Die Warte des Tempels
|
|||||||||||||||
Wie ich mir das Verhältnis Gottes zur Welt vorstelle
|
|
In dieser Teilhabe am Göttlichen muss Gott im Sinne des »Panentheismus« (ein Alles-in-Gott-sein) gesehen werden: kein »Pantheismus« (Gott und Welt fallen in eins) und kein »Theismus« (wie bei den monotheistischen Religionen in ihren offiziellen Ausprägungen). Gott umfasst und durchdringt Mensch und Natur.
Gott ist bei aller Transzendenz (Überweltlichkeit) nicht der Welt entrückt. Deshalb bedarf es keines Mittlers. Jesus ist Vorbild und Wegweisung. Es gibt nur wenige so authentische, so verbürgte und zuverlässige Jesusworte wie Markus 10,18: »Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als der eine Gott!« Indem man dieses Wort ernst nimmt, wird die Position des Arius unterstrichen, dass Jesus ein Geschöpf Gottes ist, nicht gezeugt, sondern geschaffen (das heißt als Mensch), nicht »wesensgleich« mit Gott, sondern nur »wesensähnlich«.
So schwer es dem kirchlichen Christentum fällt: das Trinitätsdogma muss aufgegeben werden. Es hatte seine Funktion in der Antike. Außerchristliche Dreiheiten waren ja auch damals Vorbilder. Dogmen sind dem Wortlaut nach Meinungen und daher zeitbedingt. Gott kam in die Welt nicht nur in Jesus. Er wird in jedem Menschen geboren (so Angelus Silesius) und ist doch zugleich mehr als die Summe aller Menschen. Gott existiert in und außerhalb der Welt.
Gleichgültig, wie weit menschliche Einsicht reicht, wir müssen einsehen: die Gottheit hat »im unzugänglichen Licht« ihre Wohnung (1. Timotheus 6,16). »Der Name, den man nennen kann, ist nicht der ewige Name« (Laotse): Gott ist der Name ohne Namen, der Name aller Namen. Gott ist zwar verborgen, aber er ist stets gegenwärtig. Bitten nützt nichts, Gott kennt unsere Nöte (siehe Matthäus 6,8). Nur die Bitte um Vertrauen ist angebracht; dies erreicht das Gebet, in dem man sich trotz Gottes Schweigen seiner Nähe bewusst bleibt. Aber wir sollten ihm immer danken; besonders wenn er uns die Gnade gewährt, dieses Vertrauen zu bewahren.
Dazu bedarf es jedoch eines der Vernunft nicht widersprechenden Gottesglaubens. Aus der Vernunftverträglichkeit folgt kein dogmatisches Gottesbild. Denn Vernunft ist keine feste Größe. Sie ändert sich mit dem Wissen der Menschheit. Doch bleibt ein Grundstock erhalten, der eine widerspruchsfreie Gottesvorstellung erlaubt.
Hierzu gehört auch die Befreiung von übertriebener Schuldzuweisung. Es gab keine Erbsünde, keine »Urschuld«. Die Frucht vom Baum der Erkenntnis barg das Selbstbewusstsein, und ihr Verzehr war daher ein notwendiger Schritt vom Tier zum Menschen. Es bewirkte Gottes Epiphanie, seine Wahrnehmung auf der Erde. Der falsche Mythos der Genesis ruft also auch zwangsläufig ein falsches Gottesverständnis hervor, besonders wenn er in seiner christlichen Interpretation - das Judentum kennt keine Erbsünde - zu einer zutiefst negativen Aussage über den Menschen führt.
Mit Konfuzius und vor allem Menzius, dem chinesischen Pelagius, darf man davon ausgehen, dass die menschliche Natur von Grund auf gut ist. Das Böse ist kein Gegenstück zum Guten; der manichäische Dualismus, der sich auch im Christentum eingeschlichen hat, ist abzulehnen. Ganz abwegig ist es, ein neugeborenes Kind mit dem Bösen in Verbindung zu bringen. Der Mensch - aus dem Tierreich nach Gottes Plan hervorgegangen - ist nach der Geburt mit keinem Makel behaftet. Eine Taufe zur Gewinnung des angeblich verlorengegangenen Heils, wie sie selbst heute noch bei der - von Jesus nicht vorgesehenen - Kindertaufe praktiziert wird, ist deshalb eigentlich eine Beleidigung des Schöpfergottes. Taufe war im Urchristentum vor allem Umkehr, Neuanfang.
Hat Gott sein Werk zu stümperhaft ausgeführt? Dies kann nicht die Gottheit sein, der Einstein eine überlegene Vernunft bescheinigte, die in ihrer Allmacht das Universum erschaffen und ihm seine großartige und unbegreifliche Ordnung (Kosmos) mitgegeben hat. Machen wir uns frei von einem allzu menschlichen Gottesbild - denn Gott ist größer!
Otmar Kurus in Freies Christentum«, Heft 5, 2006 (gekürzt wiedergegeben)
1. Der Theismus als eine Form der Definition Gottes ist tot. Gott kann nicht mehr glaubwürdig als ein Wesen mit übernatürlicher Macht verstanden werden, das im Himmel wohnt und bereit ist, immer wieder in die menschliche Geschichte einzugreifen, um den göttlichen Willen durchzusetzen. So ist heute das meiste theologische Reden von Gott bedeutungslos, es sei denn, dass wir eine neue Form finden, von Gott zu reden.
2. Weil Gott nicht mehr in theistischen Vorstellungen begriffen werden kann, wird es unsinnig, Jesus als die Inkarnation einer theistischen Gottheit zu verstehen. So ist die Christologie der Vergangenheit erledigt.
3. Die biblische Darstellung einer vollkommenen und abgeschlossenen Schöpfung, aus der die Menschen durch den Sündenfall ausgeschlossen wurden, ist eine vor-darwinistische Mythologie und ein nach-darwinistischer Unsinn.
4. Die biologisch wörtlich verstandene Jungfrauengeburt macht das traditionelle Verständnis der Göttlichkeit Christi unmöglich.
5. Die Wundergeschichten des Neuen Testaments können in einer Welt nach Newton nicht mehr als übernatürliche Ereignisse verstanden werden, die eine inkarnierte Gottheit bewerkstelligt hat.
6. Das Verständnis des Kreuzes als Opfer für die Sünden der Welt ist eine barbarische Vorstellung, die auf einer primitiven Gottesvorstellung basiert, die aufgegeben werden muss.
7. Durch die Auferstehung erhob Gott Jesus zu einer göttlichen Bedeutung. Deshalb kann sie keine körperliche Wiederbelebung innerhalb der menschlichen Geschichte sein.
8. Die Geschichte der Himmelfahrt beruht auf einem dreistufigen Universum und kann deshalb nicht in die Vorstellungen des Raumzeitalters nach Kopernikus übertragen werden.
9. Es gibt keinen von außen bestimmten, objektiven, geoffenbarten Text in der Schrift oder auf Steintafeln, der ein für alle Mal unser ethisches Verhalten bestimmt.
10. Das Gebet kann keine Bitte sein, die sich an eine theistische Gottheit wendet, um bestimmte Handlungen in der menschlichen Geschichte zu veranlassen.
11. Die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod muss von der das Verhalten kontrollierenden Vorstellung von Belohnung und Bestrafung getrennt werden.
12. Alle Menschen sind Gottes Ebenbild und als Personen zu respektieren. Keine äußerliche Beschreibung des Menschen, ob sie auf der Rasse, der Volkszugehörigkeit, dem Geschlecht oder der sexuellen Orientierung beruht, kann daher als geeignete Basis für Ablehnung oder Diskriminierung verwendet werden.
Nach dem Buch von John Shelby Spong »Warum der alte Glaube neu geboren werden muss - Ein Bischof bezieht Position«, Patmos Verlag Düsseldorf, 2006, ISBN 3-491-70395-6, Seite 282-283
Wir setzen heute unsere frühere Reihe »Wasser - Urelement des Lebens« (zuletzt im Oktober-Heft 2004) mit einem Beitrag des Theologen und Umweltschützers Leonardo Boff fort.
Das Überleben auf der Erde hängt vom Wasser ab. Wasser kann zum Grund für Kriege oder für die Solidarität der Völker werden.
Wasser ist ein knappes Gut. 97 Prozent des Wassers auf der Erde sind Salzwasser, nur 3 Prozent Süßwasser. Vom Letzteren befinden sich nur 0,7 Prozent in Reichweite der Menschen. Diese 0,7 Prozent sind höchst ungleich verteilt: 60 Prozent konzentrieren sich auf neun Länder, während 80 Länder unter Wasserknappheit darben. Weniger als eine Milliarde Menschen verbrauchen etwa 86 Prozent des knappen Guts.
Neue deutsche Rechtschreibung
|
|
Umso wichtiger ist die Frage, wer das Wasser in Zukunft besitzt. Derzeit sind wir Zeugen eines weltweiten Rennens um die Privatisierung des Wassers. An diesem Wettbewerb beteiligen sich transnationale Konzerne wie die französischen Vivendi und Suez-Lyonnaise, der deutsche RWE, der britische Thames Water und der US-Baugigant Bechtel. Der Internationale Währungsfonds und die Weltbank haben seit dem Jahr 2000 in 40 Ländern neue Kredite und Umschuldungen an die Privatisierung der Trinkwasserversorgung gebunden. Damit wird Wasser zur Ware, zur Quelle des Profits.
Doch Wasser ist kein wirtschaftliches Gut wie jedes andere. Wasser ist so eng mit dem Leben verbunden, dass wir es als Teil des Lebens und als etwas Heiliges betrachten müssen. Das Leben kann nicht zur Ware gemacht werden. Wasser ist ein natürliches Gut, eine grundlegende Quelle, aus der vor 3,8 Millionen Jahren Leben auf der Erde entstanden ist.
Um das Wasser als Reichtum erfassen und gerecht verteilen zu können, müssen wir mit der Diktatur des nutzenorientierten Denkens brechen, das die gegenwärtige Gesellschaft beherrscht. Denn in dieser Logik ist das Wasser nichts weiter als eine Ressource, mit der gehandelt werden kann.
Stattdessen muss die Politik dafür sorgen, dass alle Menschen Zugang zu Trinkwasser haben. Jedem Menschen auf der Welt müssten täglich 50 Liter Trinkwasser umsonst garantiert werden - die Kosten dafür muss die Allgemeinheit tragen. Erst für den zusätzlichen Bedarf von Privathaushalten fallen Gebühren an. Bei industrieller und agrarwirtschaftlicher Nutzung von Wasser müssten die Nutzer die Kosten decken.
Noch herrscht bei der zukünftigen Verteilung von Wasser eine marktorientierte Sicht vor - mit einer übertriebenen Ausrichtung auf das private Eigentum. Dazu drohen gefährliche Konflikte zum Beispiel zwischen der Türkei einerseits und dem Irak und Syrien andererseits oder zwischen Israel und Jordanien sowie Palästina wie auch zwischen den USA und Mexiko an den Flussbecken des Rio Grande und des Rio Colorado.
Angesichts solcher Exzesse haben die Vereinten Nationen bei den Konferenzen in Mar del Plata (1977), Dublin (1992) und Rio de Janeiro (1992) das »Recht auf Zugang zu ausreichendem Trinkwasser in der Qualität für die Grundbedürfnisse« festgeschrieben. Zu Recht. Das Ziel »Null Hunger« unter den Millenniumszielen der UNO sollte auch das Ziel »Null Durst« einschließen. Es gibt kein Leben ohne Wasser. Wasser schafft Leben und ist eines der mächtigsten Symbole für das ewige Leben.
Aus »Publik-Forum« vom 25. Aug. 2006;Leonardo Boff lebt in Brasilien
Die im Juli 2005 in Kraft getretene neue Satzung der TSA mit weitreichenden strukturellen Änderungen hat sich offensichtlich bisher bewährt. Ein wesentlicher Effekt der neuen Struktur ist die Einbindung vieler Mitglieder in verantwortliche Gemeindearbeit in den neu gebildeten Unterausschüssen (»Focus Groups«). Damit wird die zentrale Instanz der Gebietsleitung von vielen Einzelentscheidungen entlastet.
Zum 30. Juni 2006 betrug die Anzahl der Vollmitglieder der TSA 572.
Damit hat sie den Mitgliederstand vom Jahr zuvor leicht überstiegen, ein Grund für vorsichtigen Optimismus, wie Gebietsleiter Dr. Rolf Beilharz in seinem Jahresbericht bemerkte. Erfreulich ist, dass im Berichtszeitraum der TSA 15 neue Mitglieder beigetreten sind. An dem erfolgreichen Konfirmandenunterricht im vergangenen Jahr haben 19 junge Heranwachsende teilgenommen.
Saal-Gottesdienste sind außer in Bayswater, Bentleigh, Sydney und Tanunda auch in mehreren Orten des ländlichen Victoria bei dort wohnhaften Templerfamilien gehalten worden. Um die Besucher dorthin zu bringen, wurde ein im letzten Jahr neu erworbener Kleinbus eingesetzt.
Stellvertreter des Gebietsleiters Dr. Rolf Beilharz sind gegenwärtig: Renate Beilharz (geb. Vollmer), Harald Ruff und Irene Bouzo (geb. Dyck).
Das TSA-Verwaltungsbüro in Bentleigh unter der erfolgreichen Leitung von Mark Herrmann ist seit Längerem durch Marks Ehefrau Marianne und Irma Wesselbaum, die sich um Layout und Satzherstellung des »Templer Record« kümmert, personell aufgestockt worden.
Das unter der Leitung von Dr. Martin Schreiber gemeinsam von der TSA und der AGWS betriebene Alten- und Pflegeheim TTHA
hat von den Behörden die Zulassung für weitere 34 Pflegebetten erhalten. Damit kann eine bauliche Erweiterung des Heims in Angriff genommen und die lange Warteliste von Aufnahmewilligen langsam abgebaut werden.
In den Räumen des TTHA sind inzwischen Vorkehrungen für die Einrichtung einer Arztpraxis getroffen worden, bestehend aus Empfangsbereich, Wartezimmer, drei Sprechzimmern und medizinischen Nebenräumen. Dr. Jakubowicz wird die Praxis leiten. Leider gibt es immer noch Schwierigkeiten mit den benötigten behördlichen Zulassungen.
Weiterhin ist der Bau von drei weiteren Kleinwohnungen im Heimbereich geplant. Außerdem beantragte die Heimleitung die Zulassung für einen Hauspflegedienst,
der es Mitgliedern ermöglicht, bei Krankheit oder Gebrechlichkeit länger im eigenen Haus bleiben zu können.
Vorsitzender des Vorstands des TTHA ist Hartmut Weller, der den im letzten Jahr ausgeschiedenen langjährigen Vorsitzenden Friedrich Sawatzky ersetzte. Pflegedienstleiterinnen unter der Direktion von Geschäftsführer Dr. Schreiber sind Karin Baumert und Cheryl Young.
Die Sozialdienst-Leiterin der TSA Helga Anderson (geb. Wied) kümmert sich schon viele Jahre um den persönlichen Kontakt zu Altenheim-Bewohnern und zu den neu Dazukommenden. In ihren 20 Wochenstunden leitet sie im Heim alle zwei Monate auch ein Treffen von Bewohnern mit ihren Angehörigen zur Besprechung anstehender Fragen. Sie will ihr Amt zum Jahresende abgeben.
Der auch von Seiten der TGD finanziell geförderte Besucheraustausch ist ein wichtiger Teil unserer Kontakte mit den Freunden in Australien. Beim Austausch junger Mitglieder hat die TGD in diesem Jahr Sebastian Hänel die Möglichkeit zum Kennenlernen der australischen Gemeinde geboten. Er besuchte einen Sprachkurs und half im TTHA mit. In umgekehrter Richtung hatten wir Erin Lubitz längere Zeit in der Stuttgarter Gemeinde. Zuständig für die Koordination des Austauschs sind Tania Richter (TSA) und Claudia Mutschlechner (TGD).
Nachdem im letzten Jahr aus dem Ältestenkreis der TSA Renate Beilharz und Renate Weber bei uns zu Gast waren, hoffen wir auch bei diesem Ältesten-Austausch auf eine Fortsetzung in beiden Richtungen.
Über dieses ehrgeizige Projekt für die Verschönerung der Gemeinde-Kapelle in Bayswater informierte uns im letzten Jahr Renate Weber ganz ausführlich. Auf diesem großformatigen Wandbehang soll die Geschichte der Templer bildhaft dargestellt werden. Etwa 30 Personen unter Anleitung von Helga Jürgensen (geb. Bulach) haben bisher zu diesem von der örtlichen Stadtverwaltung unterstützten Vorhaben handwerklich beigetragen. Im Oktober wird der Behang in seinem gegenwärtigen Fertigstellungsstand anlässlich eines »Heritage Festivals« in der Kapelle ausgestellt.
Die Gruppe um den emsigen »Historiker« Horst Blaich kümmert sich weiter um Geschichtsaufbereitung in vielfältiger Form. Demnächst soll eine Berichtssammlung über das Ende der Tempelsiedlungen in Palästina erscheinen.