Umgang mit dem Metaphysischen zeigte Otto bei Christoph Hoffmann und spannte von da den Bogen zu uns heute.

Danach gab es wieder einmal ein ausgezeichnetes Mittagessen, von Gridle und Karin und einigen Helfern liebevoll zubereitet, was diesmal noch bewundernswerter war als sonst, weil die meisten von ihnen auch schon beim Putzen höchst aktiv gewesen waren. Wie sie das alles gleichzeitig gezaubert haben, erscheint mir fast wie ein - göttliches? menschliches? - Wunder.

Um 14 Uhr erfreute uns Peter Lange mit einem Vortrag (mit Powerpoint-Präsentation und reibungslosem Funktionieren der neuen Verdunklung) über die ersten Templer in Jerusalem: Handwerker, die sich aus eigenem Antrieb schon ab 1860 - also lange vor dem Umzug der Tempelleitung dorthin - in Jerusalem niedergelassen hatten.

Alle fanden, dank der Qualität ihrer Arbeit, rasch Kunden unter Arabern und Europäern, nicht wenige von ihnen bauten ihre Betriebe bald zu kleinen Fabriken aus.

Danach gab's noch Kaffee und viele wunderschöne Kuchen - leider konnte man nicht alle probieren, so viele waren es - und viel Gelegenheit zum Schwätzen, im Klubraum und auf der Terrasse, denn das Wetter war festgemäß schön. Und zum Schluss halfen noch viele Freiwillige beim Aufräumen.

Es war ein ausgesprochen schönes Fest. Vielen Dank all den unermüdlichen Helfern!

Brigitte Hoffmann


Gemeindeausflug zum Sommerfest der Bahá'i

am 24. Juni nach Langenhain im Taunus.

Es war ein sonniger Sonntagmorgen als wir um 9.30 Uhr losfuhren. Bereits im Bus kam es mit den Stuttgarter Bahá'í-Mitgliedern zu interessanten und informativen Gesprächen, sodass die Fahrt von 2 ½ Stunden schnell vorbei war. Haus der AndachtUnsere Gruppe von 9 Templern wurde in Langenhain freundlich empfangen. Zuerst ging es ins Informationszentrum und wir erfuhren allerhand über die Bahai-Religion und das Europäische Haus der Andacht hier in Hofheim-Langenhain.

Anschließend gingen wir auf das weitläufige Gelände auf dem rund 2.000 Gäste aus nah und fern erwartet wurden.

Es gab ein vielseitiges Bühnenprogramm: eine amerikanische Bluesgrass-Sound-Band, eine Rapp-Gruppe, Feuershow, persischer Tanz, Gospel Musik, aber auch ein Luftballonstart, Spiele und Basteln für die Kinder. In verschiedenen Zelten wurden internationale Spezialitäten verkauft: chinesisches und südamerikanisches Essen, persischer Reis, Putenspieße, Würstchen, Eis und Melonenstände, Kaffee und Kuchen und ein großes Salatbüffet.

Aber in all diesem Trubel konnten wir auch Ruhe und Besinnung finden. Dies geschah im Haus der Andacht jeweils um 14.30 und um 16.00 Uhr. Rund um das Gebäude sind Blumenbeete angelegt, eine solche Pracht und Fülle von verschiedenen Blumen und Rosen habe ich noch nicht gesehen. Das Haus der Andacht ist ein beeindruckender Kuppelbau mit einem Durchmesser von 48 m und einer Höhe von 28 m. Dreimal 9 Pfeiler tragen die Kuppel und 27 nach oben strebende Betonelemente enden in einer Laterne, in die eine arabische Kalligraphie eingelassen ist, der Schriftzug bedeutet: »O Herrlichkeit des Allherrlichen«. Sommerfest der Bahá'iAuch sind 570 rautenförmige Glasfensteröffnungen zwischen den 27 nach oben strebenden Rippen angeordnet. Der Innenraum ist hell und lichtdurchflutet und bietet Platz für rund 200 Personen. Schnell waren alle Plätze besetzt, sogar in den Gängen auf dem Boden saßen die Menschen, vor allem auch sehr viele Jugendliche und Kinder.

Die Andacht war sehr bewegend, es wurden Texte aus den heiligen Schriften der Hochreligionen gelesen: aus den Baha'i-Schriften ein Gebet, aus dem Alten Testament Psalm 96,1-13, aus dem Neuen Testament Epheser 1, 3-10, Gebete und Meditation aus den Schriften Baha'u-llahs, eine Auswahl aus den Schriften des Bab, ein gesungenes Gebet in persischer Sprache. Der Bahai-Chor »Stimmen Bahas« sang wunderschön, die einmalige Akustik klang noch lange in mir nach. Anschließend konnten wir im Untergeschoß noch Abbildungen der anderen 6 Häuser der Andacht auf der ganzen Welt betrachten, sowie eine Ausstellung, in der Texte aus Baha'u-llahs Schriften ansprechend arrangiert waren.

Den Nachmittag ließen wir bei Kaffee und Kuchen ausklingen, selbst ein kleiner Regenschauer störte nicht und gegen 17.00 Uhr fuhren wir wieder zurück.

Es war ein schöner und höchst interessanter Tag, ein großes Dankeschön gilt auch denen, die dies organisierten. Die, die nicht dabei waren, haben wirklich etwas versäumt.

Roswitha Wessner


Ein Abend mit Blaichs

Allen denen aus der Gemeinde, die am 15. Juli nicht an der Abendandacht im neugestalteten Gemeindesaal teilgenommen haben, sei gesagt, dass sie etwas besonders Schönes versäumt haben. Wir erlebten eine Besinnungsstunde, die von Musik, Bildern und Texten geprägt war. Unser Gemeinde-Ältester Wolfgang Blaich hatte alle Beiträge unter das Thema »Verhältnis der Menschen zur Natur« gestellt. Seine Texte von Khalil Gibran und Ulrich Schaffer drückten das Spannungsverhältnis aus, das zwischen der von Gott geschaffenen Natur und der Störung des Gleichgewichtszustandes durch die Eingriffe der Menschen entstanden ist. Wolfgang wies auf die aktuellen Bestrebungen vieler Menschen in sechs Kontinenten hin, die unser Bewusstsein stärken helfen sollen, dass wir Menschen aus den Bausteinen der Natur bestehen und unauflöslich mit der Natur verbunden sind. Ein solches Bewusstsein sei in Religionen, wie zum Beispiel der der Indianer, noch sehr lebendig gewesen, uns inzwischen aber in großem Maße verloren gegangen.

Verdeutlicht wurde die von Gott gegebene Ordnung und die von den Menschen verursachte Unordnung in der Natur in stark bewegenden Ausschnitten eines Films von Francis Ford Coppola, die nicht vom Originalton, sondern von improvisierten Klängen von Stephen Blaich auf unserem Konzertflügel untermalt wurden.

Stephen fungierte neben seinem Vater an diesem Abend und stellte mit seinen Klaviervorträgen und den gemeinsam mit uns einstudierten Liedern einen weiteren Höhepunkt des Abends dar. In unnachahmlich gewandter Weise schöpfte er bei den ausgesuchten Liedvarianten aus seinen vielfältigen Erfahrungen als Bezirkskantor. Der von Wolfgang angesprochene Gegensatz von Ordnung und Unordnung wurde von ihm sogar ins Liedersingen übertragen und ergab erstaunliche Resultate.

Die verhältnismäßig geringe Zahl der Anwesenden hielt Stephen nicht davon ab, mit uns sogar einen Kanon in drei Gruppen zu singen. Auch brachte er uns bei, die »güld'ne Sonne« in einem ganz anderen Tempo zu singen, als wir das bislang gewohnt waren; das Lied gewann dadurch an Charakter. Überhaupt erklang unser Liedersingen für mein Empfinden weit intensiver und bewegter, als bei manch einem Gottesdienst bei größerer Beteiligung.

Die zwei Blaichs hatten also den Beweis für die Vielfalt möglicher gottesdienstlicher Formen angetreten, und wir alle würdigten ihre Impulse durch reichliche Dankes- und Anerkennungsworte am Schluss. Wir wünschen uns noch viele solche anregende Stunden mit ihnen.

Peter Lange


Sommerfest

Am Samstag, den 21. Juli, feierten wir mit dem Sommerfest den erfolgreichen Abschluss dieses ereignisreichen »Geschäftsjahres« und zugleich die offizielle Einweihung des nun völlig renovierten Gemeindesaals: nun war auch der Flügel wieder da, frisch gerichtet und gestimmt, das Parkett war abgezogen und geölt und blendete fast in seinem neuen Glanz.

Leider waren nur 20 - 25 Leute da. Vielleicht war ein Grund, dass sich in diesen Tagen, zumindest für Eltern und Kinder, die Abschlussfeste - Schule, Kindergarten, Sportverein u.s.w. - häuften. Auf jeden Fall war es schade, denn die nicht da waren, haben wirklich etwas verpasst.

Den Höhepunkt gab es gleich zu Beginn: Rumi und Tobias Geisler gaben uns ein Konzert: Musikstücke von Schumann für Oboe und Klavier, dazwischen Rumi mit einigen Chopinstücken allein am Flügel. Das war, wie immer, ein ausgesuchter Genuss. Ich bin nicht musikalisch genug, um ihr Spiel im einzelnen zu würdigen, ich kann nur sagen, dass ich tief beeindruckt war von ihrer beider staunenswerten Technik, dem differenzierten Ausdruck und der klaren Strukturierung , die sie der Musik gaben. Da der Flügel diesmal in der Mitte stand, konnte man auch Rumi am Flügel beobachten, was für mich ein zusätzlicher Genuss war. Und gleichzeitig konnte man, wenn man ein entsprechend gutes Gehör und Erinnerungsvermögen hatte, die verbesserte Akustik im Saal würdigen. Vielen Dank, Rumi und Tobias!

Direkt anschließend folgte die Siegerehrung für die Haupthelden der Saalumgestaltung: die Architekten Ziegler und Kreeb - Bauausschuss und große freiwillige Putzkolonne können leider nicht alle aufgezählt werden. Sven Wessner war uns - er hat Haustechnik studiert - nicht nur durch seine Kenntnisse von unschätzbarem Wert, er hat auch Handwerkerarbeiten erledigt, um der TG Kosten zu sparen, trotz beruflicher Vollbeschäftigung. Die Architekten sind mit Engelsgeduld auf unsere wechselnden Wünsche eingegangen, haben immer noch einmal Pläne gezeichnet und Kosten berechnet. Und zusammen haben sie es durch ihren unermüdlichen Einsatz möglich gemacht, dass der Saal punktgenau zur Tempelgründungsfeier gebrauchsfertig war und ebenso jetzt für die Einweihungsfeier rundum vollendet.

Das ist besonders bei Herrn Ziegler beachtenswert, da er genau in der arbeitsintensivsten Phase nebenher zum dritten Mal Vater wurde. Frau Kreeb konnte leider nicht dabei sein, da sie im Urlaub war. Dafür war Herr Ziegler mit seiner Frau und der sechs Wochen alten Tochter da, was uns ganz besonders freute - wir nahmen es als Beweis, dass sie es uns nicht übelgenommen hat, dass sie die Tochter fast ohne Vater zur Welt bringen musste. Immerhin hat er es im entscheidenden Moment gerade noch von der Baustelle zur Entbindung geschafft. Die Tochter war der Star des Abends: sie war mustergültig brav, schlief friedlich inmitten des ganzen Umtriebs, und wenn sie wach war, lächelte sie jedes der vielen Gesichter an, die sich im raschen Wechsel über sie beugten - anscheinend genoss sie die Unterhaltung. Und da die Eltern samt Baby bis nach 23 Uhr blieben, gehen wir davon aus, dass es ihnen ähnlich ging.

Für diejenigen, die nicht da waren und den neuen, bzw. umgestalteten Saal noch nicht gesehen haben: kommt und schaut ihn euch an! Er ist wirklich schön geworden: größer (zumindest subjektiv), heller, festlicher. Das ist zwar meine subjektive Meinung, aber bis jetzt habe ich auch von anderen nur positive Kommentare gehört.

Nach diesem offiziellen Teil der Veranstaltung ging's hinauf in den Klubraum, zum zweiten, kulinarischen und, auf neudeutsch, kommunikativen Teil. Zum Draußen-Sitzen war's zu kühl, aber innen waren die Tische liebevoll mit Blumen geschmückt und auf dem überdachten Teil der Terrasse grillte Rainer Kloß eifrig und ausdauernd Würstchen und Fleisch, und daneben gab's ein üppiges Büfett von fantasievollen Salaten und Nachspeisen, so üppig, dass wir beim besten Willen nur etwa die Hälfte aufessen konnten. Aber alles war so ausgezeichnet, dass wir am Schluss für die Reste problemlos dankbare Abnehmer fanden. Herzlichen Dank allen, die geschnipfelt und gemixt, vorbereitet und hergerichtet und, last not least, am Schluss wieder aufgeräumt haben.

Brigitte Hoffmann


Sommerferienlager

Auch, wenn das Sommerferienlager vom 30. Juli bis 8. August schon ein Weilchen Sommerferienlager Gerolsteinzurück liegt, wollen wir den Warte-Lesern eine kurzen Rückblick und Bilder davon nicht vorenthalten. Die Gebietsleitung war froh, dass sich Kerstin Kloß und Jörg Struve auch in diesem Jahr wieder dazu bereit fanden, mit Kindern ins Ferienlager zu fahren. Damit ermöglichten sie diesen, ein Gemeinschaftsgefühl zu erleben, das nur in dieser Form so vermittelt werden kann. Danke euch beiden!

Dieses Jahr fuhren Jörg Struve und ich mit 12 Kindern zwischen 15 und 4 Jahren in die Vulkaneifel nach Gerolstein. Die wunderschöne Landschaft bot uns viele Möglichkeiten für interessante Ausflüge. Das bei den Kindern nicht so beliebte Wandern wurde mit einem Bad in den beeindruckenden Maaren belohnt. Sommerferienlager GerolsteinAuch das Gerolsteiner Sprudel-Werk mit anschließender Verköstigung war eine Besichtigung wert. Einen heißen, aber sehr beeindruckenden Tag verbrachten wir auf vielfachen Wunsch in Trier und am Sonntag nach einem Diavortrag über die Entstehung der Eifel fuhren wir zu einem Stausee, der mit Eisberg und Trampolin jeden ins Wasser lockte. Aber auch einen Spaziergang bei Dauerregen konnten wir uns nicht entgehen lassen. Erst als wirklich die letzte Faser an uns durchweicht war, gaben wir uns geschlagen und begaben uns zum Spielen in die Juhe. Viel Spaß hatten wir auch bei einer kleinen Wanderung in den Gerolsteiner Dolomiten, bei der wir Würstchen und sogar Bratäpfel grillten.

Kerstin Kloß


Mitgliederversammlung

- die wesentlichen Ergebnisse

Für alle, die am 6. Oktober nicht dabei sein konnten, seien hier die wesentlichen Ergebnisse der diesjährigen Mitgliederversammlung wiedergegeben, bei der nicht nur die Bestätigung des neuen Tempelvorstehers Dr. Rolf Beilharz (Melbourne), sondern auch die Wahl eines neuen Gebietsleiters und einer neuen Gebietsleitung besonders zu erwähnen sind. Zu Beginn der Sitzung wurde der im Zeitraum seit der letzten Mitgliederversammlung verstorbenen sieben Mitglieder gedacht. Als neues Mitglied ist Reiner Beck, Sohn von Luise Beck, eingetreten. Der Mitgliederstand beläuft sich damit aktuell auf 151. Ludwig Beilharz stellte das Rechnungsergebnis 2006 vor, das durch eine erfreulich stabile Einnahmenentwicklung (trotz zurückgehender Mitgliederzahlen) gekennzeichnet ist. Ulrich Bez hatte die Haushalts- und Kassenführung geprüft und keinen Grund zur Beanstandung gefunden. Unter TOP 3 berichteten die einzelnen Verantwortlichen über die Aktivitäten im zurückliegenden Jahr, angefangen beim Gemeindeleiter, über Jugendkoordinator, Verwaltung, Archiv, Friedhofsausschuss, Sozialkreis bis hin zu Ältestenkreis und Gebietsleiterin. Unisono wurde die rückläufige Mitgliederentwicklung und die gelegentlich geringe Beteiligung am Gemeindeleben beklagt; hierzu in auffallendem Kontrast stehen die häufige Befürwortung der theologischen Ausrichtung der TGD und das zunehmende Interesse israelischer Historiker an den Pionierleistungen der Templer im Heiligen Land. Die Gebietsleitung wurde durch einstimmigen Beschluss der Mitgliederversammlung entlastet. Peter Lange, der seine Zeit als Tempelvorsteher resümierte, appellierte an die Mitglieder, weiterhin zusammenzuhalten; er bleibe der TGD als Schriftleiter der Warte und - ab nächstem Jahr - in Nachfolge von Brigitte Kneher im Archiv weiterhin eng verbunden. Als »Überraschungsgast« war der stellvertretende Gebietsleiter der TSA, Harald Ruff, erschienen, der die Grüße der TSA überbrachte und Peters langjährige Verdienste um die innere und äußere Verbundenheit beider Gebiete hervorhob. Brigitte Hoffmann schloss sich der Laudatio im Namen der TGD an und überreichte zusammen mit Harald Ruff ein gemeinsames Geschenk von TGD und TSA an den scheidenden Tempelvorsteher.

Die Mitgliederversammlung bestätigte anschließend Dr. Rolf Beilharz einstimmig als neuen Tempelvorsteher (die Bestätigung durch die Mitgliederversammlung der TSA steht noch aus). Wolfgang Blaich wurde von der Mitgliederversammlung als neuer Gebietsleiter gewählt. Für die Gebietsleitung kandidierten insgesamt elf Personen, von denen sechs als weitere Mitglieder der Gebietsleitung zu wählen waren; gewählt wurden (in alphabetischer Reihenfolge): Ludwig Beilharz, Brigitte Hoffmann, Karin Klingbeil, Jörg Struve, Wolfgang Struve und Sven Wessner. Peter Lange dankte neben anderen Funktionsträgern insbesondere der scheidenden Gebietsleiterin Brigitte Hoffmann für ihre jahrelange Tätigkeit im Interesse der Tempelgesellschaft. Er hob verschiedene Meilensteine ihrer Amtszeit hervor und überreichte ihr im Namen der TGD ein Geschenk. Anderntags, beim Dankfest, wiederholte Brigitte Hoffmann ihrerseits den Dank an alle scheidenden Mitglieder der Gebietsleitung für ihren Einsatz in der vergangen Wahlperiode.

Jörg Klingbeil


Dankfest: Hören-Lernen-Danken

Wenn auch nicht ausdrücklich avisiert, war der heutige Sonntag für viele zunächst mal eine Art Einweihung des Saals. Manche Details waren schon früher zu begutachten, aber das Gesamtbild bot sich erst jetzt in voller Pracht, passender wohl: Zurückhaltung.

Alles neu

Die 50er-Jahre-Glasfenster spiegeln sich kongenial in den Deckensegmenten, die christlichen »essentials« blenden je nach Lichteinfall und Standpunkt an der Wand ein und aus (Belsazar lässt grüßen). Grau- und Beigetöne unterstreichen das edle Understatement. An unsichtbarer Technik wurde nicht gespart und selbst das alte Parkett brachte man so weit, dass Schuh- und Stuhlspuren eines halben Jahrhunderts verschwunden waren. Bravo allen Beteiligten!

Die Sonne schien großzügig herein, wie so oft beim Dankfest und beleuchtete die festlich hergerichtete Bühne. In diese an sich schon feierliche Herbststimmung hinein spielte Rumi Hornung nun ein wunderschön-passendes Chopinstück...

Am neuen Pult und Mikro (das nun nicht mehr immer wieder in sich zusammensackt) eröffnete Peter Lange das Dankfest. DarstellungNaheliegendes Thema: Dank und danken. Je nach Blickwinkel findet man dankenswertes oder aber beklagens»wertes«. Wobei letzteres eben nichts wert ist. Selbst für die Fähigkeit dankbar zu sein, könnte man natürlich danken. Für manchen klingt dies allerdings schon ein bisschen sophistisch.

Diesmal war wieder ein Baby zur Darstellung gebracht worden, was Peter zu einigen Bemerkungen in Sachen Erziehung nutzte. Wie jeder lebende Organismus ist ein Kind mehr als nur die Summe seiner Einzelteile. Diese Einsicht, dass eine höhere Macht »die Finger mit drin hat«, enthebt die Eltern aber doch nicht der Verantwortung, das junge Geschöpf zu lenken. Und lenken heißt natürlich neben dem Gewährenlassen auch zurechtweisen und damit Freiheit einschränken. Dies sollte aber nach einem erzieherischen Konzept erfolgen, also nicht wahllos und »spontan«.

gut = glücklich

Bei der Frage, wie sich das Glück des Kindes am ehesten erreichen ließe, galt bei den (frühen) Templern die Formel gut = glücklich, wobei mit »gut« rechtschaffen und nächstenlieb gemeint war. Gut (erzogen) und glücklich standen nicht im Wettbewerb sondern ergänzten sich. Das gilt natürlich auch heute noch, wird aber doch selten ausprobiert.

Dann die spannende Darstellung selbst ...wenn der Onkel seine große Hand über mich hält... Wie wird das Baby, das immerhin schon eine halbe Stunde »brav« sein musste, reagieren? Nicht gerade begeistert, aber doch duldsam und sichtlich erleichtert und erfreut, als nach oben wieder alles frei war. Ein forscher Blick in Richtung Gemeinde war auch drin.

Liebe ist eines der Güter, das sich nur durch Weitergabe vermehrt, eine Anhäufung zum Eigenbedarf ist nicht möglich. Genervte Eltern mögen bisweilen mit dieser Formel ihre Schwierigkeiten haben, aber auf längere Sicht sie doch bestätigen können.

Wieder sehr passend zum Thema spielte Rumi ein Stück aus Debussys Children's Corner.

Nun waren wir sehr gespannt auf die Ansprache von Otto Hammer, die sich mit der Bibelstelle »Jesus - Marta und Maria« befassen sollte.

Die Geschichte, die Lukas erzählt, ist kurz und lakonisch: Auf der Durchreise in deren Ort, wird Jesus ins Haus von Marta und Maria eingeladen.

Marta kommt den Gastgeberpflichten nach, Maria lauscht dem Gast. Immerzu nur in der Küche zugange, beschwert sich Marta schließlich bei Jesus: »Sag ihr doch, sie soll auch mithelfen«. Das sei ungerecht, man könne schließlich gemeinsam die Hausarbeit schneller erledigen und dann auch gemeinsam zuhören. Aber nein, Jesus befand »Maria hat das Bessere gewählt, es soll ihr nicht genommen werden«. Dieser Meinung war Marta sicher auch.

Es ist dies wohl als Parabel aufzufassen, die die Priorität des Hörens/Lernens vor dem Handeln illustriert. Die Frage, wozu leben wir (Sein) muss vor der Frage wovon leben wir (Tun) geklärt werden.

Sein und Tun

Otto verwies darauf, dass in den frühen Tempelgemeinden der Priorität des Hörens/ Lernens voll genüge getan wurde. Man war des Glaubens wegen ausgewandert, baute bei jeder Neusiedlung als erstes das Gemeindehaus, um dort Jesu Worte zu hören. Nachfolgende Generationen konzentrierten sich dann auch auf das Tun. Darin lag das »Geheimnis« (s. u.) des bis heute bestaunten Erfolgs der Tempelgemeinden.

Was die Priorität des Hörens/Lernens angeht, trifft das auf uns heutzutage nicht mehr zu. Wir sind nur noch Macher, man könnte überspitzt sagen "auf Teufel komm raus". Da müssten die Prioritäten wieder zurechtgerückt werden.

Templer-Lied, Gebet, Segen, musikalischer Ausklang, wieder mit Chopin.

Danach gab Brigitte Hoffmann ihren Verzicht auf eine erneute Kandidatur als Gebietsleiterin bekannt und stellte ihren Nachfolger, Wolfgang Blaich, vor. Außerdem waren die Mitglieder der Gebietsleitung neu gewählt worden. Den ausscheidenden Mitgliedern dankte sie für deren Einsatz während der drei Jahre.

Nun trat Jörg Klingbeil ans Pult und beendete die brotlose Zeit: Essen fertig! Grüner Salat, Leberkäs mit Soße an Nudeln und/oder Kartoffelsalat, Nachtisch. Es schmeckte wieder, als hätte man gerade einen Tagesmarsch hinter sich gebracht. Danke an alle Helfer!

Secrets lifted

Das Nachmittagsprogramm begann mit dem »Brüder, singt ein Lied der Freude« nach der Melodie der 9ten mit der Tücke beim Übergang von der 3. zur 4. Zeile.

Nun stellte Peter die folgende israelische Filmdokumentation vor: »The Templer Secrets in Tel-Aviv« - Sarona und der Denkmalschutz.

Die Grundstückspreise sind horrend, die Templer-Häuser fast bis zur Unkenntlichkeit herabgewirtschaftet, und trotzdem werden sie, von Ausnahmen abgesehen, nicht abgerissen, sondern vorbildlich renoviert, ja sogar außen wie auch innen in den Originalzustand zurückversetzt. Teilweise auch in öffentliche Parks integriert. Am Beispiel eines Hauses, das dem Verkehrsfluss ein Hindernis war, demonstriert: es wird etliche Meter »verschoben«. Ein delikater Vorgang, dessen Fortschritt pro Tag nur wenige Meter beträgt. Eigentlich ein schönes Symbol für die templerisch-israelische Beziehung: Respekt und Fingerspitzengefühl und versetzte Häuser.

Die Darstellung der ebenfalls ausgebreiteten Nazizeit ließ manches Stöhnen im Publikum aufkommen, war aber erstaunlich »zahm« und wenig gehässig. Ja, die Ermordung des letzten Bürgermeisters von Sarona, Gotthilf Wagner, wurde gar als unentschuldbares Verbrechen gebrandmarkt. Da fällt es einem leichter, über manche Ungereimtheiten in der Nazi-Aufarbeitung hinwegzusehen.

Und die »Secrets«? Na ja, da war der Titel ein wenig aufgebauscht. Wer da etwas à la »Das Sakrileg« erwartet hatte...

Das Gold der Templer

Vielleicht war die Existenz der Templer in der israelischen Öffentlichkeit so etwas wie ein Geheimnis, weil unbekannt? Für uns hat sich nur ein Geheimnis gelüftet: Die Goldmünzen in der Wand des Hauses von Hugo Wennagel gab es tatsächlich, der Schatz wurde gehoben und dem damaligen Besitzer zurückgegeben. Für ihn war das eher ein Wunder.

Der Film endete mit der Feststellung, dass das Schicksal der Templer und das der Israelis verwoben sei. Ein salomonischer Schlussakkord, dem jeder zustimmen kann.

Der Vorhang hob sich lautlos, die Sonne schien immer noch, wir waren wieder wohlbehalten in Degerloch angekommen.

Die anschließende Kaffeetafel gab nun freie Bahn, das Gehörte und Gesehene aus den verschiedensten Blickwinkeln zu beleuchten und mit anderen zu diskutieren.

Eine wahrlich runde Veranstaltung, dieses Dankfest 2007.

Wolfgang Struve


Gemeindefreizeit auf dem Lochen

In langjähriger Tradition fand von Freitag, den 26. bis Sonntag, den 28. Oktober wieder eine Gemeindefreizeit statt. Was einstmals als Familienfreizeit begann, ist heute ein »Treffen der Generationen«, bei dem sich jeder wohlfühlen kann und auf seine Kosten kommt.

In diesem Sinne machten sich an besagtem Freitagnachmittag 25 Menschen dreier Generationen auf den Weg, um sich eigentlich gegen 18 Uhr in der Jugendherberge Lochen bei Balingen zum ersten gemeinsamen Abendessen zu treffen - die einen früher, die anderen später. Berufliche oder familiäre Verpflichtungen und Staus ließen die Freizeitteilnehmer erst nach und nach eintröpfeln. Zum Glück war die Herbergsleitung sehr kulant und das Abendessen konnte bis beinahe 21 Uhr von den Nachzüglern eingenommen werden. Der erste Abend klang gesellig aus mit Unterhaltungen, Spielen und dem Werkeln der fleißigen Handarbeiterinnen, die - den Degerlocher Nikolausmarkt im Blick - nebenher strickten oder häkelten.

Nach dem Frühstück am Samstag, das im Jugendherbergsstil schon um acht Uhr anstand, ging es dann zeitig los zur ersten Wanderung durch das Naturschutzgebiet Hülenbuchwiesen zum Aussichtspunkt Hörnle. Gemeindefreizeit LochenDas Wetter hätte schlimmer sein können, es hat weder geschneit, gehagelt oder gestürmt. Die Wandergruppe bedauerte zwar, um den sicherlich grandiosen Ausblick ins Eyachtal gebracht worden zu sein, aber das nebelig-kalte Wetter konnte der guten Laune keinen Abbruch tun. Auch die Kleinsten hielten gut mit und belustigten alle auf dem dreistündigen Marsch. Obwohl die obligatorische »Abkürzung« eingebaut wurde, war die Truppe pünktlich zum Mittagessen in der warmen Herberge.

Der Nachmittag konnte individuell gestaltet werden. Einige besuchten die Ausstellung über die legendären Liverpooler Pilzköpfe »The Beatles« in der Balinger Zehntscheuer, die sehr gut ankam. Andere bummelten durch Balingen und genossen Café, Kuchen oder Eis. Manche blieben im Haus und spielten, betreuten die Kinder und plauderten, die gemeinsame freie Zeit genießend.

Der Hunger trieb abends dann alle wieder an einen Tisch. Fast alle, denn vier Gipfelstürmer hatten sich am Nachmittag auf den Weg gemacht, drei Eintausender zu erklimmen! Was ihnen auch gelang, nur fast hätte sie ein Hüttenwirt auf der Tour über den Lemberg mit dem spendierten Schnaps an der Rückkehr zum Lochenstein gehindert. Irgendwann war das an einer Landstraße geparkte Auto aber wieder gefunden und die vier Männer tauchten beim verspäteten Abendessen geschafft, aber zufrieden wieder auf.

So brach ein weiterer geselliger Abend an. Zu später Stunde versammelten sich alle im Fernsehraum, um einen Film über die Jugendreise im Jahr 1983 nach Israel anzuschauen. Obwohl die Aufnahmen fast 25 Jahre alt waren, wurden fast alle »Schauspieler« identifiziert und auch die Schauplätze waren denen bekannt, die seither in den Gebieten der ehemaligen Templersiedlungen unterwegs waren. Vor allem die damalige Mode und Frisuren lösten kollektive Heiterkeit aus. Auch an diesem Abend wurde der Zapfenstreich ganz individuell gestaltet, manch einer war gar nicht so erpicht, in sein schmales, etwas hartes Bett zu kommen.

Auch am Sonntag weicht die Hausordnung der Jugendherberge leider nicht von ihrem Prinzip ab: Frühstück um 8 Uhr! Nun ja, der Vorteil daran war, dass so der Freizeitgruppe noch ein ganzer Vormittag zur gemeinsamen Gestaltung blieb. Um drei Teilnehmer reduziert, die ihre aufgekommene Erkältung bzw. die lädierten Knie zuhause pflegen wollten, ging es nach Räumung der Zimmer gegen 10 Uhr los. Der Schafberg war das Ziel. Auf dem Sagenweg erwanderten wir uns die ehemalige Wenzelburg, den Gespaltenen Fels und den Hohen Fels. Auch heute war die Fernsicht eher zu erahnen, der Hochnebel hielt sich hartnäckig. Die schöne Herbstfärbung der Buchen- und Mischwälder konnte ihr Farbenspiel nicht ganz entfalten, aber alle genossen die Bewegung in netter Gesellschaft an der frischen Luft.

Das Mittagessen war dann der Schlusspunkt hinter der entspannten Zeit. Ein Auto nach dem anderen rollte den Lochenstein hinunter in Richtung der jeweiligen Heimat. Die gemeinsam verbrachte Zeit hat Jung und Alt gefallen und gut getan, das Gemeinschaftsgefühl bestärkt. Hoffentlich werden noch viele Freizeiten zahlreichen Teilnehmern so ein schönes Wochenende bescheren!

Jeanny Köll


Das Thema »Medien« im Jugendsaal

Veranstalter: Claudia und Andrea Mutschlechner, Christine und Stefan Klingbeil, Inga Reck, Hanna Thaler, Rumi und Irina Hornung

Themen: Medien - wie gehe ich mit ihnen um? Wie erkenne ich die Wahrheit, um das Richtige und Wichtige zu tun? Bibel als Medium - welche Maßstäbe lege ich hier an?

Der Jugendsaal wurde nicht wie die üblichen Gottesdienste gestaltet, sondern war aufgezogen wie eine Nachrichtensendung. Im Saal war eine große Leinwand aufgehängt, und wir konnten vor Beginn der Veranstaltung eine gelungene Powerpoint-Präsentation in Form einer Fotocollage zum Thema Medien verfolgen.

Der Gottesdienst wurde von Hanna Thaler musikalisch am Klavier eingeleitet mit einem schön gespielten Rondo. Aber dann wurde alles ganz anders. Begrüßt wurden wir von Christine und Andrea zu unserer allgemeinen Heiterkeit per Videoansprache. Beide konnten am heutigen Jugendsaal nicht persönlich teilnehmen und so kam die Veranstaltergruppe zu dieser Lösung. Sie gaben einen Überblick über die heutigen Schlagzeilenthemen und kündigten die Liedansagen an.

Claudia trat dann als erste Nachrichtensprecherin am Rednerpult auf. Sie informierte uns darüber, was eigentlich unter Medien zu verstehen ist und welche Kriterien dazu beitragen, dass die Botschaft, die über die Medien verbreitet wird, auch erfolgreich bei den Empfängern ankommt. Das sind z.B. Aktualität, Nähe, Gefühle, die den Zuschauer/Leser ansprechen, auch Inhalte mit Sex und Crime vermischt.

Der nächste Beitrag zum Thema Medien kam von Andrea, wieder über Video. Sie hatte sich einen ganz besonderen Aspekt ausgesucht, nämlich den krankhaften Umgang mit Medien.

Es ist unglaublich, aber es gibt viele Jugendliche, die nicht mehr vom Computer wegzubringen sind, die ihre sozialen Kontakte verlieren, weil sie sich in eine fremde Welt flüchten und dort auch eine Identität finden. Ein Suchtverhalten wurde jetzt wissenschaftlich nachgewiesen. Die Gewaltbereitschaft von Jugendlichen durch den großen Konsum von gewaltsamen Videospielen ist schon länger bekannt.

An diesen Beitrag knüpfte dann Christine an. Sie hinterfragte kritisch den Wahrheitsgehalt von Medien. Wenn jemand Internet hat und etwas nicht weiß, geht er einfach auf eine Internetsuchmaschine und holt sich die Information. Aber ist die denn auch richtig? So zeigte sie am Beispiel einer konkreten Suchadresse (wikipedia) auf, dass alle möglichen Leute Zugriff darauf haben und jederzeit Inhalte abändern können. Ein weiterer Aspekt ihres Vortrages war auch, dass die Empfänger von Mediennachrichten durch die Fülle der Informationen abgestumpft werden. Wen berührt es denn noch, wenn ständig Katastrophen übermittelt werden, Bilder von hungernden Kindern, von verletzten Kriegsopfern, Umweltschäden einem ständig vor Augen gehalten werden. Sie hatte zu dem Thema einen Liedbeitrag der deutschen Musikgruppe Fettes Brot »An Tagen wie diesen« hinzugefügt, die mit ihrem Text genau dieses Thema auf einen Punkt brachte.

Inga als vierte Nachrichtensprecherin wagte dann den Übergang zur Bibel, die ja auch ein Medium darstellt und auf die sämtliche Erkenntnisse zutreffen, die auch für die modernen Medien gelten. Auch bei der Bibel stellt sich die Frage, was wahr ist, was hinzugefügt wurde und was manipuliert worden ist. Der einzige Unterschied zu den modernen Medien ist, dass es schon lange keine Zeitzeugen mehr gibt und die Wahrheitsfindung schwierig ist. Sie brachte als Beispiel die Bergpredigt und zeigte Aspekte auf, die darlegen, dass sich nicht alles so zugetragen haben kann, wie es in der Bibel wortwörtlich steht. Es gibt Gläubige, die von diesen Aspekten nichts wissen wollen, sondern wortgetreu alles aus der Bibel übernehmen und auch alles so glauben. Das ist ein Weg. Aber wer kritisch an das Medium Bibel herangeht, kann diesen Weg nicht gehen. Wenn jemand sich kritisch mit einem Bibeltext auseinandergesetzt hat, wird er sicher auch Inhalte für gut befinden können, wenn er nämlich eine Wahrheit für sich selbst herausziehen kann, die ihm weiterhilft. Dabei handelt es sich nach Ingas Meinung um eine ganz persönliche Wahrheit, die sich nicht mit der Wahrheit decken muss, die ein anderer für sich erkannt hat.

Stefan als fünfter Nachrichtensprecher beschäftigte sich ebenfalls mit der Wahrheitsfindung in der Bibel. Er ging darauf ein, was historisch-kritische Wissenschaftler eigentlich machen. Sie untersuchen die Umstände, wie ein Bibeltext entstanden ist und ob er von mehreren Autoren geschrieben wurde. Doch bei der ganzen Wahrheitsfindung sollte man die Botschaft der Texte nicht vergessen. Stefan vertritt die Meinung, dass so eine Wahrheit auch eine objektive sein kann. Wenn nämlich viele die gleiche persönliche Wahrheit empfinden, kann das zu einer objektiven Wahrheit führen und vielen Menschen nützen, die sich mit dem Medium Bibel auseinandersetzen.

Zum Abschluss des Saals spielte Irina auf ihrer Geige wieder eine wunderschöne Abschlussmusik, begleitet von ihrer Mutter Rumi am Klavier.

Alles in allem war es ein sehr informativer, lehr- und abwechslungsreicher Gottesdienst, der keine Minute langweilig war und der alle beeindruckte.

Ihr müsst mir das glauben, denn wegen einem schrecklichen Hustenanfall musste ich gegen Ende den Saal verlassen, habe den Schluss gar nicht mehr mitbekommen, aber ich habe Zeugen befragt, die mir meinen Eindruck bestätigten.

Brigitte Reck


Eine reich gedeckte Tafel - Morgenfeier im Gemeindehaus

Denkwürdig - im Sinne von »nachdenkenswert« - waren allemal die Worte von Brigitte Hoffmann über Tod und Vergänglichkeit, die wir bei der Morgenfeier am Volkstrauertag im Gemeindesaal von ihr hörten. Und die Sitzordnung - im Halbkreis mit Blick auf Klavier und Innenwand - erwies sich als glückliche Unterstützung unserer Andacht: im Licht der Morgensonne blinkten uns Wörter wie »Glaube«, »Liebe«, »Hoffnung« von der Wand zu.

Eine wiederholenswerte Idee war das Gedenken an die während des Jahres verstorbenen Mitglieder, deren Angehörige sich zum Teil unter den Anwesenden befanden. Einmalig schön erklangen die ausgewählten Musikstücke aus dem CD-Spieler, zum Abschluss der eindrückliche Eröffnungssatz aus dem Deutschen Requiem von Brahms.

Wer gemeint hatte, die morgendlichen Gottesdienste litten an Teilnehmerschwund, wurde diesmal eines Besseren belehrt. Beim anschließenden gemeinsamen Mittagsmahl im Klubraum mussten zusätzliche Tische gestellt werden, um für die etwa 25 Teilnehmer eine blumengeschmückte längliche Tafel zu ermöglichen. Die zur Vorbereitung eines Weihnachtsspiels zusammengekommenen Kinder bekamen ihren eigenen großen Tisch. Hoch gelobt wurde das schmackhafte und reichliche Mittagessen, das in Abwesenheit von Karin Klingbeil diesmal von Ingrid Lange ganz allein zubereitet worden war. Ihr gilt unser herzlicher Dank für all die Arbeit vor und nach unserer Mahlzeit.

Peter Lange

Gemeinde-Weihnachtsfeier

Diesmal fiel unsere Weihnachtsfeier fast mit Heiligabend zusammen: am Sonntag, 23. Dezember. Im Vorfeld fanden das vielleicht manche Hausfrauen unpraktisch, aber ich bin sicher, dass während der Feier keiner mehr an das Einkaufen oder Geschenke-Einpacken zu Hause dachte. Denn wir waren ganz gefangen in Weihnachtsstimmung. Vielleicht lag das ein bisschen an der zeitlichen Nähe, sicher lag es vor allem daran, dass Peter Lange, der die Feier leitete, sie ganz darauf ausgerichtet hatte, unser Gefühl - altmodisch gesprochen: unsere Herzen - anzusprechen und zu berühren.

Er begann, nach der Einleitungsmusik, mit einer Meditation zu den vier nacheinander entzündeten Adventskerzen und ihrer Botschaft des Lichts und der Hoffnung. Seine Ansprache war dann in zwei kurze Blöcke gegliedert. Sie berührte die Weihnachtsgeschichte nur am Rande, konzentrierte sich ganz auf den Hauptinhalt der Weihnachtsbotschaft: das Fest der Liebe - der Liebe Gottes und der Liebe der Menschen untereinander, des inneren Lichts, das von dieser Liebe ausgeht, der Hoffnung auf das Heil, das davon ausgehen kann.

Dazwischen durften wir viel singen, auch hier: nicht die üblichen volkstümlichen Weihnachtslieder, die sich an der Weihnachtslegende orientieren, sondern solche, die ebenfalls vom Licht und der Liebe der Weihnacht künden. Bei den unbekannteren fremdelte die Gemeinde ein, zwei Takte lang, aber dann fand sie sich gut hinein. Trotzdem klang es noch ein bisschen voller, als wir zum Schluss das vertraute »Haifaner« Weihnachtslied sangen: »Dies ist die Nacht, da mir erschienen« mit seiner Botschaft vom Weihnachtslicht, das unser Leben erhellt und uns führt.

Ein Höhepunkt war wie immer das Spiel der Kinder, das Christine und Kerstin, allem Termindruck zum Trotz, mit ihnen eingeübt hatten. Weihnachtsspiel der KinderDie Kleinen reihten sich auf der Bühne auf (ich war ganz erstaunt, wie viele wir doch haben!) und erzählten uns, was ihnen an Weihnachten wichtig ist. Ganz leicht zu verstehen war das nicht immer, manche der kleinen Akteure waren viel zu aufgeregt, um deutlich zu sprechen, manche stolperten ein bisschen über ihre Sätze. Aber das machte überhaupt nichts aus. Was übersprang, war der Eifer, mit dem sie bei der Sache waren, und Groß und Klein freute sich daran.

Danach gab es noch einen zweiten Höhepunkt: ein Chorwerk mit Sätzen aus der Weihnachtskantate, die David Eppinger (ein früherer Lehrer der Palästina-Templer) zu dem bekannten Text von Christian Rohrer »Mit Jubelklang stimmt an das Lied« komponiert hatte. Die Notenvorlage war im Zuge der Deportation der Templer nach Australien verloren gegangen, bis seine Tochter Linda Steller, eine begabte Musikerin, sich daran machte, sie aus dem Gedächtnis wieder zu rekonstruieren, und der Chor der australischen Templer das Chorwerk wieder neu aufführte.Chor Wir hatten uns Notenkopien von der TSA geben lassen, und Erika Krügler begann, mit einem kleinen Projektchor der Stuttgarter Templer drei Sätze der Kantate einzuüben. Als sie bedauerlicherweise krank wurde, übernahm Rumi Hornung diese Aufgabe. Das vierstimmig vorgetragene Werk erklang nun zu unser aller Freude: darüber dass es wirklich schön war, über die wundersame Wiederentdeckung eines verschollenen Werkes eines Templers und über die Leistung eines Chors, dessen Mitglieder, vielbeschäftigt und weit verstreut, sich erst bei der Generalprobe vollzählig zusammenfanden.

Im Übrigen wurde der musikalische Rahmen diesmal ganz von Karins Flötenchor aus Filderstadt getragen, einer Gruppe, in der sie seit Jahren mitspielt und die in dankenswerter Weise uns ihre Zeit und ihr Können zur Verfügung gestellt hatte. Die Flötistinnen begleiteten die zahlreichen gemeinsam gesungenen Lieder und sorgten dann für einen wunderschönen Ausklang mit einem Satz aus Händels »Messias«.

Die Kinderbescherung bildete den Übergang zum »weltlichen« Teil. An den schön mit Kerzen und Tannenreis geschmückten Tischen gab's mitgebrachte Gutsle, Schnitzbrot und Stollen, die fleißigen Helfer schenkten Punsch und Glühwein aus, und alle waren eifrig mit Schwätzen beschäftigt.

Wie immer trug die wunderschöne Dekoration viel zur Gesamtatmosphäre bei: außer den Tischen Gridles zauberhafter Weihnachtsbaum, die Krippe mit den selbst gebastelten Figuren auf dem Flügel. Und, last not least: der neu gestaltete Saal hat sich auch in dieser Situation bewährt: die schwarze Schiebewand bot einen idealen Hintergrund für große und kleine Strohsterne, die hell gegliederte Bühnenrückwand einen guten Rahmen für die Darbietung der Kinder, und dank Klapptischen und Tischgarage ging am Schluss die Rückführung des Saals in den Normalzustand schneller und einfacher vonstatten als früher.

All den Vielen, die zum Gelingen der Feier beigetragen haben, ganz herzlichen Dank!

Brigitte Hoffmann

Auch in diesem Jahr hat Woldemar Pankratz bei der Weihnachtsfeier gefilmt, um - wie schon im letzten Jahr - eine CD zu erstellen, die vor allem das Stück der Kinder wiedergibt. Sie ist wieder sehr nett geworden! Wer Interesse an einer solchen CD hat, kann sie in der Verwaltung bestellen. Kostenpunkt: 5 Euro.

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