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Treffpunkt - Gemeinde aktuell

Anschlagbrett



Neues Friedhofstor in Jerusalem

Nachdem wir unsere Mitglieder für ein neues Tor für den Jerusalemer Templerfriedhof um Spenden gebeten hatten - und diese auch reichlich geflossen sind - Neues Friedhofstor in Jerusalemwollen wir jetzt das Ergebnis präsentieren. Das neue Tor hat eine völlig neue Konstruktion bekommen. Im Gegensatz zum Vorgängermodell, dessen Angeln direkt im Mauerwerk saßen, wurde jetzt ein Stahlrahmen eingesetzt, an dem die Torflügel befestigt wurden; in das geschlossene Feld oberhalb der Tore wurde unser Logo per Laser eingeschnitten, das sich nun auf dem Gehweg abbildet, wenn die Sonne durchscheint. Oben drauf kam wieder die ursprüngliche geschwungene Verzierung.

Da uns bei unseren Friedhofsarbeiten so viele Besucher immer wieder erzählten, wie gern sie schon immer gewusst hätten, was sich hinter diesem verschlossenen Tor verberge, sollte ein Teil des Tores offen gestaltet werden.Neues Friedhofstor in Jerusalem So ließen wir Stäbe einsetzen, und damit kein Müll durch diese geworfen werden kann, kam eine Drahtglasscheibe davor. Nun kann man, wie auf folgendem Foto ersichtlich, vom Eingang bis zum Denkmal des Sammelgrabes schauen.

So nötig die Extra-Spenden waren, so viele und gute Gedanken man sich hier gemeinsam zu diesem Tor machte - ohne unseren Freund Oded Shor in Jerusalem wäre es weder heute schon da noch in dieser guten Qualität gefertigt. Er vermittelte uns die Handwerker, er kontrollierte, beteiligte sich konstruktiv an Überlegungen, sorgte für den Laser-Cut (in Nazareth, weil die Maschine in Jerusalem kaputt war!), vermittelte den Glaslieferanten und nahm es ab, als es - genau rechtzeitig für den Besuch unserer Gruppe! - eingebaut worden war. Noch während wir da waren, brachte er selber das letzte fehlende Detail an: den Torknauf. Das war auch noch eine Spende von ihm persönlich - und dass er für seinen ganzen Einsatz nichts akzeptierte, brauche ich kaum hinzuzufügen... Sollte jemand gern einen Kommentar, einen Dank schreiben wollen - diesen würde ich sehr gern an Oded weiterleiten.

Karin Klingbeil


Schneller-Ausstellung in Erpfingen

Den innerhalb von Deutschland verschickten »Warte«-Ausgaben liegt im Juni eine Einladung zur Ausstellungseröffnung »In Würde leben lernen - 150 Jahre Syrisches Waisenhaus und die Schneller-Schulen im Nahen Osten« bei. Manch einer hat sie bereits in Möhringen, im Landeskirchlichen Archiv, gesehen; am 13. Juni wird sie im Osterei-Museum in Erpfingen auf der Schwäbischen Alb eröffnet, weil Johann Ludwig Schneller 1820 in Erpfingen geboren wurde. Vor der Ausstellungseröffnung durch Dr. Jakob Eisler findet um 10 Uhr ein Gottesdienst statt; über die weiteren Vortragsveranstaltungen in den nächsten Wochen werden wir jeweils informieren.

Peter Lange


ARD berichtet über Templer-Austausch

Schon an den ersten Tagen ihres Israel-Aufenthaltes besuchte unsere Templer-Reisegruppe das Aufnahmelager Atlit bei Haifa, das zwischen 1941 und 1944 als Sammellager für die nach Deutschland ausreisenden zivil-internierten Templer gedient hatte. Wochenlang mussten die Familien damals unter sehr widrigen, fast menschenunwürdigen Umständen im Lager ausharren, bis die britische Mandatsverwaltung die Transportzüge nach Deutschland organisiert und zusammengestellt hatte. ARD berichtet über Templer-AustauschIn der Folgezeit wurde das Barackenlager unweit des Meeresstrandes dann als Auffanglager für die nach Israel einwandernden Juden verwendet.

Heutzutage ist das Lager ein Museum für die Pionierzeit des damals jungen Staates Israel. Da es in Aussehen und Einrichtung noch den früheren Verhältnissen entspricht, konnte sich unsere Reisegruppe bei ihrer Besichtigung ein gutes Bild der damaligen Zustände in Atlit machen.

Die israelische Vertretung des Ersten Deutschen Fernsehens hatte von ihrem Besuch Wind bekommen und im Lager ein Interview mit Brigitte Kneher, Dieter und Ingrid Lange geführt, die selbst Teilnehmer eines dieser Austauschtransporte waren. Eine Kurzfassung dieses Interviews sowie die Stimmen von jüdischen Teilnehmern des Gegentransportes aus Deutschland wurde in den ARD-Tagesthemen kurz darauf ausgestrahlt.

Dieter Lange hat eine Video-DVD mit einer Aufzeichnung dieser Sendung besorgen können, sodass auch diejenigen, die die Sendung verpasst haben, sie nachträglich noch ansehen und anhören können. Wer Interesse daran hat, kann die DVD über die TGD-Verwaltung anfordern. Voraussetzung für das Abspielen ist ein PC oder ein DVD-Spieler.

Peter Lange


»Warte«-Beilage über die Tempelgemeinde Haifa

Dem vorliegenden Juni-Heft der »Warte« ist zum 149. Jahrestag der Gründung der Tempelgesellschaft ein geschichtlicher Sonderdruck über das frühere Gemeindeleben der Templer in Palästina beigegeben. Es handelt sich hierbei um Erinnerungen von Gottlieb Samuel Ruff (1890-1983) an seine Jugendzeit in Haifa.

Eine Veröffentlichung dieser biografischen Notizen war schon vor einem Jahr als Sonderheft der TSA in englischer Übersetzung erfolgt. Aufgrund der Bedeutung Gottlieb Ruffs für die ganze Tempelgesellschaft und aufgrund seiner lebendigen Schilderung des früheren Gemeindelebens der Templer ist der »Warte«-Redaktionskreis der Ansicht, dass diese Notizen auch den Lesern hier im Land zugänglich gemacht werden sollten.

Gottlieb Ruff hat sich nicht nur in Haifa schon früh in den Gemeindedienst gestellt, sondern auch in späterer Zeit in vielerlei Funktionen Verantwortung übernommen. Während der Internierung der Templer in Australien war er Leiter der hinter Stacheldraht eingepferchten Gemeinde und setzte sich dort für Schule, Sport und handwerkliche Ausbildung ein. Nach der Freilassung der Templer aus der Internierung wirkte er in Gebietsleitung und Ältestendienst der TSA und gab dem Neuaufbau der Gemeinde wertvolle Impulse. Der Bau der Gemeinde-Halle in Bayswater erfolgte in seiner Amtszeit als Gemeindeleiter.

Der gemeinnützige Einsatz von Gottlieb Ruff wirkt nicht nur bei vielen ehrenamtlich Tätigen in den heutigen Tempelgemeinden nach, sondern hat besonders bei seinen eigenen Nachkommen reiche Frucht getragen.

Er ist einer von vielen, denen am Jahrestag der Tempelgründung unser Gedenken gilt.

Peter Lange


Auguste-Victoria-Broschüre

Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Auguste Victoria-Stiftung auf dem Ölberg erschien in der Reihe »Kleine Schriften des Vereins für württembergische Kirchengeschichte«, Nr.8, eine Bilddokumentation über das Bauwerk mit einer äußerst informativen Einführung von Jakob Eisler. Die Vorgeschichte wird beschrieben, die Realisierung des Vorhabens - und in diesem Zusammenhang die Mitwirkung der Templer benannt. Da Gottlieb Schumacher anfangs die Bauarbeiten leitete, hatte er etliche Templer-Unternehmen am Bau beschäftigt. Genannt sind Karl und Hugo Wieland, Sebastian Blaich, Friedrich Karl Ehmann, Christian Imberger. Regierungsbauführer Gottlob David Sandel übernahm diese Tätigkeit, als Schumacher wegen anderer Verpflichtungen die Bauaufsicht nicht weiter wahrnehmen konnte. Der Leser erfährt die weitere schicksalhafte Geschichte des Hauses - und bekommt hervorragende Bilder zu sehen, die die Witwe von Alex Carmel für die Veröffentlichung zur Verfügung gestellt hat.

Die Broschüre (48 Seiten) ist für 6 Euro in der Verwaltung zu beziehen.

Karin Klingbeil


Der Glaube der Templer

Die im Jahr 2000 erstmals erschienene Informationsschrift TG-2 über »Glaube und Selbstverständnis der Templer« ist jetzt in einer neuen Auflage nachgedruckt worden. Dem Text der »Gemeinsamen Erklärung der Templer in Deutschland und Australien« sind bei dieser Auflage noch Ausführungen zu religiösen Stichworten unter dem Titel »Die Grundlagen unseres Glaubens« (siehe Abbildung) hinzugefügt worden. Mit dieser Veröffentlichung möchte die TGD ihren Mitgliedern und Freunden ihr religiös-theologisches Fundament deutlich machen.
Glaube und Selbstverständnis

Die »Warte«-Leser werden eingeladen, Exemplare der neuen Auflage zum eigenen Gebrauch und zur Weitergabe an Nachkommen, Freunde und Interessenten in der TGD-Verwaltung anzufordern (Adressangaben auf Umschlagseite 2 der »Warte«). Die Hefte werden ihnen dann kostenlos zugesandt.

Hier ein Ausschnitt aus dem Kapitel »Tempel«:

Das Bild des Tempels von Jerusalem wurde von Christoph Hoffmann auf Menschen angewandt, die von der Gesinnung des Jesus von Nazareth durchdrungen sind und die den Willen Gottes tun. So wie der steinerne Tempel zur Ehre Gottes errichtet wurde, so muss auch der Tempel aus Menschen, das menschliche Zusammenleben also, zu Gottes Ehre gereichen.

Das war Hoffmanns Denken und Wollen, die Schaffung einer neuen Welt, zumindest der Keimzelle dazu, aus dem Geist Jesu, der den Eckstein oder Schlussstein des Gebäudes aus menschlichen Bausteinen bildet. Mit dem Namen wolle die Gemeinschaft nur das Ziel ausdrücken, nach dem sie strebe. Da aber das Streben nach einer Sache schon der Anfang dieser Sache ist, so sei es angebracht, auch einen solchen Namen zu verwenden.

Was wir mit dem Namen »Tempel« ausdrücken, ist also etwas, das erst werden soll. Deshalb sprechen wir gern auch vom »Bau des Tempels«.

Peter Lange


Baedeker-Ausgaben gesucht

Für historische Untersuchungen ist es oft wertvoll, Angaben in zeitgenössischer Literatur vergleichen und nachschlagen zu können. So wäre es für die Arbeit des TGD-Archivs zum Beispiel sehr nützlich, wenn frühere Auflagen des Reiseführers »Karl Baedeker - Palästina und Syrien« dazu verwendet werden könnten. Ganz besonders wertvoll wäre die erste Auflage von 1875, aber auch die 7. Auflage von 1910. Wer ein solches Exemplar an unser Archiv abgeben oder ausleihen würde, wird um Nachricht an mich gebeten.

Peter Lange


Die Geburt des Christentums

Unter diesem Titel ist im Jahr 2004 von ARTE eine 10-teilige Fernseh-Sendereihe ausgestrahlt worden. Einer unserer Leser hat uns freundlicherweise die auf VHS-Video-Kassetten aufgezeichnete Sendung zur Nutzung überlassen. Die Videos können über ein Abspielgerät und einen Fernsehbildschirm (PAL-Format) angeschaut werden. Die Einzelthemen haben eine Länge von je 50 Minunten.

1 Jesus nach Jesus

2 Jakobus, der Herrenbruder

3 Ein Reich, das auf sich warten lässt

4 Familienstreit

5 Paulus, die unzeitige Geburt

6 Das Konzil in Jerusalem

7 Tage des Zorns

8 Der Roman des Ursprungs

9 Die Trennung

10 Verus Israel

Das TGD-Archiv leiht einzelne Kassetten oder die gesamte Reihe jederzeit gern an Interessenten aus.

Peter Lange


Jugendaustausch mit der TSA

Für alle, die es noch nicht wussten: die Tempelgesellschaft bietet schon lange einen Austausch mit der Schwestergemeinde in Australien an. Für einige Monate kannst du in den Gemeinden in Melbourne und Sydney unser australisches Gegenstück kennen lernen. Du wohnst bei Templerfamilien und kannst bei Bedarf einen Englischkurs machen. Das hört sich jetzt zu trocken an und irgendwie weißt du nicht ob das das Richtige für dich ist? Inga und Sven haben ihre Erlebnisse und was ihnen der Austausch gebracht hat, noch mal zusammengefasst:

Der Australienaustausch über die TG war eines meiner bisher größten Erlebnisse. Als allererstes: Australien an sich! Noch nie geflogen, noch nie richtig von zuhause weg gewesen. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie das werden sollte. Und dann gleich weit, weit weg auf die andere Seite des Erdballs, wo sich der Strudel im Abfluss anders herum dreht... Und das war nicht der einzige Unterschied, der mich erstaunte. Was mir am ersten Morgen aufgefallen ist: die Vogelstimmen sind anders. Und dabei blieb es nicht. Irgendwie ist alles anders. Die Häuser, die Blumen, der Geruch von Eukalyptus im Wald. Cool! Noch nie zuvor hatte ich mich in einer Welt bewegt, deren Natur sich so von der unterschied, die ich gewohnt war. Aber eines war sehr bekannt: das Schwäbische! Viele der TSA - Mitglieder sprechen noch schwäbisch im Wechsel mit dem australischen Englisch. Ich wurde liebevoll aufgenommen und habe wirklich nette Menschen und deren Familien kennen lernen dürfen. Die Gemeinde ist um einiges größer als bei uns und ihr Leben pulsiert. Es war toll, beim Junior Camp mit dabei sein zu dürfen, Ausflüge, Wanderungen, Fahrradtouren mitzumachen, im Chor mitzusingen, Erfahrung im deutschen Altersheim zu sammeln und Weihnachten im Sommer zu feiern. Außerdem konnte ich einen Englischkurs machen und lernte auch dort nette Menschen aus Japan, Korea und Brasilien kennen. Kontakte bestehen bis heute. Nach zweieinhalb Monaten in Melbourne reiste ich noch durch das Land und ließ mich verzaubern - Backpacking durch Australien. Kängurus, Kamele, Wildpferde, Inseln, wunderschöne Strände, Dingos, Sonnenaufgänge, eine unglaubliche landschaftliche Vielfalt, Partys, lange, aber nie langweilig werdende Fahrten, Spaß. Mein Horizont hat sich definitiv erweitert und ich habe mich in der Zeit selbst kennen lernen und weiterentwickeln können. Und die TSA hat endlich ein Gesicht bekommen. Eine Gemeinde, die den gleichen Ursprung hat wie unsere und die genau auf der anderen Seite der Welt zu finden ist. Es hat sich gelohnt.

Inga Reck

Schule - Ausbildung - Studium.

Der ganz normale Einstieg in den Beruf, wir kennen das. Doch dann die Idee: Warum gehst DU eigentlich nicht über das Jugendaustauschprogramm nach Australien? Gesagt, getan. Deutschland habe ich an einem trüben, kalten, verregneten Dienstag verlassen und kam nach ca. 30 Stunden Flug bei strahlend-blauem Himmel und 30°C am Neujahrsmorgen in Melbourne an, das einige Überraschungen für mich bereit hielt - WOW !

Rolf Beilharz, den ich gleich wiedererkannte, holte mich am Flughafen ab und brachte mich zu meiner ersten Gastfamilie, den Drostes in Glen Waverley. Zu meiner Überraschung stellten wir fest, dass Oma Poddey, die erst vor 2 Jahren von Stuttgart nach Australien gezogen war, meine Mutter als Altenpflegerin im Augustinum in Stuttgart-Riedenberg kannte. Oma Poddey hat im Dezember 2009 übrigens ihren 106. Geburtstag gefeiert.

Aber kaum angekommen ging es am 4. Tag schon wieder weiter als "Aufpasser" ins Junior Camp. Der Aussie-Slang aus 26 Kehlen ließen meine 7 Jahre Schul-Englisch zunächst komplett sinnlos erscheinen - I had no clue what they were talking about.

In den nächsten 4 Wochen standen natürlich einige Templer-Veranstaltungen auf dem Programm, um alle mal kennen zu lernen. Hieraus haben sich dann viele Einladungen zu Ausflügen ergeben, sodass die Wochenenden ganz schön voll waren - natürlich nicht ohne den üblichen Freitag Abend mit den Droste-girls im Burvale Pub zu verbringen.

Danach ging es für 1 Woche zu den Gassmanns nach Philip Island, deren Haus auf einer Klippe oberhalb der Bass Strait steht. Nur wenige Minuten zu Fuß und man konnte den Morgen mit ein paar Runden im Meer beginnen. Dass dies wohl auch eine white shark area ist habe ich erst später erfahren ...

Von dort zurück ging es dann zu Moni und Rolf Herrmann nach Ferntree Gully, die am östlichen Rand von Greater Melbourne wohnen; dahinter beginnt gleich der Dandenong National Park.

Um mich mit dem Englisch-Lernen etwas unter Druck zu setzen, hatte ich beschlossen, mich beim Sommerfest Mitte Februar der Tempelgemeinde auf Englisch vorzustellen - was nach 5 Wochen dann aber auch kein Problem mehr war. Ein kleiner Auszug hieraus:

»Nowadays, I think this is the main important aspect of our Templer-exchange-program: first to get in touch with the sister-community, then to make up friends and finally to keep up the contact to the Templers and other people overseas. I met many people again here in Melbourne, which I already already known from their visit to Germany.«

Kurz darauf begann ich mein 6-wöchiges Praktikum als technischer Zeichner bei Klöckner&Moeller, mein Chef dort war übrigens ein Araber aus Bethlehem, dem die Templer bis dahin noch kein Begriff waren. In dieser Zeit zeigte sich Melbourne dann aber auch von seiner "heißen" Seite: 40°C, total-fire-bans, bushfires - aber mit der ständigen Brise von der Melbourne Bay ließ es sich ertragen.

Danach ging es dann zu meiner letzten Gastfamilie, Judy und Bernie Eppinger in Bentleigh. Mittlerweile hatte ich mich ja an die großen Entfernungen in Australien gewöhnt, da war es dann auch keine große Sache, mal schnell für 4 Tage 3.500 km nach Perth zu fliegen, um mit Bernhard Hoefer und seinen Eltern eine Campingtour an die Südwestküste zu machen. Oder mal für 10 Tage mit dem Rucksack nach Tasmanien zu gehen.

Aber kaum zurück in Melbourne, hieß es schon wieder Rucksack packen und über Canberra ging es nach Sydney, wo ich dann noch die Sydneysiders der Templer kennen gelernt habe. Und dann war 7 Wochen lang backpacking up the East Coast angesagt. 7 Wochen allein mit dem Rucksack? No worries - gar kein Problem, da bist Du gerade mal den ersten Tag allein und kennst dann schon so viele Leute aus der ganze Welt: USA, Kanada, Großbritannien, Irland, Italien, usw. und natürlich auch Deutschland. Das Erstaunliche daran: Wenn ich mit Dennis aus München abends ausgegangen bin, wurde weiterhin Englisch gesprochen. Und wenn Du heute in Sydney einen backpacker kennen gelernt hattest, lief man sich spätestens in Alice Springs wieder über den Weg. Nach Sydney, Brisbane, Cairns, Alice Springs und Ayers Rock ging es für 3 Tage noch mal zurück nach Melbourne, genau rechtzeitig zur Tempelgründungsfeier und einer Abschiedsparty mit den Droste-girls, den Burvale-friends, den Anderson-twins, den Eppinger-girls, und vielen anderen.

Und heute? Das Eine sind die Freundschaften und Kontakte, die man nach Australien und der TSA aufgebaut hat. Da treffe ich beim letzten Schönblick-Seminar Christine und Harald Ruff wieder und man verabschiedet sich vor dem Abflug, als wenn sie nur mal kurz ein paar Tage weg wären ...

Das Andere ist die englische Sprache. Es dauert nur einen kurzen Moment und ich kann problemlos von Deutsch auf Englisch umschalten.

Also, wer jetzt langsam ins Grübeln gekommen ist, was er nach der Schule machen soll - nehmt die Chance wahr. Die größte Hürde ist eigentlich nur der Einstieg ins Flugzeug und die ersten paar Tage, in denen man kein Wort Englisch versteht. Aber dafür können die Templer in down-under notfalls ja auch noch schwäbisch ...

Sven Wessner

So, falls ihr jetzt Lust bekommen habt, auch mal nach Australien zu gehen, dann meldet euch einfach bei mir, um mehr zu erfahren. Ich freu mich drauf!

Claudia Mutschlechner


Vertrieben aus dem Heiligen Land

Die englischsprachige Literatur der Templer ist erfreulicherweise durch einen neuen reich bebilderten großformatigen Band erweitert worden. Familienforscher Horst Blaich (Bayswater) stellte vor Kurzem den Mitgliedern und Freunden der TSA seinen in Zusammenarbeit mit Peter Hornung (Boronia) erstellten Geschichtsband »Exiled from the Holy Land« (Vertrieben aus dem Heiligen Land) vor. Das Buch ist eine Sammlung (überwiegend persönlicher) historischer Berichte vom erzwungenen Ende des Siedlungswerks der Templer in Palästina.

Ausführlich geschildert werden die Deportation einer Mehrheit der Siedler durch die britische Mandatsherrschaft in die Internierung nach Australien im August 1941, einzelne Schicksale der noch in ihren Kolonien verbliebenen Templer, die Ermordung des Bürgermeisters von Sarona Gotthilf Wagner durch Terroristen, der Überfall auf Waldheim durch ein jüdisches Untergrund-Kommando und die damit verbundene schnelle Aussiedlung der Rest-Templer durch die Mandatsverwaltung nach Zypern sowie der Kampf der Tempelleitung um eine Rückkehr der Templer in ihre Siedlungen. Nicht ohne Grund ist das Ende des Siedlungswerks im Untertitel mit dem längeren Zeitraum von 10 Jahren angegeben: »Der Verlust der Tempelsiedlungen in Palästina und die Deportation nach Australien 1941-1950«. Der Leser kann sich durch eine Zeittafel auf den ersten Seiten selbst davon überzeugen, dass sich Jakob Imberger am 20. Juli 1950 als Letzter mit 5 weiteren Personen in Haifa an Bord eines Schiffes nach Australien begeben hatte.

Aufgenommen in diese Berichtssammlung sind auch Ausschnitte aus Prof. Paul Sauers Templer-Chronik sowie zwei Dokumentationen von Dr. Dan Goldman zu neuen Archivfunden über die tödlichen Schüsse von Waldheim und zum britischen Auffanglager für die ausgesiedelten Templer in »Golden Sands«, Famagusta.

Dem Abschiedsschmerz und dem Schicksalsleid der ihrer Heimat Beraubten setzt der Herausgeber in seinem Vorwort die - damals unverhoffte - Chance entgegen, die der australische Staat den Siedlern nach ihrer Freilassung aus der Internierung geboten hat. Er bezeugt den daran beteiligten Personen - allen voran dem Regierungsvertreter H. T. Temby - die Dankbarkeit der Templer für die Möglichkeit der Gründung neuer Gemeinden fernab von ihrem einstigen Tätigkeitsgebiet.

Zweifellos sind in den bisher vorliegenden Geschichtsbüchern von Alex Carmel und Paul Sauer mehr die historischen Fakten und Vorgänge aufgezeigt und weniger die Stimmungen und Gefühle der darin Verwickelten beschrieben worden. Dies wird nun im neuen Buch sehr detailliert nachgeholt. Die Leser - unter ihnen besonders die Nachkommen der vom abrupten Ende der Siedlungen Betroffenen - werden sich damit besser in die Situation der Vertriebenen hineinversetzen können.

Auch sind manche Ereignisse, wie z.B. die Ermordung Gotthilf Wagners, der Verkauf des Siedlungslandes von Sarona oder die monatelang währende Unterbringung der Vertriebenen im Auffanglager »Golden Sands« auf Zypern noch nie anderweitig so ausführlich geschildert und beschrieben worden wie hier.

Die Lektüre des ausführlich und bildhaft gestalteten Bandes hinterlässt freilich mitunter ein Gefühl der Bedrückung und der Traurigkeit über den Verlust des mit soviel Glaubensmut und Pioniergeist aufgebauten Siedlungswerks. Was wäre nicht noch alles durch unsere Siedlungen möglich geworden, deren Blütezeit erst angebrochen war? So fragten viele der ihrer Heimat Beraubten nach ihrer Vertreibung. Inzwischen sind neue Generationen herangewachsen, die durch ihre Eltern und Vorfahren zwar noch eine innere Verbindung zum alten Palästina haben, aber inzwischen woanders in der Welt ihren Aufbauwillen umsetzen können.

Dieses Letztere einmal in Einzelfällen darzustellen, wäre eine weitere dankenswerte Aufgabe schriftstellerischer Tätigkeit. Denn das Ende der Palästina-Siedlungen stellte bekanntlich nicht das Ende der Templer und ihrer Gemeinden dar. Das ist das eigentlich Positive an dieser Vertreibungsgeschichte, das 60 Jahre danach auch klar und deutlich gesagt werden sollte.

Peter Lange

Das Buch kann bei der Verwaltung der Temple Society Australia erworben werden.

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