Treffpunkt - Gemeinde aktuell
Jahres-Rückblick 2006
Diavortrag über Armenien
Am 27. Januar berichtete Wolfgang Blaich über Armenien - ein kleines Land mit uralter Geschichte und Kultur, versteckt hoch im Kaukasusgebirge. Er zeigte Bilder, durch die uns wunderschöne Berglandschaften, alte kirchliche Bauten und die Realität der postsovietischen Zeit mit ihren Zeichen des Verfalls und aufkeimender Zukunft entgegentraten.
Die Geschichte Armeniens reicht bis 2 000 vor Christus, als es dort einen Staat Urartu gab, der über riesige Gebiete herrschte. Später, im 4. Jahrhundert, wurde Armenien zum ersten christlichen Staat, noch bevor Konstantin das Römische Reich zu einem christlichen Imperium machte. Die Armenische Orthodoxe Kirche ist auch jetzt die führende religiöse Kraft des Landes.
Das Land hat beinahe keine Mineralressourcen, von den 3 Millionen Einwohnern wohnen die meisten in der Hauptstadt Eriwan, die übrigen sind über die Landschaft dünn zerstreut. Aber was das Land einmalig macht, ist seine Geschichte, sein kulturelles Gut. Heimgesucht von Kriegen und Erdbeben, schrumpfte das Land: Die Türken halten den Heiligen Berg Ararat besetzt, auf dem Noah vermutlich seine Arche an Land führte. Die Vertreibungen und Misshandlungen, besonders im türkischen Teil des Landes, führten zu einer massenhaften Auswanderung.
Die armenische Diaspora schenkte der Welt berühmte Künstler und Financiers. Der letzte Krieg mit Aserbeidschan schnitt Armenien vom Kaspischen Öl ab und verursachte eine Energiekrise. Aber Armenier sind Überlebenskünstler und haben noch viel zu vermitteln.
Einen winzigen Teil davon konnten wir erleben, als Frau Blaich uns zeigte, wie wir unsere eigene Energie beherrschen und Liebe weitergeben können. Vielen Dank.
Helene Pankratz
Kinderfasching
An der Kinder-Faschingsfeier am 25. Februar haben insgesamt zwölf Kinder und drei Erwachsene teilgenommen und alle zusammen hatten großen Spaß.
 
Friedhofsreise
Vierzehn Tage Israel, geprägt von Templergeschichte, kulturellen Unternehmungen, Besuchen historischer Stätten und Nationalparks dazuhin eine Unmenge Informationen durch Kommunikation mit Einheimischen - das alles hinterließ zunächst einmal Eindrücke im »Rohzustand«, die erst verarbeitet und geordnet werden mussten. So jedenfalls erging es mir und vielleicht auch dem einen oder anderen der weiteren Teilnehmer dieser Reise: Brigitte Hoffmann, Dieter Lange, Griddle Lange, Jörg Struve und, last but not least, die komplette Familie Klingbeil.
Friedhofsreise - Nomen est Omen. Vorrangiges Ziel und Zweck dieser Reise ist die Instandhaltung der Friedhöfe in Jerusalem und Haifa, wo wir dann auch den Löwenanteil der uns zur Verfügung stehenden Zeit verbrachten. Es wurde gerecht, gebuddelt, gepflanzt, geputzt und beschriftet bis die Bürsten und Pinsel rauchten und so mancher heiße Capuccino wurde zum Händewärmen zweckentfremdet. Wir orderten und setzten einen Grabstein für Joseph Kell, der zu Beginn der Kriegswirren in Jerusalem starb und begraben wurde, aber keinen Grabstein mehr gesetzt bekam.
Auch hatte sich hier ein Fernsehteam angesagt, das eine Dokumentation über die Templer im Heiligen Land drehte. Wir waren das Objekt ihrer Begierde, denn sie scheuten weder Mühe noch Kosten, unserer Spur bis Tabgha zu folgen, wo wir sie dann erfolgreich der Obhut von Helmut Glenk übergaben, der mit seiner Gattin Lorraine aus Australien angereist war und einige Tage mit uns verbrachte.
Unser Friedhof in Haifa war in einem sehr guten Zustand. Ein stolzer Adnan (Friedhofsgärtner) präsentierte uns 'seinen' Friedhof mit der frisch renovierten Friedhofshütte samt eingebauter 'Nasszelle' (Waschbecken und WC), so dass die Damen morgens in aller Ruhe literweise ihren Tee trinken konnten ohne hinterher in Verlegenheit zu geraten. Eine Einladung zum Abendessen beim Adnan-Clan nahmen wir dankend an. Zum Glück hatten wir Stefan dabei, denn es gab mehr als genug für jeden.
Ein Höhepunkt unserer Reise war der Besuch der Ausstellungseröffnung »Chronicle of a Utopia, die Templer im Heiligen Land«, im Eretz-Museum in Tel Aviv. Dr. N. Thalmann, bei dem wir am Nachmittag zum Kaffee eingeladen waren, schloss sich unserer Gruppe an. Die Ausstellung dokumentierte in übersichtlicher, detaillierter und informativer Art und Weise den Werdegang der Templer von den Anfängen auf dem Kirschenhardthof bis zur Internierung der letzten Siedler. Die modernen und großzügigen Räumlichkeiten waren dem Ansturm der geladenen Gäste kaum gewachsen, so groß war das Interesse. Auch hier war unser Fernsehteam wieder vor Ort.
Die Ausstellung kann noch bis 31. Juli besichtigt werden.
Zwischendurch führte unser Weg, vorbei an Jericho, nach Belvoir (dem Gefühl und der Strasse nach am Ende der Welt), zur Taufstelle am Jordan und weiter nach Tabgha, wo wir übernachteten. Am Abend kam Prof. Chaim Goren aus Rosh Pinna um sich mit uns zu treffen. Er erzählte uns vom Bau und Werdegang des historischen Pilgerhauses, das heute vom »Deutschen Verein vom Heiligen Lande« mit Sitz in Köln geführt wird und für diese Nacht unsere Unterkunft war.
Nachdem wir vergeblich auf dem »Berg der Seligpreisung« auf einen monumentalen Sonnenaufgang gewartet hatten (Aufstehen um 5 Uhr!!) der sich wegen hartnäckiger Bewölkung nicht einstellte, ging die Reise weiter: Brotvermehrungskirche, Petrus-Kirche, Nimrod und weiter Richtung Norden, bis wir den schneebedeckten Berg Hermon vor uns sahen. Zurück führte der Weg über Gamla weiter nach Haifa. Prof. Yossi Ben-Artzi empfing uns in der Uni Haifa und führte uns im Galopp durch das zur Uni gehörende Hecht-Museum.
Vor der Weiterfahrt zum Toten Meer besichtigten wir noch die Kolonien Sarona und Wilhelma. In der Juhe Massada bezogen wir Quartier. Von dort aus führte uns Jörg Struve auf eine unvergessliche Wanderung durch das »Wüstengebirge« mit seinen bizarren Landschaften.
Der Lohn für die schweißtreibende Wanderung bei gut warmen Temperaturen war nicht etwa ein Sprung ins kalte Wasser sondern ein Bad im warmen Toten Meer. Der folgende Tag war ganz Massada gewidmet. Am späten Nachmittag gings über Qumran zurück nach Jerusalem, wo wir die Arbeiten auf dem Friedhof beendeten.
Für einen Abend war noch ein Treffen mit Faten Mukarker arrangiert. Faten Mukarker ist christliche Palästinenserin und lebt mit einem Teil ihrer Familie (2 Kinder leben im Ausland) in Beit Jala, einem Nachbarort von Bethlehem. Sie fuhr mit uns zu ihren Weinbergen an den Hängen nahe Beit Jala und zeigte uns, wo künftig die Mauer verlaufen wird (der Verlauf wird willkürlich festgelegt, Grenzen werden gezielt ignoriert und es gibt keine Entschädigung für verlorenes Land). Ein Teil des mit Weinreben, Obst- und Ölbäumen bebauten Landes war bereits gerodet. Zwei einsame Wassertanks und zerfetzte Bewässerungsschläuche, die aus dem Boden ragten, waren die letzten Zeugen des ehemals fruchtbaren Landes. Sie fuhr mit uns durch das Cremisan-Gebiet, wo die Strasse auf offener Strecke abrupt endete, versperrt mit Felsblöcken. Wir wendeten und fuhren weiter nach Bethlehem (inzwischen war es Nacht geworden) zur sogenannten »Apartheitsmauer« . Durch sie wird die Trennung von Israelis und Palästinensern auch optisch vollzogen. Fassungslos stehen wir vor der 8 m hohen Mauer, Betonklotz an Betonklotz, sauber und ordentlich aneinander gereiht. Die Mauer soll einmal 700 km lang werden und wird dafür sorgen, dass die palästinensische Bevölkerung in Ghettos eingeschlossen wird. Beim gemeinsamen Abendessen erzählt Faten Mukarker eindringlich und einprägsam von ihrem spannungsvollen Alltag, was z.B. eine mehrwöchige Ausgangssperre und was Wasserrationierung bedeuten. Sie berichtet über die »verbotenen Strassen«, die von Palästinensern nicht befahren werden dürfen und wie die Gewalt Land und Menschen verändert.
Im März 2006 wurde in der »Zeit« folgender Artikel veröffentlicht: »Der Deutsche wird daran erinnert, dass es aus begreiflichen historischen und moralischen Gründen gerade hierzulande besonders schwierig ist, den Antisemitismus-Verdacht abzuwehren und die Berechtigung des palästinensischen Kampfes gegen die Besatzungs- und Repressionspolitik unvoreingenommen wahrzunehmen - seien die Palästinenser doch Opfer von Opfern.«
Burgl Buhmann
Gemeindeausflug nach Löwenstein
Immerhin fünfzehn Personen hatten sich am 9. April bei wechselhaftem, zum Glück weitgehend trockenem Wetter in der Evangelischen Tagungsstätte Löwenstein eingefunden, um dort die Ausstellung »Deutsch gesungen und gebetet« zu besuchen. Die durch eine private Initiative zustande gekommene kleine Ausstellung widmet sich den Gesang- und Andachtsbüchern, die von deutschen Auswanderern in ihren Siedlungsgebieten verwendet wurden bzw. werden. Neben den Auslandsdeutschen in den bekannten großen Siedlungsgebieten wie Siebenbürgen, Russland und Amerika fanden als vierter Themenschwerpunkt auch die Palästinadeutschen, namentlich die Templer, in Vitrinen und auf Schautafeln, Erwähnung.
Die beiden Initiatoren der Ausstellung (Herr Kunzi und Herr Dieter), die auch persönlich anwesend waren und uns die Ausstellung erläuterten, konnten dabei auf Exponate und Erläuterungen zurückgreifen, die ihnen Brigitte Kneher aus unserem Archiv zur Verfügung gestellt hatte. Die Initiatoren berichteten uns, dass viele andere Besucher der Ausstellung an dem Thema Templer besonderes Interesse gezeigt hätten, aber in der Regel auch wenig hierüber gewusst hätten. Um dem abzuhelfen, haben wir inzwischen einen Packen Broschüren zum Verteilen nach Löwenstein geschickt. Die Begegnung mit den Initiatoren der Ausstellung gestaltete sich für beide Seiten so anregend, dass sie uns nicht nur beim Mittagessen in der Tagungsstätte Gesellschaft leisteten, sondern uns anschließend auch das in der Nähe gelegene ehemalige Zisterzienserinnen-Kloster Lichtenstern (heute Behindertenheim) mit seiner wunderschönen Kapelle zeigten. Den Abschluss fand der Ausflug beim gemeinsamen Kaffeetrinken in Löwenstein, aus dem - wie uns Peter Lange in einem Kurzreferat am Morgen erläutert hatte - auch der Gründer des Deutschen Hospitals in Jaffa, Gottlob Sandel, stammte.
Jörg Klingbeil
Lesung mit Margret Greiner
Wer die erste Lesung von Margret Greiner vor rund zwei Jahren im Gemeindehaus gehört hat, wollte die angekündigte zweite Lesung am 26. April auf keinen Fall verpassen. Auf das Mikrofon verzichtete sie, denn sie hat eine klangvolle, gut verständliche Stimme; ihre bilder- und facettenreiche Sprache war ein Genuss.
Zu ihrem neuen Buch »Jefra heißt Palästina« wurde die Autorin inspiriert von einer 16jährigen Palästinenserin (mit israelischer Staatsangehörigkeit) in einer Mädchenschule in Ostjerusalem, in der Margret Greiner zwei Jahre lang unterrichtet hatte. Die Hauptfigur des Buches, das Mädchen Jefra, lebt mit ihren Eltern und fünf Geschwistern, deren Charaktere nicht unterschiedlicher sein konnten, in sehr engen Verhältnissen. All dieses wird in dem Buch mit viel Einfühlungsvermögen und Humor beschrieben.
Obwohl ihr Vater von den Israelis vier lange Jahre hinter Gittern gehalten worden war, hatte Jefra sich geschworen, keinen Hass aufkommen zu lassen. Ihr unerschütterliches Ziel war Gewaltlosigkeit und ein friedliches Nebeneinander von Israelis und Palästinensern. Sie zeigte eine beeindruckende Zivilcourage, ging ihren Weg und äußerte ihre Meinung ohne Rücksicht auf eventuelle nachteilige Konsequenzen.
Auf Empfehlung einer Bekannten nahm sie per E-Mail Kontakt auf mit einer gleichaltrigen Jüdin namens Ruth, die in der deutschen Kolonie lebte. Aus einem intensiven elektronischen Briefverkehr entwickelte sich eine enge Freundschaft, die später aber durch ein Attentat zerbrach. Eine Tante sorgte dafür, dass Jefra an einem Kurs namens »Bridges for Peace« in den USA teilnehmen konnte, dessen Ziel es war, Vorurteile zwischen jungen Israeli und Palästinensern abzubauen und sogar Freundschaften entstehen zu lassen. Bei diesem Treffen lernte Jefra die junge Jüdin Shifra kennen, die trotz ihres ganz unterschiedlichen Wesens ihre beste Freundin wurde.
Nicht zuletzt aufgrund der Begegnungen und offenen Gespräche mit anderen jungen Israeli und Palästinensern auf »neutralem Boden« beschlossen Jefra und Shifra, ein Magazin für junge Leute in mehreren Sprachen herauszugeben, dem sie den beziehungsvollen Namen »Bridges« gaben. Nach etlichen Schwierigkeiten, die sie unermüdlich überwanden, wurden sie zu regelrechten »Medienstars«. Zur gleichen Zeit machten die beiden Chefredakteurinnen ihr Abitur. Jefra durfte sogar bei ihrer Abschlussfeier die Rede halten, für die sie großes Lob erntete.
Margret Greiner, die im Jahre 2002 Jerusalem wieder verließ, hatte das Talent ihrer Schülerin erkannt und vermittelte ihr die Möglichkeit, Kolumnen in der Stuttgarter Zeitung zu veröffentlichen. Außerdem schlug sie sie für den Stuttgarter Friedenspreis vor. Aus 65 Anwärtern wurde Lama Tarayra im Jahre 2004 für die Auszeichnung ausgewählt. Während das Buch damit endet, dass Jefra gegen den Widerstand ihrer Familie an der Hebräischen Universität Jerusalem Psychologie studiert, erhielt ihr reales Vorbild Lama Tarayra ein Stipendium für ein Studium der Biochemie in den USA.
Manches von dem, was Margret Greiner an Gefühlen ihrer Romanheldin in ihrer Lesung vermittelte, kann in diesem knappen schriftlichen Rückblick zwangsläufig nicht wiedergegeben werden. Rund 40 Zuhörer waren beeindruckt, viele erwarben anschließend das Buch und ließen es sich von der Autorin signieren. Für alle, die nicht dabei waren, sei das Buch »Jefra heißt Palästina« dringend zur Lektüre empfohlen!
Eva-Maria Wieland
Als Spende gingen 388 Euro ein, die Frau Greiner an 2 Projekte in Israel weiterleitete - vielen Dank!
Gemeindefreizeit in Konstanz
Das Wetter war nicht besonders viel versprechend, als wir am Freitag gegen 17:30 Uhr in der Jugendherberge in Konstanz einkamen. Aber das änderte nichts an der guten Laune, die wir alle von zu Hause mitgebracht hatten. Gegen 18:00 Uhr trudelten dann die letzten Teilnehmer an und es war Zeit um einzuchecken und die Zimmer zu vergeben. Leider mussten einige von uns in den siebten Stock des umgebauten Wasserturms. Und da es natürlich keinen Aufzug gab, hieß es für diese dann Treppen steigen.
Nachdem wir uns dann alle häuslich eingerichtet hatten, ging es auch schon zum Abendessen. Anschließend verbrachten wir den restlichen Abend gemeinsam in unserem Aufenthaltsraum (nach dem wir dann endlich den richtigen bekommen hatten) spielten gemeinsam Spiele (Ligretto lässt grüssen) und einige hatten ihre Handarbeitssachen dabei und waren fleißig am stricken.
Am Samstag Vormittag ging es dann mit dem Bus in die Innenstadt. Praktisch, dass unser Kurticket, das wir von der JuHe bekommen hatten, auch als Busfahrschein diente. In der Stadt angekommen, teilte sich die Gruppe. Ein Teil stattete dem »Sea-Life« einen Besuch ab, während sich der andere Teil dazu entschlossen hatte, eine kleine Stadttour zu machen.
Im Sea-Life konnte man die verschiedensten Fischarten, Wasserschnecken und Haie bewundern. In den unterschiedlichen Räumen war besonders die heimische marine Fischwelt dargestellt. Auch wenn ich dazu sagen muss, dass es meiner Meinung nach nicht ganz das hält, was es verspricht. Allerdings war ich von den verschiedenen Aktionen, die Greenpeace präsentiert hat, sehr begeistert.
Zum Mittagessen waren wir dann alle gemeinsam wieder in der Jugendherberge. Am Nachmittag teilten wir uns aber wieder auf. Eine größere Gruppe fuhr nach Meersburg um dort das Schloss und das Museum zu besuchen. Der kleinere Teil erkundete die Stadt bzw. die hervorragenden Einkaufsmöglichkeiten. Das große Einkaufscenter in der Stadtmitte macht schon etwas her und man kann sich dort auch wirklich einige Zeit aufhalten - einen spontanen Besuch beim Friseur inklusive. Selbstverständlich haben wir das ausgetestet.
Zum Abendessen trafen wir uns wieder in der Jugendherberge und tauschten uns aus, denn wir hatten einiges erlebt. Nach dem Essen saßen wir dann noch etwas zusammen und als es auf den Abend zu ging, zogen die Jugendlichen gemeinsam in die Stadt. Es war wirklich toll, dass bei dieser Familienfreizeit einmal wieder so viele Kinder und Jugendliche dabei waren. Das sollte doch eigentlich öfter machbar sein, oder nicht?
Nach dem gemeinsamen Frühstück am Sonntag morgen, genossen wir das schöne Wetter bei einem gemütlichen Spaziergang am See entlang. Vorbei an wunderschönen Villen und gepflegten Garten- und Grünanlagen.
Am Mittag sind wir dann auf die Mainau um die wunderbare Blütenpracht zu genießen. Dieser Ausflug hat sich wirklich gelohnt. Die Blumen und Bäume sind so schön angelegt und es hat richtig Spaß gemacht, durch den großen Park zu laufen. Besonders beeindruckend war das Schmetterlingshaus. Selbst für die Leute, die schon einige Male auf der Mainau waren, ein Besuch lohnt sich immer. Es ist einfach faszinierend zu sehen, wie viele verschiedene Farben so ein Schmetterling hat oder haben kann.
Den gemeinsamen Abend nutzten wir, um die Dias der Israelreise, die im März stattfand, anzuschauen. Die Bilder sind wirklich phantastisch geworden und es war sehr interessant zu sehen, wo man doch alles herum kommen kann, wenn man an einer solchen Reise teilnimmt.
Am Montag nach dem Frühstück ging es dann auch ans Packen, schließlich mussten bis 10.00 Uhr die Zimmer geräumt sein.
Aufgrund der hohen Rückreisewelle verabschiedeten sich auch einige Freizeitteilnehmer frühzeitig, die anderen genossen den Sonnenschein auf der Insel Reichenau. Jörg hatte eine Wanderung herausgesucht, die an drei alten romanischen Kirchen vorbeiführte, die wir dann auch kurz besichtigten.
Rechtzeitig zum Mittagessen waren wir dann aber doch wieder zurück und saßen danach noch ein wenig gemeinsam in der Sonne. Aber nach und nach löste sich die Gruppe auf und jeder machte sich auf den Weg nach Hause.
Es ist immer wieder schön, an so einer Familienfreizeit teilzunehmen und das verlängerte Wochenende bot sich ideal dazu an, einen Tag mehr dran zu hängen.
Schön wäre es doch wirklich, wenn immer so viele Teilnehmer dabei wären!
Bis zum nächsten Mal!
Andrea Mutschlechner und Christine Klingbeil
Seminar-Wochenende
Wie in den letzten Jahren, so fand das diesjährige Templer-Seminar vom 24. bis 28. Mai wieder im altvertrauten Erholungsheim Schönblick bei Schwäbisch Gmünd bei Vollpension und liebevoller Betreuung statt. Kein Einkaufen, kein Kochen bedeutete für uns Hausfrauen einen Kurzurlaub, den wir alle (und nicht nur die Hausfrauen) sehr genossen haben.
Im Unterschied zu den vorangegangenen Wochenendtreffen handelte es sich in diesem Jahr um eine verlängerte Abwesenheit von daheim, da der Himmelfahrtstag am Donnerstag für ein langes Wochenende sorgte. So hatten wir vier Tage zum Diskutieren, und bei dem gestellten Thema:
»Christoph Hoffmann und David Friedrich Strauß - Pietismus gegen Aufklärung«
war das gut so. Die Vormittage waren mit geistiger Arbeit angefüllt, und da war volle Konzentration gefragt.
Zum Thema möchte ich sagen, dass fast alle der 20 Teilnehmer überrascht waren über die für damalige Verhältnisse aufgeschlossene und frei denkende Ansicht des D. Fr. Strauß. Er war seiner Zeit weit voraus und selbst der aufgeschlossene junge Christoph Hoffmann hatte größte Schwierigkeiten, den Gedanken von Strauß zuzustimmen. Strauß war, wie Hoffmann, ein Schüler des Evangelischen Stifts in Tübingen, hatte dort Philosophie, Philologie und Theologie studiert und verkündete, dass alle, die an den von der Landeskirche vorgeschriebenen Glaubenssätzen klebten und nur diese predigten, nicht ehrlich vor ihrem Gewissen und deshalb Heuchler seien.
Karin Klingbeil, Brigitte Hoffmann und Peter Lange hatten in unglaublich gewissenhafter und profunder Arbeit folgende Themen zur Seminararbeit vorbereitet und darüber vorgetragen:
- Bericht über das Leben von Strauß, kurzer Blick auf die Bibelkritik von Strauß und auf die religiöse Situation in Württemberg Mitte der 40er Jahre des 19. Jahrhunderts.
- Diskussion über Strauß' Buch »Leben Jesu - kritisch betrachtet«.
- 1848: kurzer Blick auf die politische Situation; Wahlkampf in Ludwigsburg.
Es wurde uns allen klar, dass Chr. Hoffmann zu dieser Zeit noch sehr im Pietismus verhaftet war. Er wurde als Vertreter des Kreises Ludwigsburg am 16. Mai 1848 vom Volk in die Nationalversammlung in Frankfurt gewählt. Die Ansichten seines Gegenkandidaten Strauß waren für den »Normalsterblichen« - besonders in der ländlichen Bevölkerung - so revolutionär, dass Strauß bei der Wahl durchfiel.
In späteren Jahren hat Hoffmann seine Gedanken dann auch weiterentwickelt und sich den Ansichten von Strauß angenähert. Nicht herausgefunden wurde, trotz Recherchierens, wann Hoffmann zu seiner freieren Theologie gefunden hat.
Für die drei Nachmittage gab es ein sehr interessantes Nebenprogramm.
- Eine Führung durch das nahe gelegene ehemalige Kloster Lorch durch einen sehr humorvollen und auf seinem Gebiet äußerst bewanderten Herrn machte den Nachmittag dort unvergesslich.
- Auch der Spaziergang unter kompetenter Führung durch den biologisch-dynamisch betriebenen Heilkräutergarten der Weleda-Werke bei strömendem Regen, der uns aber dank unserer Regenschirme und der von Weleda gestellten blauen Plastiküberschuhe nicht viel antun konnte, trug zum besseren Verständnis für die Herstellung der bekannten Kosmetika und Heilmittel bei dieser Firma.
- Der Höhepunkt der Nachmittagsveranstaltungen war für viele die Führung durch die Stauferstadt Schwäbisch Gmünd. Auch hier hatten wir eine sehr engagierte und phantastische Führerin, die uns die Schönheiten der Altstadt mit Rathaus, Marienbrunnen, die Johannes-Kirche von außen und vor allem das wunderschöne Heilig-Kreuz-Münster nahe brachte.
Abends saßen wir bei Wein, Wasser und Gebäck im Seminarraum zusammen, schwätzten, diskutierten, schauten die Dias der Friedhofs-Aktionsgruppe an, die im Frühjahr in Israel die Friedhöfe gepflegt hatte. Interessant war auch der Film über das Leben im Meer »Deep blue«. Gemeinsames Singen war für den letzten Abend angesagt und wir haben unter Erika Krüglers Klavierbegleitung wohl das halbe Esslinger Liederbuch durchgesungen. Das hat Spaß gemacht.
Nicht vergessen möchte ich zu erwähnen, dass drei der Beteiligten aus Australien waren. Es waren Irene und Horst Blaich und Erin Lubitz, die Enkeltochter von Heidi und Heinz Vollmer. Erin war ganz frisch eingeflogen, erst 5 Tage im Land und hatte noch unter Umstellungsschwierigkeiten zu leiden. Wer kennt das nicht? Sie ist als Teilnehmerin am Austauschprogramm zwischen der TGD und der TGA hier. Sie hat sich wacker geschlagen, war immer pünktlich zur Stelle und hat überall mitgemacht. Auch wenn sie sicher nicht viel verstanden hat, war sie immer freundlich. Alle Achtung, Erin, als junge Frau zum ersten Mal auf der anderen Seite der Erdkugel, alles ist verdreht und die Sprache fremd und nur Alte um dich herum. Dazu ein sehr schwieriges Thema. Jeder hatte volles Verständnis, dass du dich sehr oft einfach ausgeklinkt und mit einem Buch die Zeit abgesessen hast.
Für uns alle war es ein sehr interessantes, schönes und harmonisches Zusammensein, und ich schreibe sicher im Namen aller Beteiligten, wenn ich mich für diese interessanten Vorträge und Gespräche bei den Veranstaltern bedanke.
Ulla Klink
Kanufahren auf dem Regen
Schlechtes Wetter und Kälte erwarteten wir eigentlich, als wir am Freitagmittag, dem 2. Juni, in Richtung Bayern aufbrachen, aber Lust auf Kanufahren hatten wir trotzdem. Nach einer langen und anstrengenden Autofahrt machten wir uns erst einmal daran, die Zelte auf unserem Campingplatz aufzubauen. Nach einigen Aufbruchschwierigkeiten erreichten uns auch die letzten pünktlich zum Abendessen, das wir gemeinsam zubereiteten. Anschließend wurden die Zelte aufgeteilt und eingeräumt und ein Lagerfeuer angefacht, wo wir in fröhlicher Runde den Abend verbrachten.
Am nächsten Morgen nach dem Frühstück, gegen neun Uhr, fuhren wir zum Ausgangsort unserer ersten Etappe auf dem Wasser, wo wir Boote, Schwimmwesten und Zubehör bekamen und sich ein weiterer Teilnehmer, ein Freund des Organisators Sven Wessner, zu uns gesellte. Wir ließen die sechs Boote zu Wasser und fuhren los, in jedem Boot zwei Mann.
Auf der ersten Etappe gab es glücklicherweise nur ein Wasserwehr, um das es die Boote herumzutragen galt. Auch das Wetter spielte mit: Die Sonne kam zum Vorschein. Am besten war allerdings der anfangs noch gefürchtete Wasserpegel, der die Boote schnell vorantrieb und einen nie auf Grund laufen ließ, wie es im letzten Jahr so oft der Fall gewesen war. Zu Mittag ließen wir uns sogar ein gutes Stück einfach nur treiben, während wir vesperten. Am frühen Nachmittag, viel früher als erwartet, trafen wir nach 22 Kilometern zurückgelegter Strecke am Zielpunkt an. Nachdem wir nach mehreren Telefonaten auch die Handynummer von Rolf Hänel herausgefunden hatten, der die Fahrer abholen sollte, deren Autos noch am Ausgangspunkt standen, ketteten wir die Boote zusammen und gingen noch in der menschenleeren Stadt in ein Eiscafé, bis die Fahrer ihre Autos geholt hatten. Den Abend verbrachten wir mit einem Barbecue und anschließendem Kartenspielen. Der erwartete Regen blieb aus, die Nachwirkungen der Sonne waren jedoch deutlich auf einigen Gesichtern und Unterarmen in leuchtendem Rot zu erkennen.
Auch am nächsten Tag gab es nur einige Minuten leichten Nieselregen, die Sonne blieb jedoch meistenteils aus. Diesmal standen wir etwas später auf und nach der üblichen Prozedur fuhren wir wieder auf dem Regen. Dieses mal war die Strecke wohl etwas anspruchsvoller, denn gleich zu Beginn wurden zwei Teilnehmerinnen etwas nass. Im Verlauf des Tages kamen wir an mehreren Wehren vorbei, bei denen wir oftmals aussteigen mussten und das Boot über Land schleppen. Als wir wieder mal alle Boote aus dem Wasser ziehen wollten, wurden zwei mutige Bootsinsassen wohl etwas übermütig und versuchten das Wehr im Boot zu überwinden, was ihnen auch größtenteils gelang. Dann saßen sie jedoch auf einem Stein auf, und im Versuch sich zu befreien kenterte das Boot. Gottseidank passierte Andrea Mutschlechner und Christine Klingbeil in ihrem Leichtsinn nichts. Unsere Kanustrecke führte uns schließlich an unserem Campingplatz vorbei, von wo aus wir nach Plan eigentlich noch fünf Kilometer hätten fahren sollen. Da aber einige schon etwas nass waren und fast alle etwas müde, wurde ziemlich einstimmig beschlossen die Etappe etwas zu verkürzen und wir blieben kurzerhand am Campingplatz, wo wir den letzten Abend wieder fröhlich am Lagerfeuer beschlossen.
Am Montagmorgen war dann erstmal Taschen packen und Zelte abbauen angesagt und so starteten wir erst mittags zu unserer letzten Etappe, die wir relativ ereignislos ohne größere Schwierigkeiten hinter uns brachten. Am Ende putzten wir die Boote, verabschiedeten uns und fuhren heim. Es waren schöne 4 Tage und ich freue mich schon aufs nächste Jahr.
Frieder Hammer
Tempelgründungstag
Wieder einmal war Tempelgründungsfest angesagt. Die Sonne schien schon früh vom Himmel und die Leute strömten froh und erwartungsvoll zum Saal.
Nach der Eingangsmusik, gespielt von Rumi Hornung, und dem von der Gemeinde gesungenen Lied »Dein Reich komme« - Peter meinte einmal, dieses Lied müsse einen größeren Stellenwert bekommen - hörten wir Worte über die Bedeutung unserer Feier.
Früher feierte man den Hoffmannsgedenktag, aber es war ja nicht nur Hoffmann, sondern 64 Personen, die gemeinsam den Entschluss fassten, die Tempelgesellschaft zu gründen. Es wurde beschlossen, das Tempelgründungsfest zu feiern und zwar zu Ehren aller, die an der großen Aufgabe des gemeinsamen Aufbruchs zur Arbeit am Reich Gottes beteiligt waren.
Der Singkreis brachte das Lied »Ich wünsch Dir Zeit« von Ralf Schonhardt mit Klavierbegleitung zu Gehör und nach der Reaktion und den Fragen nach dem Text war meine Liedwahl gut.
Die Zeit - aber die Zeit vor 150 Jahren - war auch das Thema von Peter Lange in seinem Vortrag über die Gründung der ersten Templergemeinde auf dem Weiler Kirschenhardthof. Viel Arbeit in der Landwirtschaft und Krankheiten machten den Anfang schwer, doch schon im ersten Jahr wurde der Grundstein zum Versammlungssaal gelegt und erfolgte auch die Gründung dreier Schulen.
In der Schriftenreihe TG 1 von Dr. Paul Sauer und in verschiedenen Schriften können wir uns mit der Anfangszeit der Tempelgesellschaft beschäftigen.
Das vom Singkreis gesungene Lied aus »Elias« von Mendelssohn-Bartholdy »Hebe deine Augen auf zu den Bergen, von welchen dir Hilfe kommt« versinnbildlicht meiner Meinung nach den festen Glauben, den die ersten Templer hatten. Denn ohne diesen hätten sie ihre große Aufgabe nicht verwirklichen können.
Unser gemeinsam gesungenes Losungslied »Trachtet...« spricht viel von Krieg und Kampf. Brigitte Hoffmann sprach über die schwierige Zeit vor der Gründung der Tempelgesellschaft, über die Rivalität zwischen Christoph Hoffmann und David Friedrich Strauß. »Pietismus gegen Aufklärung« war auch das Thema bei unserem diesjährigen Seminar auf dem Schönblick. Ich hoffe und wünsche, dass Brigittes hochinteressanter Vortrag bald veröffentlicht wird.
Unser gemeinsames Lied »Dein Reich komme« und ein wunderschöner Klaviervortrag von Chopin, gespielt von Rumi Hornung, beendeten den Vormittag.
Nun gab es Zeit zum Unterhalten, Essen und um Freunde aus nah und fern zu begrüßen. Bis zum Nachmittag kamen immer noch Nachzügler, so dass der Saal um 14 Uhr reichlich gefüllt war.
Am Nachmittag - es war ja nach 12 Uhr - bot uns Dr. E. Jakob Eisler einen spannenden Vortrag mit dem Titel »Der Beitrag der Templer zum Aufbau jüdischer Kolonien vor dem ersten Weltkrieg.« Ab 1883, zu Beginn der russisch-jüdischen Einwanderung, gab es schon viele Kontakte zu den Templern, deren Architekten und Handwerker behilflich waren, den Neuankömmlingen die Ansiedlung zu erleichtern. Jakob Eisler zeigte uns bei seiner Bild-Präsentation unglaublich gut wiedergegebene Bilder, z.T. abfotografiert von alten Glasplatten. Danke für den tollen Vortrag.
Last not least - einen großen Dank all jenen, die geholfen haben, diesen Tag so schön zu gestalten. Besonderen Dank unseren »Heinzelfrauen« in der Küche, auch den Bäckerinnen der guten Kuchen und Torten, den Getränkebereitstellern - und es musste ja auch alles wieder aufgeräumt werden. Der Basar ist immer eine Augenweide und ich hoffe, dass vom Einkauf reger Gebrauch gemacht wurde.
Es war ein gut gelungenes Fest!
Erika Krügler
Jugendsaal
Unser japanischer Gast in der Gästewohnung, Makiko Sugano, nahm an verschiedenen Veranstaltungen unserer Gemeinde teil und berichtet über den Jugendsaal:
Der Jugendsaal zum Thema Zivilcourage, der am 9. Juli stattfand, hat mir zu denken gegeben und mich an das Motto der Evangelischen Schule erinnert, in die ich in Japan gegangen bin: »For Others« - »Für Andere«.
Stefan und Christine Klingbeil, Claudia und Andrea Mutschlechner mit Erin Lubitz hatten mit dem von ihnen gestalteten Saal genau das im Sinn - die Gemeinde zum Denken anzuregen.
Sie beschäftigten sich mit dem Thema »Zivilcourage« auf unterschiedliche Art und Weise und ließen auch ihre eigene Erfahrung und Meinung mit einfließen. Es war sehr interessant.
Am Ende des Jugendsaals bekam jeder ein von Sebastian Hänel gebackenes »Z« als Anregung dazu, zivilcouragierter zu handeln. Dabei kam mir wieder das Motto meiner alten Schule ins Gedächtnis und obwohl ich es seit mehr als 20 Jahren kenne, fällt es in der Praxis nicht immer leicht, zu Fremden hilfsbereit zu sein und die guten Vorsätze in die Tat umzusetzen. Deshalb sehe ich es als unsere Lebensaufgabe an, sich hilfsbereit zu zeigen und zivilcouragiert zu handeln. Ich habe im Gemeindehaus in der Gästewohnung gewohnt und schnell hilfsbereite Menschen um mich herum kennen gelernt. Ich danke den jungen Rednern und der Tempelgemeinde, dass sie mir die Gelegenheit gegeben haben, über dieses Thema nachzudenken.
Makiko Sugano
Abendandacht - Über das Singen
Wenn mich nicht alles täuscht, dann werden die Templer immer sangesfreudiger. Nicht zuletzt wurde das bei unserer Abendandacht am 23. Juli deutlich, bei der unser musikalischer Leiter Stephen Blaich mit einigen witzigen Ideen unsere Sangesfreudigkeit erfreulich gut in Schwung bringen konnte. Überhaupt fand ich die Art eines solchen »Abend-Saals« sehr gut und weiterhin nachahmenswert, obwohl die Festlegung seines Termins auf die Zeit der höchsten sommerlichen Hitze der Andacht doch etwas abträglich war: das Gebläse, das die heiße Luft aus dem Saal nach außen befördern sollte, musste sowohl von der Sprecherin Brigitte Hoffmann wie auch von den Sängern nach Kräften übertönt werden. Doch die Auswahl von Brigittes Textbeiträgen (bei den Abendandachten wird auf eine Predigt verzichtet) war in gelungener Weise auf den Sommer abgestimmt und den besten Gedicht- und Prosasammlungen der deutschen Literatur entnommen worden. Wenn auch wegen des hochsommerlichen Termins nicht die erwartete Zahl von Teilnehmern im Gemeindesaal zusammengekommen war, so ließ ihr kräftiges und begeistertes Mitsingen dieses Manko in großartiger Weise ausgleichen.
Aber auch bei anderen Gelegenheiten konnte im Gemeindeleben der letzten Zeit ein reges Interesse am Singen registriert werden. Das Projektsingen zur Tempelgründungsfeier unter Leitung von Erika Krügler war ein solches Beispiel. Auch wenn es zur Zeit nicht gelingt, einen ständigen Singkreis zu bilden, so fanden sich doch eine Anzahl jüngerer und älterer Gemeindemitglieder bereit, um über einen Zeitraum von etwa zwei Monaten hinweg zwei Chorstücke für die Juni-Veranstaltung einzuüben, auch wenn wir Sänger mit dem Resultat unserer mehrstimmigen Proben nicht immer ganz zufrieden waren und die Zahl der Anwesenden bei den Proben stark schwankte. Ich denke, dass bei nicht zu anspruchsvollen Chorsätzen ein weiteres solches Projektsingen Sinn machen würde und dass auch zahlreiche Mitsänger dazu gewonnen werden könnten.
Das »freie Singen« an einem der Abende beim Wochenend-Seminar auf dem »Schönblick« darf natürlich auch nicht vergessen werden. Wir hatten die »Esslinger Liederbücher« mit ihren Volks- und Heimatliedern mitgenommen, und jeder im Kreis durfte eines der Lieder, das ihm am besten gefiel, vorschlagen, worauf es Erika Krügler dann auf dem Klavier anstimmte. Wir haben uns an jenem Abend derart in Begeisterung gesungen, dass fast keine Lieder mehr zum Singen übrig blieben und wegen der eintretenden Nachtruhe im Haus zum Schlusslied aufgefordert werden musste.
Hätte unser früherer Gebietsleiter Hans Lange das miterleben können, hätte er sich sehr darüber gefreut, war er es doch gewesen, der damals den Singkreis der Gemeinde ins Leben gerufen und über viele Jahre hinweg gefördert und durch Mitsingen unterstützt hatte. Er war eben noch Angehöriger einer Generation, die in ihrer Jugendzeit statt wie heute üblich Musik nur anzuhören Musik selbst produzierte und bei Ausflügen und Festen regelmäßig Lieder anstimmte. Auch heute dürfte der Sinn des Singens noch derselbe geblieben sein wie damals: innere Gefühle zum Ausdruck zu bringen und Lebensfreude zu vermitteln. »Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder.«
Peter Lange
Ein Sommerfest auf der Terrasse
Unsere schöne Freiterrasse wird bei Templer-Veranstaltungen leider viel zu selten benutzt, meist stehen die Wetterverhältnisse dem entgegen. Nun war uns aber am 29. Juli der Wettergott ausnahmsweise sehr wohl gesonnen, so dass unser Sommerfest, das letzte Gemeindetreffen vor der Ferienzeit, keine besseren Voraussetzungen hätte haben können. Die laue Abendluft lockte alle Besucher aus dem Klubraum auf die Terrasse, so dass es bei der großen Zahl der Anwesenden bisweilen ein wenig eng zuging. Doch das nahm jeder gern in Kauf, zumal man sich von den an einer langen Tischfront aufgebauten Salatvariationen in einer Anstehreihe zügig bedienen konnte und die beiden jungen Grillmeister ihre Fleisch- und Wurstspezialitäten erstaunlich schnell fertig gebraten hatten.
Das Sommerfest hatte in diesem Jahr seine besondere Note durch ein kurzes Kammerkonzert am Nachmittag erhalten. Es war ein besonderer Genuss, die inzwischen erreichte hohe Leistungsstufe unserer Violinistin Irina Hornung unter der bewährten Begleitung ihrer Mutter Rumi am Flügel erleben zu können. Die Beiden trotzten nicht nur der glühenden Wärme im Gemeindesaal, sondern ließen sich auch nicht durch das Abendgeläut unserer Nachbarkirche und das durchdringende Martinshorn der Polizei aus dem Takt bringen. Die Gäste, die ich mitgebracht hatte, lobten diese musikalische Ouvertüre des Abends in den höchsten Tönen und baten, sie beim nächsten musikalischen Ereignis wieder zu benachrichtigen.
Es war übrigens festzustellen, dass sich erstaunlich viele Gäste unter den anwesenden Gemeindemitgliedern befanden. Es zeigt sich dabei, dass solche Veranstaltungen manchen Freunden des Tempels Gelegenheit geben, in ungezwungener unterhaltsamer Weise unser Gemeindezentrum zu erleben. Es liegt ja wohl an uns, daran zu denken, öfters einmal Bekannte und Freunde zum Mitkommen zu begeistern. Wir können damit zeigen, dass wir keine »geschlossene Gesellschaft« sind und auch keine sein wollen.
Ein solches Sommerfest benötigt eine Menge Überlegung, Vorbereitung und Organisation. Es müssen immer willige Kräfte da sein, die diese Arbeiten auf sich nehmen. Den Templerfreunden, die uns den schönen stimmungsvollen Abend Ende Juli geschenkt haben, sei unser herzlicher Dank gesagt. Ich hatte in keinem Augenblick das Gefühl, dass etwas zu bemängeln wäre. Es war an alles gedacht worden, nicht zuletzt an einen lecker-süßen Nachtisch sowie daran, dass bei einbrechender Dunkelheit auch Teelichter auf die Tische kamen. Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Sommerfest.
Peter Lange
Sommerferienlager
Mit neun Kindern fuhren Jörg, Erin und Kerstin dieses Jahr für eine Woche auf die Burg Wernfels. Die Burg liegt im Fränkischen Seenland und ist umgeben von vielen Hopfenfeldern. Mit dabei waren Jan und Marc Rüttler, Jan-Laurin und Mona-Nina Struve, Lisa und Franziska Bitzer, Yanick, Jonathan und Josephin Kloß.
Wir waren alle in 1- oder 2 Bettzimmern in einem Häuschen über dem Burgtor untergebracht. Im Gelände der Burg befanden sich ein kleiner Spielplatz und ein Fußballplatz, den die Kinder auch jeden Abend nach dem leckeren Abendessen ausgiebig nutzten. Dank der Autos hatten wir die Möglichkeit viele Fahrten in die Umgebung zu machen:
Wir haben uns in Nürnberg die Kaiserburg und das mittelalterliche Lochgefängnis angeschaut. Einen Tag verbrachten wir im Playmobil-Fun-Park und einen Tag am Brombachsee zum Baden. Wir schauten uns die Hopfenstadt Spalt an und auf der Rückfahrt machten wir in Rothenburg ob der Tauber Halt. Dort liefen wir auf der Stadtmauer, schauten uns das Spielzeugmuseum und einen Laden mit Weihnachtsdekorationsartikeln an. Wir kletterten auf den Rathausturm und probierten die Spezialität »Schneeball«.
An manchen Tagen kamen wir auch dazu, die mitgebrachten Spiele zu spielen, da uns die Sonne nicht allzu oft verwöhnte. Abends ging es dann mit der »Schnecke« in die Zimmer, wo sich die einen oder anderen noch zum Quatschen in den Dachzimmern trafen.
Es war eine rundum schöne Woche und es kommen hoffentlich nächstes Jahr alle wieder mit.
Kerstin Kloß
Im Namen der Tempelgesellschaft bedanken wir uns sehr herzlich bei Kerstin Kloß und Jörg Struve, die durch ihre Bereitschaft zur Betreuung bereits in den letzten Jahren die Sommerferienlager für jüngere Kinder möglich gemacht haben. Damit ermöglichten sie den teilnehmenden Kindern die wertvolle Erfahrung, Gemeinschaft mit anderen Kindern zu erleben. Uns bleibt die Hoffnung darauf, dass sich diese Kinder, die sich ja auch immer zu den Weihnachtsspielen zusammenfinden, zu einer Gruppe formieren, die auch weiterhin gern gemeinsam etwas unternimmt!
Karin Klingbeil
Diavortrag »Im Reich der Königin von Saba«
Es war ein interessanter Titel für einen Bildervortrag und ein eindruckvoller Abend den uns Brigitte bereitet hat. Sie hat uns über ihre Reise in den Jemen berichtet die sie im November 2005 unternommen hatte.
Der Jemen ist unter den Reisenden immer noch ein Geheimtipp, Massentourismus ein Fremdwort.
Ein Land mit verschiedensten Bevölkerungsgruppen, wobei die große Mehrheit arabischer Abstammung ist.
In den westlichen Küstenregionen sind Teile der Bewohner afrikanisch-arabischen, bzw. im Süden des Landes auch südasiatischen Ursprungs. Kleine europäische Bevölkerungsgruppen findet man in den großen Städten des Landes.
Die verschiedenen Stämme in Jemen haben eine bedeutende gesellschaftliche, als auch politische Bedeutung. Die lokale Bedeutung der Stämme ist immens und liegt teilweise über der Zentralregierung.
Jemen ist eines der ärmsten Länder der arabischen Welt. Heute werden 90% der Einnahmen durch den Export von Öl erzielt. Verglichen mit den anderen Erdölproduzierenden Staaten recht bescheiden. Deshalb wird die Einnahmequelle Tourismus immer wichtiger.
Wir durften an dem Abend viele atemberaubende Bilder bewundern, Sandwüsten, schroffe Bergmassive, tiefe Taleinschnitte. Beindruckende Land- und Leute Aufnahmen, die noch lange in Erinnerung bleiben werden.
Danke für den schönen Abend Brigitte.
Ella Mutschlechner
Rückblick auf die Mitgliederversammlung
An der Mitgliederversammlung am Tag vor dem Dankfest haben knapp 30 Mitglieder teilgenommen. Möglicherweise hing die schwache Teilnahme mit dem Wetter oder dem Umstand zusammen, dass keine Wahlen anstanden. Brigitte Hoffmann berichtete eingangs über die Mitgliederentwicklung; danach sind im Berichtszeitraum 8 Mitglieder verstorben, dieser Entwicklung steht ein Neuzugang gegenüber, so dass die Tempelgesellschaft einen aktuellen Mitgliederbestand von 158 Personen aufweist.
Ludwig Beilharz erläuterte den Rechnungsbericht für das Kalenderjahr 2005, zu dem sich keine Fragen ergaben und der auch durch den Rechnungsprüfer als korrekt bestätigt worden war.
Brigitte Hoffmann und andere Verantwortliche berichteten daraufhin über ihre Arbeitsschwerpunkte im zurückliegenden Jahr (insbesondere Ältestenarbeit, Gebietsleitung, Jugendarbeit, Friedhofsarbeit, Gemeindeleben, Sozialkreis, Chorprojekt, Archiv und Verwaltung). Nach der Entlastung der Gebietsleitung stellte der Gemeindeleiter die aktuellen Planungen zur Umgestaltung des Gemeindesaals vor; in der anschließenden Debatte wurde seitens der anwesenden Mitglieder der Renovierungsbedarf in vielen Punkten bestätigt, allerdings mahnten auch einige Mitglieder, die Umgestaltung solle sich im Rahmen halten.
Für eine lebhafte Debatte sorgte auch der folgende Tagesordnungspunkt, bei dem Jörg Struve für den Friedhofsausschuss über ein Kaufangebot für den rückwärtigen, nicht genutzten und verwilderten Teil des Jerusalemer Friedhofs berichtete. Fragen nach der geplanten Bebauung und Nutzung der Flächen standen zunächst im Vordergrund. Einige Mitglieder wandten sich grundsätzlich gegen einen Verkauf von Gemeindevermögen und baten die Gebietsleitung darum, alternativ eigene Nutzungsmöglichkeiten, z.B. eine Verpachtung des Geländes, zu prüfen; teilweise wurde der Finanzbedarf generell bezweifelt. Die Befürworter des Geländeverkaufs wiesen auf die tendenziell steigenden Kosten der Friedhofsunterhaltung und die Möglichkeit einer optisch ansprechenden Gestaltung der rückwärtigen Friedhofsgrenze (unter Verlegung und Restaurierung der baufälligen Friedhofsmauer) hin. Sie hielten es ferner für möglich, dass der israelische Staat in absehbarer Zeit der Tempelgesellschaft auferlegen werde, den nicht genutzten Teil des Friedhofs anderen Religionsgemeinschaften in Israel, die über keine Reserveflächen auf ihren Friedhöfen verfügten, als Grabstätte zur Verfügung zu stellen; eine Anfrage der Alliance Church, die den benachbarten Friedhof unterhalte, liege bereits vor. Da in dieser Sache keine Zustimmung der Mitgliederversammlung erforderlich war, erklärte die Gebietsleitung, die diskutierten Optionen weiter prüfen zu wollen.
Da die Amtszeit der Gebietsleiterin bereits im nächsten Frühjahr abläuft, die reguläre Mitgliederversammlung aber erst im Oktober 2007 ansteht, stimmte die Mitgliederversammlung einstimmig einer Verlängerung der Amtszeit von Brigitte Hoffmann um ein halbes Jahr zu.
Peter Lange dankte abschließend als Tempelvorsteher der Gebietsleitung für ihr Engagement und berichtete über aktuelle Entwicklungen der australischen Schwestergemeinden. Die TSA weise im Gegensatz zur TGD erfreulicherweise einen leichten Mitgliederzuwachs auf; hierzu habe möglicherweise auch die Neustrukturierung der Gemeindearbeit beigetragen.
Jörg Klingbeil
Dankfest
Morgenlicht leuchtet, rein wie am Anfang - Frühlied der Amsel, Schöpferlied klingt.
Mit diesen Zeilen beginnt das Lied, das uns auf das Dankfest einstimmte.
Ein Lied wie gemacht für den Dankfest-Sonntag, an dem wir dem Schöpfer für die eingebrachte, reiche Ernte danken. Die klare Herbstsonne sandte uns ihr Strahlen dazu und wärmte an diesem Morgen nicht nur Herz und Gemüt. Eine reich mit Erntegaben geschmückte Bühne zeigte nochmals in ganzer Pracht den Sinn des Dankfestes.
Nach der Darstellung von Jakob Bitzer hielt Peter Lange die Dankfest-Ansprache zum Thema: »Wir ernten was wir säen«, eine Ansprache, die zum Nachdenken anregte. Hier wurde jeder in seinem persönlichen Verhalten gegenüber seinem Nächsten angesprochen. Auch wir ernten nur, was wir säen. Umrahmt wurde der Gottesdienst von Susanne Rube, Mezzosopran, begleitet am Flügel von Rumi Hornung.
Nach dem gemeinsam eingenommenen Mittagessen im Saal begann das Nachmittagsprogramm mit einem Lied.
Anschließend hörten und sahen wir einen informativen Vortrag von Karin Klingbeil über die Geschichte der Friedhöfe in Jerusalem und Haifa, wie und zu welchen Bedingungen diese nach dem 2. Weltkrieg wieder in den Besitz der Templer übergingen, dass die Friedhöfe der anderen Kolonien aufgelöst und die sterblichen Überreste nach Jerusalem und Haifa umgebettet wurden und wie sich die Gruppenreisen zur Friedhofsarbeit entwickelten. Nachdem die Instandhaltung der Friedhöfe jahrelang in den Händen von Dieter Lange gelegen hatte, übernahm vor einiger Zeit Jörg Struve diese Aufgabe.
Der Vortrag machte auch deutlich, dass die Friedhofsreisen zur Pflege und Erhaltung ebenso notwendig sind, wie die Archivierung der Anlagen in Schrift und Bild.
Wie in jedem Jahr gab es auch diesmal wieder einen bunten »Bazar« mit Bastelarbeiten, einen Büchertisch und Grußkarten, die zugunsten der Friedhöfe in Israel verkauft wurden.
Der gemeinsame Nachmittagskaffee beendete den Tag.
Burgl Buhmann
Eine Lektion in Entwicklungshilfe
»Mikrokredite« das Thema unseres Freitagabendtreffs am 27. Oktober kam wohl manchen, die die Erklärungen in der Warte oder auf dem Ankündigungsplakat nicht gelesen hatten, etwas fremd vor - sonst wären wohl mehr Leute gekommen. Das ist schade, denn es war hochinteressant, und brandaktuell obendrein: nur Tage vorher hatte Dr. Muhammad Yunus aus Bangladesh den Friedensnobelpreis für seine Gründung der Grameen-Bank erhalten, die mit dem gleichen Ziel und den gleichen Methoden arbeitete und arbeitet wie die Organisation Oikokredit, um die es bei unserem Abendtreff ging.
Frau Linde Janke, die Vertreterin der Stuttgarter Filiale von Oikocredit, stellte uns das Konzept vor. Die Organisation geht auf die Initiative einer ökumenischen Kirchenversammlung zurück und arbeitet seit 1975 (Yunus begann wenig später). Das Ziel ist, Armut und Elend durch Hilfe zur Selbsthilfe zu bekämpfen - ein Prinzip, nach dem heute fast alle großen Entwicklungshilfe-Organisationen arbeiten. Neu war, dass dafür nicht Spenden, sondern Kredite eingesetzt wurden und werden.
Der Grundgedanke: zur Verbesserung von Lebens- und Arbeitsbedingungen braucht man Geld. Die Armen haben keines und bekommen von den Banken keines, weil sie keine Sicherheiten bieten können. Oikocredit vergibt Kleinstkredite von 50,- Euro - meist natürlich in Landeswährung - an aufwärts, mit Laufzeiten von einem Jahr an aufwärts, zu je nach Umständen verschiedenen, aber immer niedrigen Zinsen - von 2% an aufwärts - an Genossenschaften, Klein- und Kleinstunternehmen, auch an Einzelpersonen, wenn sie sich zu Kleingruppen - meist 5 Personen - zusammenschließen. Die Bedingungen sind, dass mehr als die Hälfte der Mitglieder - und später - der Organisatoren Frauen sind (tatsächlich liegt ihr Anteil höher) und dass sie, zu Beginn und weiter regelmäßig, an Beratungen teilnehmen. Dafür werden von Beginn an einheimische Helfer vor Ort geschult.
Die Beratungstreffen sind ein wesentlicher Bestandteil der Aktiva, um zu prüfen, was sinnvoll ist und was nicht, z.B. auf dem Land: was wächst unter den Bedingungen von Klima und Boden, wie lassen sich die Erträge steigern, wie sind die Vermarktungschancen? Ein Gegenbeispiel: eine nicht angeschlossene Kooperative baute Erdbeeren an, die auch gut gediehen. Bei der Ernte stellte sich heraus, dass man sie nicht verkaufen konnte: im Dorf konnte sie niemand bezahlen, für einen Transport fehlten Straßen und Wagen.
Mindestens ebenso wichtig ist die soziale Funktion der regelmäßigen Treffen: sie fördern die Kommunikation untereinander, zu den Helfern und zur Organisation, und sie bilden eine sehr effektive soziale Kontrolle: die Kredite werden zu 85-95% pünktlich zurückgezahlt - diese Rate ist wesentlich höher als bei normalen Bankkrediten. Zugleich lernen die bisher völlig isolierten Bauern bzw. Bäuerinnen, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken, sie erfahren konkret den Nutzen von Wissen, sie lernen, Eigeninitiative zu entwickeln, das Ansehen von Frauen in Familie und Gesellschaft steigt.
Das Ganze ist eine Erfolgsgeschichte, die zu Beginn niemand für möglich gehalten hätte. Oikocredit startete 1975 fast von Null, verwaltete 2005 ein Anlagekapital von rund 250 Millionen Euro, betreute ca. 250 Projekte weltweit (Steigerung von 2004 auf 2005: 45%). 70-80% der Teilnehmer haben es geschafft, mit Hilfe der Kleinkredite aus der existenziellen Armut (Leben von der Hand in den Mund, Unterernährung, oft Hunger) herauszukommen, ihre Kinder in die Schule zu schicken u.a. Es haben sich Parallelorganisationen gebildet, die nach den gleichen Prinzipien arbeiten, neben der Grameen-Bank (die inzwischen auch weltweit operiert) z.B. in Indien und Indonesien.
Das Kapital stammt von der wachsenden Zahl von Anteilseignern. Jedermann kann dort Geld anlegen wie bei jeder normalen Bank. In der Regel werden 2% Dividende gezahlt, bisher regelmäßig, mit der einzigen Ausnahme der zwei Jahre der schweren Asienkrise. Das Kapital kann bei Bedarf zum Nennwert zurückgenommen werden. Anders ausgedrückt: die Erträge sind vergleichsweise niedriger als bei anderen Banken, aber die Anlage ist vergleichsweise sicher. Oikokredit hat seine Zentrale in den Niederlanden und wird von der dortigen Bankenaufsicht jährlich überprüft.
Ich denke, das ist etwas, was jeder, der mit seinem Geld nicht nur Gewinn machen, sondern etwas Gutes bewirken möchte, sich durchaus überlegen sollte. Diejenigen, die das tun wollen und Näheres wissen möchten, können sich an die Stuttgarter »Filiale« wenden.
Brigitte Hoffmann
Konzert im Gemeindehaus
Konzert im Saal - mit Rumi Hornung, Tobias Geisler und Susanne Rube
Am 17. November kamen wir durch die drei oben genannten Musiker in einen ganz besonderen musikalischen Genuss. Schon das Programm zeigte, dass es eine etwas außergewöhnliche musikalische Zusammenstellung war, aber dadurch war diese abwechslungsreich, und alle Stücke wurden mit viel Ausdruck vorgetragen. Dabei hatte unsere Rumi bei jedem Stück zu tun, denn sie begleitete am Flügel sowohl Tobias Geisler mit seiner Oboe als auch die Mezzosopranistin Susanne Rube bei ihrem Gesang. Bei einigen Stücken kamen auch alle drei zusammen zum Einsatz.
Von den von Susanne Rube vorgetragenen geistlichen und weltlichen Arien von Bach, Gluck, Rossini, Meyerbeer und Bizet waren etliche wohlbekannt, so dass man sich ganz auf die schöne Stimme und die Darbietung einlassen konnte. Die Sängerin wurde 1979 in Esslingen geboren, studierte nach dem Abitur Gesang an der Musikhochschule in Trossingen bei Prof. Monika Moldenhauer und schloss ihr Studium 2004 mit dem Diplom ab. Seither nimmt sie Gesangsunterricht bei der Kammersängerin Eva Randova, trat schon bei zahlreichen Konzerten, Liederabenden, Oratorien und Musiktheaterprojekten auf. Außerdem erteilt sie selbst Gesangsunterricht.
Tobias Geisler spielte Werke von Bach, Maugüé und Williams und begeisterte mit seinem einfühlsamen Oboenspiel die Zuhörer. Er begann seine musikalische Ausbildung bereits im Alter von 4 Jahren an der Jugendmusikschule Göppingen und erlernte dort Blockflöte, Geige und Klavier. Von 1992-2000 erhielt er Oboenunterricht bei Ingolf Jauss. In dieser Zeit besuchte er verschiedene Kammermusikkurse bei Prof. Willi Schnell und erreichte mehrmals 2. Preise beim Wettbewerb »Jugend musiziert«. Er war Mitglied bei zahlreichen Orchestern und vertieft seit 2002 seine Oboenkenntnisse bei Georg Weiss an der Musikhochschule Mannheim. Derzeit ist er als Oboist bei der Jungen Süddeutschen Philharmonie Esslingen, den Jungen Musikfreunden Heidelberg und dem Deutschen Ärzteorchester tätig. Darüber hinaus arbeitet er seit 2004 als ausgebildeter Krankenpfleger auf der Neurochirurgie Mannheim und finanziert sich damit sein Studium der Humanmedizin an der Universität Heidelberg.
Unsere Rumi Hornung erleben wir fast bei jedem Gemeindenachmittag und bei so gut wie allen Konzerten, aber wahrscheinlich kennen die wenigsten ihren musikalischen Werdegang. Sie absolvierte ihr Musikstudium an der Tokioer Toko-Gakuen-Hochschule. Anschließend betrieb sie weiteres Klavierstudium in Hamburg bei Conrad Hansen und in Stuttgart zusätzliche Studien in Liedgestaltung bei Konrad Richter. Sie ist bekannt durch zahlreiche Konzerte als Solistin und Kammermusikerin. Außerdem ist Rumi als Dozentin an der Musikhochschule Trossingen tätig und wirkt in Schorndorf als Klavierpädagogin.
Die Sektbar in der Pause wurde gut angenommen und nachdem man sich angeregt im Foyer unterhalten hatte, gingen alle gern wieder in den Saal hinauf, um den 2. Teil des Konzerts, der mit einer wunderbaren Bach-Sonate begann, zu genießen. Schön war, dass auch nach dem Konzert noch etliche zum gemütlichen Beisammensein mit den Musikern in den Klubraum hinaufgingen - und dass wir unter den Zuhörern auch unbekannte Gesichter sahen, die sich von der Werbung hatten anlocken lassen. Natürlich würden wir den Musikern immer mehr Zuhörer wünschen, aber dank der Großzügigkeit der Anwesenden kam ein Betrag von rund 350 Euro für die Künstler zusammen.
Karin Klingbeil
Unser Stand auf dem Degerlocher Nikolausmarkt
Nachdem das Wetter in den Tagen vor dem 9. Dezember ungewöhnlich mild gewesen war, musste es ja langsam kälter werden! Dennoch hatten wir Glück mit dem Wetter, denn es war immer noch erträglich und auch von Regen sind wir fast ganz verschont geblieben: unmittelbar vor dem Aufbau und genau nach dem Abbau regnete es - in der Zwischenzeit war es mit Ausnahme eines kurzen Schauers trocken und so besuchten viele Menschen den Markt. Wieder konnten wir feststellen, dass unser Angebot - auch im Vergleich zu anderen Ständen reichhaltig und vielseitig war und etliche Kunden kamen, die uns schon von den Vorjahren her kannten: »Sie sind der einzige Stand auf dem Markt mit selbst gestrickten Wollsocken!«, »Ihre Babyschühchen rutschen wirklich nicht!« und »Im letzten Jahr hatten Sie doch...« waren Kommentare, die uns besonders gefreut haben.
An dieser Stelle sei allen Spendern aus der Gemeinde gedankt, die unser Angebot so vielseitig gestaltet und uns in der Vorbereitung unterstützt haben! Ganz besonders möchte ich auch einmal Thilo und Stefan danken, die uns auch in diesem Jahr wieder dabei halfen, alles (Stand in Einzelteilen, Pavillon, Tische und vieles mehr) in den Autos zu verstauen und uns den Stand hinzustellen - und das, obwohl Treffpunkt schon vor 7 Uhr morgens war! Dieses Mal wurde der Stand sogar mit einer Vorrichtung zum Schutz gegen Regen ausgestattet - wir werden immer perfekter! Punkt 10 Uhr waren wir verkaufsbereit und am Ende des Tages hatten wir rund 450 Euro eingenommen, eine beachtliche Einnahme, wenn man bedenkt, dass diese sich aus vielen Kleinbeträgen zusammensetzt.
Wir hatten Helfer beim Verkaufen und auch beim Abbauen, so dass auch dieses Mal die Aktion »Nikolausmarkt« eine schöne gemeinschaftliche Gemeindeaktion gewesen ist, bei der viele Helfer mitgemacht haben.
Auch dieses Jahr wurde wieder nach Informationsmaterial über uns gefragt oder erzählt, dass man uns schon von Veranstaltungen her kennt. Wieder fühlten wir uns in der Degerlocher Öffentlichkeit ein wenig mehr wahrgenommen - das ist ja auch ein wenig Sinn der »Übung«.
Karin Klingbeil
...und in Australien
Aus einem Kurzbericht von Heidi Vollmer im »Templer Record« geht hervor, dass auch unsere Freunde in Australien zur Adventszeit kreativ tätig waren und Weihnachtsschmuck und Geschenkartikel in Verkaufsständen in Box Hill und im Alten- und Pflegeheim Tabulam sowie an den Adventsfeiern in Bayswater und Bentleigh angeboten haben. Der Erlös kam dem TTHA-Heim in Bayswater zugute. Auch hier haben viele fleißige Hände die Geschenkartikel gestickt, genäht, gebastelt, ausgezeichnet und mit einer hübschen Verpackung versehen. Auch hier ist in stiller Weise viel Gutes für die Gemeinschaft geleistet worden.
Peter Lange
Weihnachtsfeier mit Hindernissen
Nach dem bewährten Muster der vorangegangenen Jahre fand im Dezember wieder am Sonntag vor Heiligabend, dem 17. Dezember, unsere Gemeinde-Weihnachtsfeier statt. So blieben die Weihnachtsfeiertage den Begegnungen und Zusammenkünften im Familien- oder Freundeskreis vorbehalten. Und wieder war dies ein Höhepunkt in den Gemeindeveranstaltungen des Jahres, auch wenn bei den Vorbereitungen manche unüberwindlich scheinenden Hindernisse im Weg standen.
So musste meine Schwester Grid, die in all den Jahren den Kauf der Weihnachtstanne und deren Ausschmückung besorgt hatte, über den Termin der Weihnachtsfeier hinweg zu einer mehrtägigen Untersuchung ins Krankenhaus einziehen. Kerstin Kloß, die zusammen mit ihrer Tochter Jasmin mit den Kindern aus der Gemeinde ein Weihnachtsspiel einüben wollte, musste wegen Fiebererkrankung des kleinen Jonathan in der Woche vor unserer Feier mit ihm ebenfalls die Krankenstation aufsuchen. Doch wie ein Wunder ergaben sich Lösungsmöglichkeiten der Probleme: Grid konnte in den letzten Stunden vor ihrer Einweisung noch den Baum aufstellen und schmücken, Jasmin sprang bei den letzten Proben für das Weihnachtsspiel für ihre Mutter ein und Kerstin ließ sich am Sonntag- nachmittag am Krankenbett des Sohnes von ihrem Ehemann ablösen, so dass sie die Regie übernehmen konnte.
Die Gemeindemitglieder können sich im Allgemeinen kaum eine Vorstellung machen, was alles dazu gehört und mit welchen Problemen mitunter zu kämpfen ist, damit eine Weihnachtsfeier in schöner und harmonischer Weise verlaufen kann. Dass trotz mancher Schwierigkeiten am Ende doch alles zufriedenstellend funktioniert, ist letztlich den »Säulen der Gemeinde« zu verdanken, die in der Organisation erfahren und in den verschiedenen Diensten zuverlässig sind, sei es beim Herrichten und Schmücken der Tische, beim Auslegen der Basar-Artikel, beim Zubereiten und Ausschenken der weihnachtlichen Getränke oder beim Besorgen, Einpacken und Austeilen der Geschenke für die Kinder. Ohne sie ginge es einfach nicht.
Eine solche Säule ist auch Familie Klingbeil. Karin trug besinnliche Gedanken zu Weihnachten vor, Christine las eine Weihnachtsgeschichte, und beide zusammen musizierten mit einem Flöten-Ensemble aus Filderstadt, da unsere sonst auftretenden Instrumentalisten nicht zur Verfügung standen. Aber auch manch anderer aus der Gemeinde darf nicht vergessen werden, der durch seinen Dienst zum Gelingen der Feier beigetragen hat.
Ihren Beitrag zum Gelingen der Feier haben natürlich alle diejenigen geleistet, die zur Feier gekommen waren, auch wenn es etwas mehr hätten sein können.
Aufgefallen ist mir diesmal, dass besonders viele Kinder unter uns waren. Auch wenn deren Lautstärke im Verlauf des Nachmittags immer mehr zunahm - ihre Anwesenheit zeigte, dass die Verbindung zwischen Alt und Jung nicht abgebrochen ist.
Mit ihrem Spiel als wandelnde Weihnachtskerzen, das mit viel Beifall bedacht wurde, haben sie ausgedrückt, dass auch sie zur Gemeinde gehören.
Peter Lange
Bei der Weihnachtsfeier wurden 262,72 € an Spenden gesammelt die wir an das Berliner Missionswerk überweisen konnten. Damit soll die evangelische Schularbeit in Palästina unterstützt werden. Hier werden vor allem auch Mädchen gefördert, aber allgemein sind die lutherischen Schulen Motor der pädagogischen Entwicklung sowohl in der Lehrerweiterbildung, in reformpädagogischen Unterrichtsformen und in der Friedens- und Umwelterziehung.
Auch in diesem Jahr hat Woldemar Pankratz bei der Weihnachtsfeier gefilmt, um - wie schon im letzten Jahr - eine CD zu erstellen, die vor allem das Stück der Kinder wiedergibt. Wer Interesse an einer solchen CD hat, kann sie in der Verwaltung bestellen. Kostenpunkt: 5 €.
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