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Spuren des Tempels
Die württembergischen Templer im Heiligen Land
Wer waren die Templer
Zunächst eine notwendige Abgrenzung: sie haben nichts mit den Tempelherren der Kreuzzugszeit zu tun. Dieser ehemalige Ritterorden wurde schon 1312 aufgelöst.
Die christliche Glaubensgemeinschaft der Templer ist Mitte des letzten Jahrhunderts aus dem protestantischen Pietismus heraus entstanden. Sie wurde ins Leben gerufen durch den Theologen Christoph Hoffmann, Sohn des Gründers der pietistischen Gemeinde Korntal bei Stuttgart und Abgeordneter in der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche 1848. Ihr besonderes Anliegen ist die Besinnung auf den Kern der Botschaft Jesu, auf seine Verheißung vom Reich Gottes und auf seinen Auftrag, durch das eigene Trachten und Handeln zum Werden einer besseren Welt, eben dieses Reichs der Liebe und Güte, beizutragen.
Von dieser Grundeinstellung aus sahen Hoffmann und seine Anhänger, angesichts der schweren sozialen Missstände ihrer Zeit, als Hauptaufgabe einer christlichen Gemeinschaft die Erneuerung der Gesellschaft im Sinne der Botschaft Jesu, und sie trennten sich von der evangelischen Kirche, weil sie zu erkennen glaubten, dass diese, ebenso wie alle bestehenden Kirchen, diese Hauptaufgabe vernachlässige.
Den Weg zu einer solchen Erneuerung sahen sie in einem vertieften Christentum, in dem jeder einzelne sich bemüht, sein Leben und Handeln an den Jesusworten des Neuen Testamentes auszurichten, und in dem Bekenntnisse, Dogmen und kultische Handlungen nachrangig sind, entsprechend dem Losungswort der Gemeinschaft »Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit«.
Verwirklicht werden sollte dies durch die Bildung von Gemeinden Gleichgesinnter nach dem Vorbild der frühen christlichen Kirche, die dann allmählich, durch ihr Vorbild, die ganze Gesellschaft durchdringen und verändern sollten. In diesen Gemeinschaften brüderlicher Gesinnung und tätiger Nächstenliebe versteht sich der Einzelne als lebendiger Baustein am geistigen Tempel Gottes, wie es im Neuen Testament gefordert wird - daher der Name »Templer«.
Dieser Glaube gab ihnen Kraft. Sie machten die Aufgabe, am Reich Gottes mitzuarbeiten, zu ihrer Lebensmitte und gründeten 1856 in der Nähe von Stuttgart eine erste Mustergemeinde. Sie verstanden die prophetische Verheißung, das Reich Gottes werde seinen Siegeszug von Jerusalem aus antreten, als Aufforderung, sich auch im Heiligen Land dafür einzusetzen und dort Gemeinden zu bilden. Und so verkauften viele von ihnen all ihre Habe und zogen von Württemberg und von Sachsen, aus den USA und vom Kaukasus in ein wüstes Land im damaligen Türkischen Reich, in das Heilige Land, nach Jerusalem.
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